Kolumnen & Analysen Märkte

DailyFX: Vorsicht, Zinswende in den USA! – Druck auf Euro und Aktien
FXCM Research - Forex - 07.07.2014

Nach den US-Arbeitsmarktzahlen aus der vergangenen Woche haben die Spekulationen über eine bevorstehende Zinswende in den USA wieder neue Nahrung erhalten. Auch haben wir erfahren, dass die Europäische Zentralbank entgegen ihrer amerikanischen Kollegen die Vorbereitungen für neue Asset-Backed-Securities (ABS)-Käufe intensiviert. Während also die Zinsen in der Eurozone noch für sehr lange Zeit auf dem historischen niedrigen Niveau verweilen werden, dreht sich die Schraube in den USA vielleicht schneller als gedacht in die andere Richtung. Das bedeutet zum einen weiteren Druck auf den Euro gegenüber dem US-Dollar. Zum anderen wäre es falsch zu glauben, eine expansiv ausgerichtete EZB könnte die europäischen Aktienmärkte vor einer Korrektur bewahren, die von den US-Börsen ausgeht. Denn diese würden mit der Aussicht auf eine baldige Zinswende in den USA wohl erst einmal den Rückwärtsgang einlegen und damit EuroStoxx und DAX nicht verschonen. Es kommt also auf die nächsten Konjunkturdaten vor allem aus den USA an, die entweder den schwachen Trend aus dem ersten Quartal wieder bestätigen oder die positive Tendenz vom Arbeitsmarkt in die allgemeine Konjunkturentwicklung übernehmen werden.

Während die Federal Reserve langsam bremst, bleibt die EZB auf dem Gas

Mit Blick auf die Fed werden positive Konjunkturzahlen Marktteilnehmer dazu bewegen, eine Leitzinserhöhung verstärkt vorweg zu nehmen und in den Rentenmärkten, Devisenpaaren und den Aktienmärkten zunehmend einzupreisen. Einer der bedeutenden und tragenden Säulen der Hausse in den Aktienmärkten würde mit einer Zinswende in den USA wegfallen. Korrekturen in diesen Märkten wären dann realistisch. Die Haltung der EZB dagegen lässt sich auch bereits vorweg nehmen. Sie nimmt weiterhin eine expansivere Haltung ein, indem sie unkonventionelle Lockerungsmaßnahmen fortsetzen wird und lässt auch keine Absichten erkennen, diese Politik innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate zu ändern. Mit dem gedämpften Inflationsausblick für die Eurozone bleibt dem EZB-Rat auch keinerlei Spielraum, um schnell vom Pfad einer expansiven Geldpolitik abzuweichen.

Winter-Quartal in den USA gut weggesteckt

Die Arbeitslosenquote in den USA fiel im Juni überraschend 6,1 Prozent zurück. Auch die neugeschaffenen Stellen von 288.000 lagen deutlich über dem bisherigen monatlichen Durchschnitt von 231.000. Der positive Arbeitsmarkt ließ trotz der Schattenseite gesunkener Vollzeit- und gestiegener Teilzeitarbeitskräfte Marktteilnehmer über den Ausblick der im ersten Quartal deutlich geschrumpften US-Wirtschaft hinweg sehen. Es mehren sich damit die Anzeichen, dass der Jahresauftakt der US-Wirtschaft ein Ausreißer war und mit dem Winter auch die Eintrübung der Wirtschaftsleistung verschwand. Das erhöht die Erwartungshaltung an kommende Wirtschaftsdaten aus den USA. Auch in der Mitschrift der letzten Fed-Zinsentscheidung, die am Mittwoch veröffentlicht wird, könnten sich Hinweise einer früheren Zinswende finden lassen.



Profis bauen Positionierung gegen den Euro weiter aus

In der vergangenen Woche festigten Großinvestoren ihre pessimistische Einstellung für (oder besser gegen) den Euro. Um 3.273 Kontrakte fiel die Netto-Position im Vergleich zur Vorwoche, d.h., die Wetten auf eine fallende Kursentwicklung nahmen erneut zu. Damit sind Großspekulanten mit minus 60.776 Kontrakten (Netto-Größe) weiterhin mehrheitlich Short positioniert (setzen also auf einen fallenden Kurs). Infolge der Konjunkturdaten und der Ergebnisse der EZB-Sitzung testete der EUR/USD die 1,36er Marke. Der erfolgte Bruch des Levels lässt die Abwärtsstruktur im EUR/USD wieder präsent erscheinen und könnte auf das Juni-Tief bei 1,35 und das Jahrestief bei 1,3476 abzielen. Sollte die EZB weitere unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen ergreifen und sich eine frühere Zinswende in den USA abzeichnen, sind für die kommenden Monate Rückgange an die 1,33 und dann folgend 1,30 EUR/USD denkbar.



