Kolumnen & Analysen Märkte

Wochenbarometer Devisenmärkte - 06. KW 2018
HSH Nordbank Research - Forex - 09.02.2018

Aktienmärkte stoppen EUR-Aufwertung und stärken USD. JPY im Gleichschritt mit Dow Jones. GBP: BoE und Brexit-Gespräche.

EUR/USD: Das Leitwährungspaar EUR/USD notiert aktuell bei 1,2250 und somit mit 1,29 % leicht schwächer zur Vorwoche. Die Kurskorrektur auf den weltweiten Aktienmärkten (u.a am Montag Dow Jones -4,6 %, Hang Seng -1,1 %) hat EUR/USD insgesamt mit einer Seitwärtsbewegung beantwortet. Historisch gesehen lösen starke Kursverluste tendenziell Dollar-Fluchtbewegungen aus. Gemessen am US-Dollar-Index waren diese auch bemerkbar, wie der Sprung von 88,5 auf über 89,5 Indexpunkte am Montag (05.02.) verdeutlicht. Halten die Aktienmarktturbulenzen weiter an, sollte dies dem Dollar kurzfristig in die Hände spielen, vor allem im historischen Kontext: So stieg der Dollar-Index alleine im Monat nach der Lehman-Insolvenz alleine von 77 auf über 84 Indexpunkte. Auch der Wechselkurs EUR/USD reflektierte diese Dollar-Unterstützung und fiel zwischenzeitlich am Dienstag (06.02.) unter die Marke von 1,2325. Die temporären Kursverluste wurden von vielen Marktteilnehmern jedoch als Kaufsignale gewertet („Buy the Dip“). Die Bewegung ist somit exemplarisch für den Kursverlauf von EUR/USD in 2018. Nahezu jedes Anzeichen von Euro-Schwäche wird als Kaufgelegenheit wahrgenommen. Die Flucht in Dollar als Krisenwährung fiel insgesamt moderat aus. Fundamentalfaktoren und politische Elemente spielten für den EUR/USD Kursverlauf kaum eine Rolle. Sowohl die Auftragseingänge der deutschen Industrie im Dezember (7,2 % YoY) als auch die deutsche Industrieproduktion (6,5 % YoY) hatten kaum Einfluss. Die lang ersehnte Koalitionseinigung zwischen Union und SPD (07.02.) ging sogar mit EUR/USD-Verlusten einher. Kurzfristig werden die Aktienmärkte den Wechselkursverlauf weiter mitbestimmen. Eine Markterholung sollte fundamentale Faktoren, u.a. den HVPI für Deutschland am 14.02., in der kommenden Woche wieder in den Fokus rücken.

EUR/GBP: Das Pfund schwächt sich gegenüber dem Euro weiter ab, EUR/GBP liegt aktuell bei 0,8820. Nachdem das Pfund im Januar stark aufwerte (EUR/GBP ging bis auf 0,87 zurück), scheint diese-Stärke vorerst gebrochen. Am heutigen Donnerstag gibt die BoE ihre erste Zinsentscheidung in 2018 bekannt. Es sind keine Änderungen der geldpolitischen Agenda zu erwarten. Für Überraschungen könnte der ebenfalls am gleichen Tag veröffentlichte Inflations-Report sorgen, der mit Details zur Preisentwicklung und Zinspolitik der BoE aufwartet. Kursrelevant könnten darüber hinaus die Brexit-Gespräche werden, bei denen es unter anderem die Übergangsphase zum echten Brexit geht. Am Freitag (09.02.) geht diese Verhandlungsrunde zuende.

