Kolumnen & Analysen Märkte

Tagesausblick Renten/Devisen: US-Zahlen dominieren in der zweiten Wochenhälfte
Helaba Floor Research - Forex - 12.02.2018

In den letzten Wochen zeigten sich die Rentenmärkte in einer schwachen Verfassung, denn zum einen sind die Inflationserwartungen der Marktteilnehmer sowohl hierzulande als auch in den USA gestiegen, zum anderen wurden in diesem Zusammenhang auch die Zinserwartungen insbesondere für die US-Notenbank erhöht. Drei Zinserhöhungen in diesem Jahr werden inzwischen weitgehend eskomptiert. Im Herbst 2017 war dies nicht der Fall. Hintergrund der Entwicklungen sind robuste konjunkturelle Datenveröffentlichungen und - ungeachtet der jüngsten Rücksetzer - erhöhte Ölnotierungen. In den USA kommt ein inflationstreibender Effekt der Dollarschwäche hinzu. In der neuen Woche werden diese gestiegenen Erwartungen nun überprüft, denn die Daten zur US-Preisentwicklung im abgelaufenen Monat stehen zur Veröffentlichung an. Im Monatsvergleich dürfte sich der Preisauftrieb zwar beschleunigt haben, bei der Jahresinflationsrate wirkt jedoch ein kräftiger Basiseffekt dämpfend, sodass diese möglicherweise niedriger ausfällt als im Dezember. Insofern ist fraglich, ob der Rentenmarkt von diesen Entwicklungen nochmals deutlich belastet wird. Vermutlich ist die Entwicklung der Kernverbraucherpreise – wie sooft – der entscheidende Faktor. Mittelfristig sehen wir hierbei den Trend zu einer steigenden Jahresveränderungsrate, sodass die Fed mit den avisierten, graduellen Zinserhöhungen fortfahren kann. Für den Monat Januar aber sehen wir weder positives noch negatives Überraschungspotenzial gegenüber der Konsensschätzung.

Bund-Future: Risikoaversion stützt



Deutsche Staatsanleihen haben ihren Status als sicheren Hafen zunächst ausspielen und zulegen können. Der richtungsweisende Bund-Future stieg im Hoch auf 158,65, gab später aber im Zuge sich erholender Aktienmärkte wieder nach. Solange die Risikoaversion erhöht ist, bleibt der Markt unterstützt. Technisch ist der seit Dezember bestehende Abwärtstrend intakt. Die Widerstandslinie rückt aber näher. Sie verläuft heute bei 159,19. Weitere Hürden sind knapp darüber um 159,30 zu finden. Eine erste Unterstützung ist am jüngsten Tief bei 157,26 zu finden.

Euro stabilisiert sich



Ungeachtet der Tatsache, dass sich der Euro im frühen asiatischen Handel stabilisieren konnte, bleibt er von technischer Seite angeschlagen. So richten sich die Oszillatoren und der ADX gen Süden. Unterhalb des 38,2 %-Retracements des Dezember-Aufwärtstrends bei 1,2224 könnte sich die Korrektur der letzten Tage aber erneut verstärken. Die nächsten Haltemarken lokalisieren wir bei 1,2165 und an der 55-Taglinie bei 1,2054. Auf eine Hürde trifft der Euro bei 1,2323/33. Darüber dürfte Aufwärtspotenzial bis 1,2406/34 entstehen.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de



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