Kolumnen & Analysen Märkte

Tagesausblick Renten/Devisen: Rücken- oder Gegenwind für die EZB?
Helaba Floor Research - Forex - 30.01.2018

Das Augenmerk der Finanzmarktakteure richtet sich heute hauptsächlich auf die Datenveröffentlichungen und Rede-Beiträge in der Eurozone und hierbei stellt sich die Frage, ob es eher Rückenwind für die zögerliche kommunikative Anpassung und die äußerst langsame Wende in der Geldpolitik oder Gegenwind für Mario Draghi gibt. Die Kritiker der noch für längere Zeit ultra-locker erwarteten Geldpolitik dürften sich durch robuste Wachstumszahlen zum Ende des letzten Jahres unterstützt sehen. Die Konsensschätzungen sehen einen Zuwachs von 0,7 % VQ in Spanien und 0,6 % VQ auf Ebene der Eurozone. Vor dem Hintergrund der starken Stimmungswerte sowohl in der Industrie als auch des Dienstleistungsgewerbes sollte die Erwartung einer ähnlich hohen Dynamik wie im dritten Quartal 2017 realistisch sein. Die Null- und Negativzinspolitik sowie das QE-Programm dürften einmal mehr als obsolet erscheinen. Erst gestern war das niederländische EZB-Ratsmitglied K. Knot zu vernehmen gewesen, der die EZB auf ein QE-Ende im Herbst zusteuern sieht. Noch sei es aber nicht nötig, dies zu kommunizieren. Bei einer Rede von Y. Mersch ist heute wohl ebenfalls damit zu rechnen, dass es Signale für einen schnelleren Ausstieg aus dem QE nach September geben wird. Die Perspektiven der europäischen Geldpolitik sind eng verbunden mit der Inflationsentwicklung, worauf auch EZB-Chefvolkswirt jüngst P. Praet verwies. Bisher ist diese verhalten und es ist von Interesse, ob sich im Januar Verbesserungen im Sinne der EZB eingestellt haben. Die Gesamtinflation wird dabei jedoch durch die Euro-Aufwertung gedämpft, sodass die Entwicklung der Kernteuerung ein hohes Maß an Aufmerksamkeit zukommt. Eine leichte Beschleunigung scheint möglich und mittelfristig sollte ein steigender Trend etabliert werden. Per saldo besteht somit Potenzial für Gegenwind.

In den USA richtet sich der Fokus auf das Verbrauchervertrauen des Conference Boards. Die Indikationen vonseiten der bisherigen Stimmungsbarometer sind uneinheitlich und entsprechend sind die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. Konjunkturelle Zweifel sollten aber nicht aufkommen.

Bund-Future: Weiterhin unter Druck



Der Future hat sich zu Beginn der neuen Woche weiter abgeschwächt und im Tief bei 158,66 notiert. Die Renditen steigen und diejenigen der 5-jährigen Bundesanleihen haben erstmals seit Dezember 2015 die 0%-Marke überwunden. Das technische Bild des Futures bleibt getrübt, nur die überverkaufte Marktlage lässt auf eine nachlassende Abwärtsdynamik schließen. Trading-Range: 158,50 – 159,60.

Euro legt Verschnaufpause ein



Im Vorfeld der Fed-Entscheidung gab der Euro gestern ab und notierte im Tief bei 1,2337. Das charttechnische Bild ist aber noch als konstruktiv zu beurteilen, denn die Trendfolger stehen auf Kauf. RSI und Stochastic aber drehen im überkauften Bereich gen Süden. In den kommenden Tagen ist es mithin möglich, dass es zu einem Test der Unterstützungen bei 1,2323, bei 1,2293 und bei 1,2263 kommt. Weitere Unterstützungen lokalisieren wir am Tief von Mitte Januar bei 1,2165. Widerstände bestehen bei 1,2494 und am Dreijahreshoch bei 1,2537. Darüber ist der Weg frei bis 1,2570 oder 1,2600. Abzuwarten bleibt, ob der FOMC-Zinsbeschluss zu weiteren Verlusten führen oder der Euro seine Rally fortsetzen wird. Auf fundamentaler Seite rechnen wir heute nicht mit signifikanten Impulsen für das Währungspaar. Trading-Range: 1,2300 – 1,2537.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de



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