USD/JPY: Vor dem Hintergrund der globalen Aktienmarktturbulenzen wertete der Yen gegenüber dem US-Dollar auf und reagierte somit in gewohnter Weise auf die höhere Risikoaversion. USD/JPY liegt gegenwärtig bei 109,60. Seit dem Amtsantritt von Shinzo Abe im Dezember 2012 weist USD/JPY eine hohe Korrelation mit den US-Aktienmärkten auf. Zudem hängt die Kursentwicklung von USD/JPY von der Leitzinserwartung und vom Zinszyklus in den USA ab. Noch wird eine Zinsanhebung im März erwartet, was den Yen tendenziell schwächen sollte. Am Dienstag (14.02.) veröffentlicht Japan die BIP-Wachstumsraten für das vierte Quartal 2017.

Redaktionsschluss: 08.02.2018

Autor: Marius Schad, HSH-Nordbank



Hinweise
Der Marktkommentar ist ein Auszug aus dem wöchenlich erscheinenden Wochenbarometer für die Renten- und Devisenmärkte der HSH Nordbank. Den vollständigen Bericht und weitere Publikationen erhalten Sie auf unternehmerpositionen.de und HSH-Nordbank.de
Bitte beachten Sie die Hinweise und den Disclaimer auf HSH-Nordbank.de und in den jeweiligen Publikationen.

Disclaimer
Die in dieser Publikation enthaltenen Marktinformationen sind zu allgemeinen Informationszwecken erstellt worden und ausschließlich zur Information bestimmt. Sie ersetzen weder eigene Marktrecherchen noch sonstige rechtliche, steuerliche oder finanzielle Information oder Beratung. Es handelt sich bei dieser Publikation um eine Information im Sinne des § 63 Absatz 6 WpHG bzw. Artikel 24 Absatz 3 der Richtlinie 65/2014/EU. Diese Publikation enthält keine Anlagestrategieempfehlungen oder Anlageempfehlungen (Finanzanalysen) im Sinne des § 2 Absatz 9 Nummer 5 WpHG bzw. des Artikel 3 Absatz 1 Nummer 34 und Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014. Sie steht deshalb nicht im Einklang mit den Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen und unterliegt keinem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.
Die HSH Nordbank AG weist darauf hin, dass die dargestellten Marktinformationen nur für Anleger mit eigener wirtschaftlicher Erfahrung, die die Risiken und Chancen des/der hier dargestellten Marktes/Märkte abschätzen können und sich umfassend aus verschiedenen Quellen informieren, bestimmt sind. Die in dieser Publikation enthaltenen Aussagen und Angaben basieren auf Informationen, die die HSH Nordbank AG gründlich recherchiert bzw. aus allgemein zugänglichen, von der HSH Nordbank AG nicht überprüfbaren Quellen, die sie für verlässlich erachtet, bezogen hat: Die HSH Nordbank AG hält die verwendeten Quellen zwar für verlässlich, kann deren Zuverlässigkeit jedoch nicht mit letzter Gewissheit überprüfen. Die einzelnen Informationen aus diesen Quellen konnten nur auf Plausibilität überprüft werden, eine Kontrolle der sachlichen Richtigkeit fand nicht statt. Zudem enthält diese Publikation Schätzungen und Prognosen, die auf zahlreichen Annahmen und subjektiven Bewertungen sowohl der HSH Nordbank AG als auch anderer Quellen beruhen und lediglich unverbindliche Auffassungen über Märkte und Produkte zum Zeitpunkt der Herausgabe darstellen. Trotz sorgfältiger Bearbeitung übernehmen die HSH Nordbank AG und ihre Mitarbeiter und Organe keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit der bereitgestellten Informationen und Prognosen.
Dieses Dokument kann nur gemäß den gesetzlichen Bestimmungen in den jeweiligen Ländern verteilt werden, und Personen, die im Besitz dieses Dokuments sind, sollten sich über die anwendbaren lokalen Bestimmungen informieren. Diese Unterlagen enthalten nicht alle für wirtschaftlich bedeutende Entscheidungen wesentliche Angaben und können von Informationen und Einschätzungen anderer Quellen/Marktteilnehmer abweichen. Weder die HSH Nordbank AG noch ihre Organe oder Mitarbeiter können für Verluste haftbar gemacht werden, die durch die Nutzung dieser Publikation oder ihrer Inhalte oder sonst im Zusammenhang mit dieser Publikation entstanden sind. Die HSH Nordbank AG weist darauf hin, dass die Verbreitung der vorliegenden Materialien nicht zulässig ist. Schäden, die der HSH Nordbank AG aus der unerlaubten Verbreitung dieser Materialien entstehen, hat der Verbreitende in voller Höhe zu ersetzen. Von Ansprüchen Dritter, die auf der unerlaubten Verbreitung dieser Materialien beruhen, und damit im Zusammenhang stehenden Rechtsverteidigungskosten hat er die HSH Nordbank AG freizuhalten. Dies gilt insbesondere auch für die Verbreitung dieser Publikation oder von Informationen daraus an U.S. Personen oder Personen in Großbritannien. Die HSH Nordbank unterliegt der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn sowie der Europäischen Zentralbank, Sonnemannstraße 20, 60314 Frankfurt am Main.