Kein eindeutiges, aber dennoch gefährliches Bild an der Wall Street

Zwar steigerten Großinvestoren wie Hedgefonds ihre Position im Dow Jones Industrial Average um 6.812 Kontrakte im Vergleich zur Vorwoche und im breiten S&P500 Index um 6.356 Kontrakte auf die jeweils höchsten Netto-Positionen seit Ende Mai, doch Warnsignale sind auch weiterhin ihrer Position zu entnehmen. Während im Dow Jones damit von Großinvestoren noch mehrheitlich Kaufpositionen gehalten werden, zeigt der Überhang an Verkaufspositionen am Terminmarkt im S&P 500 von 3.705 Kontrakten bereits den aufkommenden Pessimismus der Profis auf. Spekulative Finanzinvestoren bleiben trotz eines erfolgreichen Starts in den Juli und neu gesetzter Bestmarken skeptisch. Bereits seit Mitte Mai setzt diese Gruppe laut COT-Report mehrheitlich auf eine einsetzende Korrektur im S&P 500 und tritt seitdem nicht mehr als Trendfolger auf. Sollten positive US-Wirtschaftsdaten ein früheres Anheben der Zinsen der Fed untermauern, könnte sich diese Stimmung der spekulativen Marktakteure noch weiter in Richtung Korrektur verschieben. Trotz festem Kursverlauf und Rekordmarken bleibt also eine wichtige Nachfrageseite den Märkten auf diesen Niveaus fern und dämpft damit das Potenzial für weiter steigende Kurse.

Autor: Niall Delventhal, DailyFX

Über den Autor:
Niall Delventhal arbeitet als Markanalyst für DailyFX.de, dem Research-Arm von FXCM. Er ist studierter Betriebswirt (B. Sc.) und ist sehr börsenaffin. Für seine Bachelorarbeit untersuchte er die missbräuchliche Ausnutzung von Marktmacht am Spotmarkt der Strombörse. Als nächste Fortbildung strebt er den CFA, Chartered Financial Analyst, an. In seinen täglichen Online-Seminaren bietet er neben aktuellen Marktnachrichten, Ratschläge und Lehrinformationen rund um das Thema Trading an. Dabei ist er der Ansicht, dass Informationen und Kenntnisse über die Märkte sowie die Risiken zu besitzen und zu beziehen einem keine Erfolge garantieren, aber die Erfolgschancen deutlich erhöhen. Detailliert widmet er sich den Stimmungen an den Märkten. Jeweils zum Wochenbeginn verfasst er den Report „Den großen Spekulanten auf der Spur" und fängt mithilfe der Commitments of Traders Daten primär für FX-Märkte die Positionierung und das Verhalten institutioneller Händler ein.

DailyFX.de veröffentlicht täglich Artikel zu politischen und wirtschaftlichen Nachrichten und deren Einfluss auf die Märkte sowie technische Analysen zu Währungen, Rohstoffen und Indizes. Darüber hinaus finden Sie auf DailyFX.de eine Vielzahl praktischer Tools wie Handelssignale oder Markt-Alarme sowie einen umfangreichen Wirtschaftsdatenkalender. @NiallDelventhal folgen @DailyFX_DE folgen

Aktuelle Kolumnen & Analysen

Leitindex S&P 500 Wochenausgabe: Korrekturgefahr steigt massiv an
Formationstrader I S. Grass - Indizes - 16.01.2018
In der vergangenen Woche setzte der Leitindex S&P 500 seine steile Aufwärtsbewegung weiter fort. Mit einem Wochenschluss bei 2.786 Punkten ist ein Test der 2.800er Marke in der vor uns liegenden Handelswoche sehr wahrscheinlich. Die Indikatoren befinden sich einheitlich im Bullenmodus. Der Trend ist ganz klar bullisch. Die Markttechnik ist jedoch recht stark überhitzt. Eine Konsolidierung auf aktuellem Niveau kann daher jederzeit starten. ... mehr

Bitcoin-Crash: Flieht Ihr Narren!
Formationstrader I H. Esnaashari - Forex - 16.01.2018
Bitcoin-Analyse: Flieht Ihr Narren! Oder lest den Chart Der Bitcoin testet erneut sehr scharf die Unterstützungen. Die Bullen sind jetzt in der „Bringschuld“. ... mehr

Wohin treibt der Bitcoin?
Stefan Böhm - Forex - 16.01.2018
Vielleicht haben Sie es gelesen. In Südkorea denkt der Justizminister darüber nach, den Handel mit Kryptowährungen zu verbieten. Nun muss man wissen, dass Südkorea eine Hochburg des Bitcoins ist. Rund 15 Prozent des weltweiten Bitcoin-Handels findet in Südkorea statt. Ein Verbot hätte daher nicht nur großen symbolischen Charakter, sondern dürfte Bitcoin & Co. auch massiv schaden. ... mehr

