Kolumnen & Analysen Märkte

Tagesausblick Renten/Devisen: Können Fed-Redner die Märkte beruhigen?
Helaba Floor Research - Forex - 07.02.2018

„So wenig Grund für schlaflose Nächte gab es lange nicht.“ Dies sagte die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen auf ihrer letzten Pressekonferenz im Dezember. Damit hat sie das Problem für ihren Nachfolger bereits beschrieben: Es kann kaum besser werden sondern eher schlechter. Und gleich am ersten Tag der Amtszeit von Jerome Powell ist es an den internationalen Aktienmärkten zu massiven Kursverlusten gekommen. Als Hauptgrund werden Sorgen vor einer restriktiven US-Geldpolitik angeführt. Mit dem Anstieg der Stundenlöhne und den hohen Ölpreisen sind die Inflationserwartungen nach oben geschnellt. Inzwischen haben sie mit etwa 2,48 % (5Y5Y) das höchste Niveau seit November 2016 erreicht. Dass die US-Notenbank die Abfolge der Zinsschritte erhöht, wie teilweise befürchtet wird, darf bezweifelt werden. Letztlich werden die Währungshüter in einem Umfeld hoher Marktvolatilität nicht zusätzlich für Unsicherheit sorgen. Die Mehrheit der FOMC-Vertreter hat jüngst ihre Ansicht bekräftigt, dass in diesem Jahr drei Schritte angemessen sind. In diesem Zusammenhang sei auf die heute anstehenden Reden mehrerer Fed-Vertreter verwiesen. Vielleicht sorgen sie für eine Beruhigung. Das konjunkturelle Bild ist indes robust, worauf die zuletzt veröffentlichten Stimmungsumfragen hingewiesen haben. Dies gilt auch für die europäischen Volkswirtschaften. Neben den Stimmungsindikatoren ist die realwirtschaftliche Situation erfolgsversprechend. Heute steht die deutsche Industrieproduktion zur Veröffentlichung an. Marktteilnehmer halten einen Rückgang für wahrscheinlich, nachdem es im Vormonat zu einem überraschend deutlichen Anstieg gekommen ist. Die Entwicklung der Pkw-Produktion spricht dem nicht entgegen. Eine negative Überraschung gegenüber der Konsensschätzung von -0,6 % VM zeichnet sich aber nicht ab, zumal der Auftragseingang zuletzt überraschend deutlich gestiegen ist.

Bund-Future: Risikoaversion stützt



Die hohe Risikoaversion, die unter anderem in sehr schwachen Aktienmärkten und hohen Volatilitätskennziffern zum Ausdruck kommt, weckt das Interesse an Anleihen bester Bonität. Entsprechend ist die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen auf 0,69 % gesunken, nachdem am Vortag bei 0,77 % das höchste Niveau seit Anfang September 2015 markiert wurde. Der Bund-Future erholt sich von seinen Verlusten, die er seit Mitte Dezember erlitten hat. Noch handelt es sich um eine Korrektur, denn der Abwärtstrendkanal ist intakt. Die Widerstandslinie verläuft heute bei 159,54. Weitere Hürden lokalisieren wir bei 159,66/69 und 161,13. Die erste Unterstützung ist am jüngsten Tief bei 157,62 zu finden. Trading-Range: 158,50 – 159,70.

Euro: Aufwärtstrend rückt näher



Die sehr starken Auftragseingänge der deutschen Industrie (+3,8 % VM, +7,2 % VJ) stützten den Euro, die Gewinne hielten sich aber in Grenzen. Die charttechnische Beurteilung auf Tagesbasis bleibt wie gestern konstruktiv, jedoch nehmen die Risiken zu. Der DMI steht im Kauf und der Stochastic weist auf die überkaufte Marktsituation hin. Erwähnt werden muss hier, dass der MACD jüngst ein Verkaufssignal generiert hat und der ADX abflacht, wenn auch auf hohem Niveau. Der Dezember-Aufwärtstrendkanal ist aber intakt, sodass es sich bislang nur um eine Korrektur handelt. Auf der Oberseite lokalisieren wir erste Hürden bei 1,2434 und 1,2518/22. Als wichtige Haltemarke machen wir die Unterstützungslinie des Trendkanals aus. Diese verläuft heute bei 1,2303. Die heutigen Datenveröffentlichungen dürften dem Währungspaar keine signifikanten Impulse geben. Trading-Range: 1,2310 – 1,2430.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de



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