Aktuelle Kolumnen & Analysen

DOW JONES - Entscheidende Marke voraus!
Admiral Markets - Indizes - 24.02.2018
(Markt-)Technische Analyse des Dow Jones-Index DJI30 CFD innerhalb der Handelswoche 08.2018 Der große Aufwärtstrend im Dow-Jones (siehe kobaltblauer diagonaler Linienverlauf) ist mit Überschreitung der 25.300 intakt und befindet sich derzeit in einer untergeordneten Bewegungsphase in Richtung des Hochs bei 25.440. ... mehr

Grüner Fisher: Werden Korrekturen wirklich immer heftiger?
Börse Frankfurt - Indizes - 23.02.2018
23. Februar 2018. FRANKFURT (Grüner Fisher). Hilfe, Korrektur! Wenn die Volatilität zuschlägt, prasseln negative Schlagzeilen von allen Seiten auf die Anleger ein. Möglichst große Zahlen, mit einem dicken Minus versehen, ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Es gilt, diese vermeintlich großen Zahlen in den korrekten Kontext zu setzen. ... mehr

Anleihen: Zinsanstieg legt Pause ein
Börse Frankfurt - Bonds - 23.02.2018
23. Februar 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach vielen Wochen rückläufiger Anleihekurse und anziehender Zinsen ist der Markt in dieser Woche von einer gegenläufigen Bewegung geprägt. "Der Zinsanstieg hier und in den USA scheint erst einmal ausgebremst", stellt Arthur Brunner von der ICF Bank fest. Zwar sei es klar, dass die Zeit der ultralockeren Geldpolitik vorbei sei, eine "krasse" Zinswende werde aber nicht erwartet. ... mehr

4x Report: US-Aktien in ruhigerem Fahrwasser – Walmart, Tokai Carbon und Bouygues im Fokus – Gazprom gefragt
Börse Stuttgart - Marktberichte - 23.02.2018
An den amerikanischen Aktienmärkten könnte diese Woche das Motto lauten: „Wie gewonnen, so zerronnen“, resümierte Marc Pusch von der Baader Bank AG in Stuttgart. Gegenüber der Vorwoche notieren die Indizes leicht im Minus. Die Aktien von Walmart (WKN: 860853) standen in dieser Woche im Mittelpunkt des Geschehens. ... mehr

Euwax Trends: Chance vertan - Dax tritt zum Wochenausklang auf der Stelle - TV Sternchen lässt Snapkurs abstürzen
Börse Stuttgart - Marktberichte - 23.02.2018
Zum Abschluss der Zitterwoche sucht der Dax die Richtung und pendelt um den Schlusskurs vom Donnerstag. Rückenwind kommt von der Börse an der Wall Street. VW legt Eckdaten zum Schlussquartal vor Wichtig heute neben vereinzelten Bilanzen, wie z.B. Volkswagen, auch die Zahlen zum deutschen Wirtschaftswachstum und die europäischen Inflationsdaten. Die US-Börsen hatten am Donnerstag keine gemeinsame Richtung gefunden. ... mehr