Börsen-Kolumne: Platin bleibt weiter sehr interessant!
Stephan Feuerstein - Commodities - 16.01.2018
Während DAX & Co. in der ersten Börsenwoche nach einer ausgebliebenen Jahresendrally richtig glänzen konnten, hat die führenden Indizes die Dynamik mittlerweile komplett verlassen. Man darf daher gespannt sein, ob die freundliche Tendenz zum Jahresauftakt nur ein kurzes Strohfeuer war. Immerhin notiert der DAX nach wie vor innerhalb der im Oktober eröffneten Seitwärtstendenz. Hier wäre ein Ausbruch nach unten übrigens als oberes Trendwendesignal zu verstehen. ... mehr

DAX nur kurz im Plus – Dow Jones vor dem nächsten Tausender
CMC Markets - Marktberichte - 16.01.2018
Nur acht Handelstage brauchte der Dow Jones für den Weg von der runden Marke von 25.000 für die nächsten tausend Punkte, wenn heute nach dem Feiertag in den USA nichts mehr dazwischen kommt. Dieser Dynamik an der Wall Street konnte sich auch der Deutsche Aktienindex kurz nach Börsenstart nicht entziehen und wagte den Sprung nach oben. Aber genauso schnell wie es nach oben ging, folgte die Rückkehr in die Verlustzone. ... mehr

Bitcoin und DAX 30 Market Update: Bitcoin rutscht unter 13.000 Dollar-Marke
DailyFX - Marktberichte - 16.01.2018
Der gesamte Cyberwährungsmarkt, einschließlich Bitcoin befindet sich derzeit gehörig unter Druck. Der Bitcoin- Kurs rutscht auf der in Luxemburg ansässigen Plattform Bitstamp zeitweise bis auf 12.710 Dollar und reist den gesamten Markt mit in die Tiefe. Nach CoinMarketCap beträgt die Kapitalisierung lediglich 650 Milliarden Dollar. ... mehr

Tagesausblick Aktien: DAX - Dynamik fehlt – Euro als Bremsfaktor
Helaba Floor Research - Indizes - 16.01.2018
Bereits gestern habe ich an dieser Stelle von einem lust- und impulslosen Handelsgeschehen am deutschen Aktienmarkt berichtet. In Folge des gestrigen US-Feiertages haben sich die beschriebenen „Rahmenbedingungen“ nochmals verstärkt. Insofern war der DAX auch nicht in der Lage sich in der Pluszone zu halten. Der weiterhin klar über der 1,22er Marke notierende Euro trug jedoch auch seinen Teil dazu bei. ... mehr

Tagesausblick Renten/Devisen: USA - Konjunkturstimmung im Mittelpunkt
Helaba Floor Research - Forex - 16.01.2018
In den USA wurden die Zinserwartungen zuletzt etwas unterstützt, weil die Kernteuerungsrate im Dezember leicht und unerwartet zulegen konnte. Andere Wirtschaftsdaten hatten dagegen enttäuscht. Zu nennen sind die Inflationsraten auf den Vorstufen, dort auch die Kernpreisentwicklungen, und die wöchentlichen Arbeitsmarktindikationen. Zwar liegen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe noch immer auf einem sehr niedrigen Niveau, vier Wochen mit Anstiegen in Folge kamen jedoch überraschend. ... mehr

Bund Future - Erwartete Trading Range: 159.89-160.91
Helaba Floor Research - Bonds - 16.01.2018
Zum Wochenauftakt stand der feste Euro bzw. die Schwäche des US- Dollars im Fokus der Anleger. Während die Gemeinschaftswährung von zunehmenden Spekulationen auf eine straffere Geldpolitik profitiert, gerät die US- Valuta von mehreren Seiten unter Druck. Die nach der Steuerreform vorprogrammierte höhere Staatsverschuldung und der kontinuierlich steigende Yuan-Kurs lassen für den Greenback nichts Gutes erwarten. ... mehr

DAX: Im Bann des Euro
IG Markets Research - Marktberichte - 16.01.2018
16.01.2018 – 07:20 Uhr (Werbemitteilung): Der Euro setzt seine Aufwärtsbewegung fort und sorgt bei den Anlegern hierzulande zunehmend für Sorgenfalten. Zwar ist die Gemeinschaftswährung nach der jüngsten Kletterpartie reif für eine Korrektur, eine weiter anhaltende Euro-Stärke könnte für den deutschen Leitindex zu einem ernsten Problem werden. ... mehr

Buchtipp

Faszination Devisen
Die Gewinn- möglichkeiten mit Devisen sind enorm. Nie zuvor war es für den Privatanleger einfacher und lukrativer, mit den Kursschwankungen und Trends von Wechselkursen eigenständig und ohne hohe Gebühren Geld zu verdienen. ...weiter

Broker

Anzeige eToro - Trading-Verluste können Ihre Einlagen übersteigen. Beachten Sie die Risikoaufklärung auf der Seite des Brokers!

Sponsor

Anzeigen

<