Kolumnen & Analysen Märkte

DAX: Startschuss für neue Rallye?!
Stefan Böhm - Indizes - 05.07.2014

Nach der Zinssenkung im letzten Monat hielt die EZB auf ihrer Sitzung am Donnerstag die Zinsen unverändert bei 0,15 Prozent. Alles andere wäre auch eine faustdicke Überraschung gewesen. Auch die Pressekonferenz brachte keine neuen Erkenntnisse. Damit ist klar, dass grundlegende Änderungen der Geldpolitik auf absehbare Zeit nicht zu erwarten sind. Neue Regeln gibt es dagegen ab 2015. Dann wird sich der EZB-Rat nur noch alle sechs statt wie bisher alle vier Wochen treffen. Zudem werden wie in den USA dann auch die Sitzungsprotokolle veröffentlicht. Das wird die Transparenz ab Januar 2015 weiter erhöhen.

Gute US-Jobdaten beflügeln

Schon am Mittwoch signalisierte der Bericht des privaten Instituts ADP, dass sich der US-Arbeitsmarkt weiter verbessert. Heute kam mit einem guten Arbeitsmarktbericht dann auch die offizielle Bestätigung. Die US-Wirtschaft hat mit 288.000 neuen Jobs deutlich mehr Stellen geschaffen, als erwartet. Dieses sehr positive Signal schürte jedoch sogleich neue Ängste, dass die US-Notenbank ihre lockere Geldpolitik womöglich doch eher als bislang erwartet einschränken könnte. Wir glauben jedoch nicht, dass sich die US-Notenbanker von einer isolierten Zahl von ihrem Konzept des Tapering abbringen lassen. Ob die US-Zinsen erst zur Jahresmitte 2015, oder womöglich doch ein paar Wochen eher wieder angehoben werden, steht freilich auf einem anderen Blatt. Doch auch dann werden die Zinsen noch eine Zeit lang vergleichsweise niedrig bleiben. Noch wichtiger: eine Anhebung der US-Zinsen würde eine Normalisierung der US-Wirtschaft signalisieren. Niemand kann ernsthaft erwarten und Interesse daran haben, dass sich die Geldpolitik dauerhaft im Ausnahmezustand bewegt. Doch wie gesagt, so weit sind wir im Moment noch nicht.

Fazit

Die Aktienmärkte haben positiv auf die heutige Datenflut reagiert, am Devisenmarkt war der US-Dollar gefragt. Vor allem die deutschen Exporteure wird dies freuen. Für den DAX und die Aktien aus der Eurozone bleiben die Aussichten damit weiterhin gut. Ob der DAX die 10.000 Punkte nun auch dauerhaft überwinden kann, muss sich allerdings erst noch zeigen. Aus charttechnischer Sicht wäre ein Schlusskurs über dem bisherigen Hoch bei 10.050 Punkten nötig, um von einem signifikanten Break ausgehen zu können.

Erfolgreiche Investments wünscht
Ihr Stefan Böhm
Chefredakteur DaxVestor
www.dax-vestor.de

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