Kolumnen & Analysen Märkte

Tagesausblick Renten/Devisen: US-Stundenlöhne und EWU-Kerninflation im Fokus
Helaba Floor Research - Forex - 05.01.2018

Die US-Leitzinserwartungen steigen zwar seit Wochen an, noch immer sind aber nur zwei Zinsschritte in diesem Jahr vollständig eskomptiert. Ein Dritter wird jedoch seitens der Fed avisiert. Insofern werden die Marktteilnehmer stark auf die US-Lohnentwicklung achten, ein wichtiger Einflussfaktor für die Inflation. Zuletzt hatten die Fed-Vertreter laut FOMC-Protokoll ihre Vermutung geäußert, dass der enger werdende Arbeitsmarkt zu Lohnsteigerungen führen würde. Bislang ist ein deutlicher Lohnschub nicht zu erkennen gewesen. So hat sich die Zuwachsrate im Vorjahresvergleich im Verlauf des Jahres auf ein Tief bei 2,3 % abgeschwächt und wird zum Jahresende wie im November bei 2,5 % erwartet. Es gilt aber zu beachten, dass ein monatlicher Anstieg von erwarteten 0,3 % eine robuste Entwicklung signalisieren würde. Auf ein Jahr hochgerechnet wäre das ein deutliches Plus von 3,7 %. Grund zu reduzierten Zinserwartungen sollte es per saldo nicht geben, denn auch die Beschäftigungsentwicklung wird mit knapp unter 200 Tsd. solide erwartet und die Arbeitslosenquote sollte auf niedrigem Niveau verharren. Darüber hinaus sollte der ISM-Index des Nicht-Verarbeitenden Gewerbes auf die anhaltend gute konjunkturelle Dynamik hinweisen. Die Indikationen vonseiten regionaler Serviceumfragen, der Verbrauchererwartungen und des ISM-Industrieindexes fallen zwar gemischt aus, Zweifel an der Wachstumsperspektive kommen aber insgesamt nicht auf.



In der Eurozone richtet sich der Blick auf die Schnellschätzungen der Inflationsraten im abgelaufenen Monat. Die Gesamtrate wird leicht schwächer erwartet, was nach den vorläufigen deutschen und spanischen Preiszahlen realistisch erscheint. Wichtiger ist inzwischen aber die Entwicklung der Kernteuerung. Die deutschen Daten deuten auf einen Anstieg der EWU-Kernteuerung hin. Im Hinblick auf die EZB würden damit die jüngsten Spekulationen am Leben erhalten. Da aber heute erst die italienischen und französischen Werte veröffentlicht werden, ergibt sich ein erhöhtes Prognoserisiko.

Rentenmarkt: Umfeld bleibt schwierig



Der Future hat sich stabilisiert, das Abwärtsrisiko bleibt aber erhöht, denn robuste Konjunkturzahlen haben Erwartungen untermauert, dass die EZB das Anleihekaufprogramm in diesem Jahr beenden kann. Vom heute anstehenden US-Arbeitsmarkt ist auch keine Unterstützung zu erwarten, denn wir halten einen Anstieg der Stundenlöhne von 0,3% VM für möglich. Sollte das jüngste Tief bei 161,18 unterschritten werden, entstünde Potenzial bis 160,26. Erste Widerstände lokalisieren wir bei 161,82/86 und 162,37. Trading-Range: 161,18 – 162,37.

Euro unter Einfluss der US-Lohnentwicklung



Der Euro kann sich oberhalb der Marke von 1,20 gut behaupten. Insofern bleibt der US-Dollar in der Defensive – trotzt beschlossener Steuerreform, gut laufender Konjunktur und gradueller Leitzinserhöhungen. Die Zinsfantasien sind in den letzten Wochen und Monaten zwar gestiegen, allerdings liegen sie noch immer unterhalb der Leitzinsprojektionen der FOMC-Mitglieder. Zu einer Anpassung wird es wohl erst bei zunehmendem Preisdruck kommen. Insofern ist bei dem heute anstehenden Arbeitsmarkt zu schauen, ob die Vollbeschäftigung allmählich zu einem Anstieg der Löhne beiträgt – so wie es viele FOMC-Mitglieder erwarten. Die Arbeitslosenquote und die Zahl der neugeschaffenen Stellen spielen an den Devisenmärkten wohl nur eine untergeordnete Rolle. Insgesamt sollte der Euro von den Arbeitsmarktdaten keinen Profit schlagen. Von technischer Seite ist entscheidend, ob das Jahreshoch bei 1,2092 überwunden werden kann. Die Indikatoren im Tages- und Wochenchart sind mehrheitlich positiv zu werten, sodass von dieser Seite ein erneuter Test möglich erscheint. Entscheidende Unterstützungen zeigen sich um 1,2000 und bei 1,1960. Trading-Range: 1,1960 – 1,2090.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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