Halvers Woche: Zeigt Inflation wieder ihre hässliche Fratze?
Börse Frankfurt - Indizes - 23.02.2018
23. Februar 2018. MÜNCHEN (Baader Bank). Die Happy Hour am Kapitalmarkt - so die Angst vieler Anleger - scheint vorbei zu sein, dafür aber sein Untergang nah. Denn die Inflation werde nach einer gefühlten Ewigkeit wieder sprießen wie Unkraut im Frühling. Und dann würde das Ungemach beginnen. Denn steigt die Teuerung, steigen auch die Zinsen. Schließlich wollen Anleger einen Inflationsausgleich haben. ... mehr

Halvers Kapitalmarkt-Monitor: Über Bella Italia lacht die Sonne, über die Romanische Schuldenunion die ganze Finanz-Welt
R. Halver I Baader Markets - Indizes - 23.02.2018
Italien als drittgrößte Volkswirtschaft in der Eurozone ist Euro-systemrelevant. Sollte Italien also im Rahmen der Nationalwahlen am 4. März Euro-kritisch wählen, würde die politische Euro-Krise wiederauferstehen. Ein Euro-Austritt ist im Wahlkampf jedoch in den Hintergrund getreten. Der wirtschaftlich schmerzhafte Scheidungsprozess der Briten von der EU wirkt wohl abschreckend, zumal ein Austritt aus der Eurozone noch fatalere Auswirkungen hätte. ... mehr

Wochenbarometer Devisenmärkte - 08. KW 2018
HSH Nordbank Research - Forex - 23.02.2018
Dollar-Erholung auf breiter Flur schwächt EUR und JPY. GBP im Aufwind trotz Brexit-Sorgen. EUR/USD: Der Euro verlor gegenüber dem US-Dollar deutlich an Boden und notiert gegenwärtig bei 1,2270 US-Dollar. Die Dollar-Erholung wird auf einer breiten Front getragen. So konnte der Dollar-Index sein Sechs-Monat-Tief bei 88,14 verlassen und die Marke von 90 Zählern zurückerobern. ... mehr

Wochenbarometer Rentenmärkte - 08. KW 2018
HSH Nordbank Research - Bonds - 23.02.2018
Die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen blieben nahezu unverändert zur Vorwoche und liegen aktuell bei 0,73 % (Vorwoche 0,75 %). Ihre US-amerikanischen Pendants verteidigten ihr Mehrjahreshoch aus der Vorwoche und rentieren gegenwärtig bei 2,93 %. Während die konjunkturellen Indikatoren auf beiden Seiten des Atlantiks unterschiedlich ausfielen, sollte die Italien-Wahl am ersten März-Wochenende allmählich in den Fokus des Anleihemarkts rücken. ... mehr

DAX scheitert zunächst am Widerstand – Wall Street sendet positives Signal
CMC Markets - Marktberichte - 23.02.2018
Das wichtige Signal des gestrigen Handelstages an der Wall Street war, dass es zwar wie am Dienstag und Mittwoch auch erneut Verkäufe gegeben hat, die Käufer aber den Großteil der zuvor aufgelaufenen Gewinne gegen dieses Verkaufsaufkommen verteidigen konnten. Das ist ein bullisches Signal, welches auch die vorbörsliche Indikation für die Wall Street gut aussehen lässt. ... mehr

Buchtipp

Faszination Devisen
Die Gewinn- möglichkeiten mit Devisen sind enorm. Nie zuvor war es für den Privatanleger einfacher und lukrativer, mit den Kursschwankungen und Trends von Wechselkursen eigenständig und ohne hohe Gebühren Geld zu verdienen. ...weiter

Broker

Anzeige eToro - Trading-Verluste können Ihre Einlagen übersteigen. Beachten Sie die Risikoaufklärung auf der Seite des Brokers!

Sponsor

Anzeigen

<