Kolumnen & Analysen Märkte

Bund Future - Erwartete Trading Range: 161.18-162.28
Helaba Floor Research - Bonds - 08.01.2018

Trading Range: 161.18-162.28
Tendenz knapp behaupte


Zum Jahreswechsel präsentiert sich der US- Arbeitsmarkt in robuster Verfassung. Obwohl außerhalb der Landwirtschaft nicht ganz so viele Stellen wie erwartet geschaffen wurden, verharrte die Arbeitslosenquote bei 4.1 %. Die lange von der Notenbank herbeigesehnte Lohndynamik gewinnt dagegen mit einem Anstieg von 0.3 % und einer Jahresrate von 2.5 % an Fahrt. Im Markt eingepreiste Zinserwartungen wurden allerdings nicht weiter forciert. Die Stimmungseintrübung im Dienstleistungssektor wurde durch höhere Auftragseingänge in der Industrie aufgefangen.

In der Eurozone ist auch weiterhin kein Inflationsdruck erkennbar. Die Kernteuerung verharrt unter einem Prozent, Erwartungen an eine straffere Geldpolitik bleiben verhalten. Entsprechend legten die Aktienkurse am letzten Handelstag der ersten Börsenwoche des neuen Jahres nochmals kräftig zu.

Der Nachfrage nach Staatsanleihen tat dies allerdings keinen Abbruch.

Bundesanleihen taten sich angesichts zunehmender Risikobereitschaft schwer und verzeichneten am Ende moderate Kursverluste. Mit zunehmender Laufzeit fielen die Abschläge bei dünnen Umsätzen größer aus. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln weitete sich auf 83 BP aus. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0.79 %) und Belgien (0.65 %) hielten ihren Abstand zu Bunds.

Anleihen der EU- Peripherie rücken nach schwierigem Jahresauftakt wieder ins Visier der Investoren. Die inzwischen ausgesprochen attraktiven Renditeniveaus bieten echte Alternativen zu Anlagen in den Kernländern. Der Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer (1.99 %), spanischer (1.50 %) und portugiesischer Bonds (1.90 %) verringerte sich gegenüber vergleichbaren um 2, 3 bzw.1 BP.

Am US- Bondmarkt sind die Renditen trotz nur durchwachsener Konjunkturdaten weiter gestiegen. Das höhere Handelsbilanzdefizit (-50.5 Mrd. USD), der ISM- Index aus dem Servicesektor (55.9 nach 57.4) und die Auftragseingänge in der Industrie (1.3 %) konnten nach dem Arbeitsmarktbericht kaum neue Impulse setzen. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries verharrte bei 52 BP. Aus Fernost liefern US- Treasuries wegen des erneuten Feiertages in Japan keine Vorgaben. Die anderen asiatischen Aktienbörsen tendieren überwiegend freundlich.



Bund- (161.62) und Bobl- Kontrakt (131.65) verloren 6 bzw. 4 Stellen, der Schatz (111.945) ging 2 Ticks niedriger aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg auf 0.44 %, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen weitete sich unmerklich auf 104.5 BP aus. 10-jährige US- Treasuries rentieren 2 BP höher bei 2.48 %. Der Euro gibt auf 1.202 Dollar nach, der Preis für das Barrel Öl fällt auf 61.5 Dollar.

In dieser Woche richtet sich Aufmerksamkeit auf die Schnellschätzung zum Wachstum des vergangenen Jahres in Deutschland. Zuvor dürften Auftragseingänge bei der Industrie (-1 %/7.6 %) und Produktionszahlen für November (1.6 %/3.8 %) den positiven Gesamteindruck untermauern.

In der Eurozone stehen heute Wirtschaftsvertrauen (115), Industrievertrauen (8.5) sowie das Sentix-Investorenvertrauen (31.1) auf der Agenda. Im Wochenverlauf werden Arbeitslosenquote und Industrieproduktion auf nur geringes Interesse stoßen.

In den Vereinigten Staaten dürfte die Hoffnung auf anziehende Teuerungsraten erneut einen Dämpfer erhalten. Import-, Erzeuger- und besonders Verbraucherpreise sollten keinen verstärkten Inflationsdruck anzeigen. Einzelhandelsumsätze für Dezember liefern Hinweise auf das Konsumverhalten vor den Feiertagen.

Am Primärmarkt geht es mit Volldampf in die zweite Börsenwoche. Am Dienstag versteigert Österreich 10-und 30-jährige RAGBs im Volumen von 1.5 Mrd. Euro sowie die Niederlande 6-jährige DSL im Volumen von 2 Mrd. Euro. Die Finanzagentur des Bundes tritt erstmals in diesem Jahr mit einer neuen 10-jährigen Bundesanleihe im Volumen von 5 Mrd. Euro am Mittwoch in Erscheinung. In der zweiten Wochenhälfte ist dann das italienische Schatzamt am Zug.

Portugal steht in den Startlöchern mit einer 10-jährigen Anleihe im Volumen von 3 Mrd. Euro, das Königreich Belgien wird ebenfalls einen 10-jährigen Bond syndizieren. Finnland wird dagegen im 5-jährigen Segment mit 3 Mrd. Euro erwartet. Großbritannien bietet 10- und 20-jährige Gilts im Volumen von jeweils 2.25 Mrd. GBP an, das amerikanische Schatzamt versteigert 3-, 10- und 30-jährige Papiere.

Technik:



Der Bund-Future setzte seine Konsolidierung fort und schloss (161.62) 6 Stellen unter Vortagsniveau. Im Vergleich zur Vorwoche notiert der Kontrakt nahezu unverändert. Die Indikatoren im Tageschart sind weiter negativ zu werten. Auf Wochensicht ist bisher keine Wende zum Besseren erkennbar.

Unterstützungen liegen bei 161.50/46 (Tief v.05.01./ 29.12.), 161.20/18 (Tief v.02./03.01.), 160.98 (38.2 %-Retracement von 148.23 bis 168.86), 160.80 (Hoch v.25.10.), 160.64 (Trend), 160.53 (Tief v. 26.10.) und 160.26 (Tief v. 25.10.).

Widerstände sehen wir bei 161.86/87 (Hoch v. 29.12./05.01.), 161.93 (Tief v. 30.11.), 162.15 (Tief v.19.12.), 162.28 (Hoch v.28.12.), 162.37 (Hoch v. 27.12.) und 162.48 (Hoch v. 20.12.).

Unterstützungen 161.46 161.18 160.98
Widerstände 161.87 162.15 162.37


Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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