Kolumnen & Analysen

Tagesausblick Renten/Devisen: Erhöhte US-Inflationserwartungen auf dem Prüfstand
Helaba Floor Research - Forex - 14.02.2018

Die Marktteilnehmer werden ihr Hauptaugenmerk am frühen Nachmittag wohl auf die Veröffentlichungen in den USA richten. Verbraucherpreise und Einzelhandelsumsätze sind im Hinblick auf die Geldpolitik der Fed zu beobachten, denn seit Dezember ist es in den USA zu einem deutlichen Anstieg der Inflationserwartungen gekommen, was den Rentenmarkt massiv belastet hat. Insofern stellt sich die Frage, ob die heutigen Zahlen nochmals Impulse in diese Richtung geben können. Einen wichtigen Einfluss haben dabei die Energiepreise. Im Januar kam es zu einem deutlichen Anstieg der Benzinpreise und so sollte der Preisanstieg im Vormonatsvergleich höher ausfallen als zuletzt. Jedoch gab es auch im Januar 2017 ein kräftiges Plus gegenüber dem Vormonat und der damit einhergehende Basiseffekt wird dafür sorgen, dass die Jahresteuerungsrate gedämpft wird. Die Februarpreiszahlen dürften hingegen ungeachtet der jüngsten Rücksetzer bei den Rohölnotierungen noch nach oben gezogen werden. Wesentlich zum heutigen Marktsentiment werden die Kernverbraucherpreise beitragen. Mittelfristig rechnen wir mit einem Trend zu höheren Teuerungsraten, es ist aber keine ausgemachte Sache, dass dies bereits mit den Januarwerten deutlich wird. Bei den Einzelhandelsumsätzen sind zwei gegenläufige Einflussfaktoren zu beachten. Zum einen belastet der rückläufige Pkw-Absatz, zum anderen werden höhere Benzinpreise zu einer Steigerung der Umsätze an den Tankstellen beitragen. Abseits dieser Kategorien sollten die Umsätze angesichts der robusten Arbeitsmarktlage und der freundlichen Verbraucherstimmung solide zugelegt haben.

Bei den heutigen Datenveröffentlichungen stehen zunächst jedoch die Wachstumszahlen des vierten Quartals in Deutschland und der Eurozone im Fokus. Die Konsensschätzungen belaufen sich jeweils auf 0,6 % und damit auf dem Niveau der ersten bereits veröffentlichten Indikationen. Starken Einfluss auf die Zinserwartungen in Europa dürften die Zahlen somit nicht haben.

Bund-Future erholt sich



Die Erholung am Rentenmarkt setzte sich gestern fort. Dadurch hellt sich die technische Situation auf, die Kursrisiken bleiben aber bestehen. So ist der seit November zu beobachtende Abwärtstrend intakt und die Widerstandslinie verläuft bei 158,91. Zudem steht der DMI im Verkauf. Der MACD hat zwar gedreht, aber noch kein Kaufsignal geliefert. Haltemarken machen wir um 157,60 sowie am Kontrakttief bei 157,26 aus. Wegen der US-Vorgaben ist mit einer freundlichen Eröffnung zu rechnen. Trading-Range: 157,20 – 159,30.

EUR-USD: Rückenwind durch die US-Inflation?



Der Euro hat sich den zweiten Tag in Folge gefestigt und mit Tageshöchstkursen bei 1,2392 wichtige Widerstände überwunden. Fundamentale Daten haben dabei eine untergeordnete Rolle gespielt. Dies wird sich heute mit den anstehenden US-Preiszahlen ändern. Sollten Inflationserwartungen nicht weiter geschürt werden, könnte der Euro weiter zulegen und die Widerstände 1,2405 und 1,2433 ins Visier nehmen. Erste Unterstützungen sehen wir bei 1,2335 und um 1,2300. Trading-Range: 1,2300 – 1,2433.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de



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