Kolumnen & Analysen

Tagesausblick Renten/Devisen: PMIs, ifo-Index und US-Auftragseingang im Blick
Helaba Floor Research - Forex - 20.11.2017

Jüngst haben europäische Datenveröffentlichungen der Realwirtschaft positiv überrascht und die die starken Stimmungswerte der letzten Monate bestätigt. Zu nennen ist beispielweise das deutsche BIP-Wachstum, das im Sommer vorläufigen Daten zufolge bei 0,8 % gg. VQ lag. In dieser Woche stehen die Detailschätzungen dazu an, die mit Interesse verfolgt werden. Am Gesamtwachstum dürfte sich aber kaum etwas ändern. Im Mittelpunkt des Interesses dürften daher Stimmungsindikatoren des laufenden Monats sein. Hierbei sind der ifo-Geschäftsklimaindex aber auch die Vorabschätzungen der Einkaufsmanagerindizes in Deutschland, Frankreich und der Eurozone zu erwähnen. In Frankreich steht zudem mit dem INSEE-Geschäftsklima ebenfalls der nationale Index im Kalender. Die Vorgaben vonseiten der Umfragen unter Finanzmarktteilnehmern sind freundlich, insbesondere weil die Lageeinschätzungen nochmals deutlich besser ausfielen. Bezüglich des ifo-Geschäftsklimas und des deutschen PMIs sind aber die rekordhohen Niveaus der Vormonate ins Kalkül zu ziehen, eine weitere deutliche Befestigung der Indikatoren ist daher nicht wahrscheinlich. Zudem könnte sich der seit Februar gestiegene reale Euro-Außenwert mittelfristig als Belastungsfaktor herausstellen. Ungeachtet dessen ist das Wachstumsszenario robust und mit Blick auf die EZB-Geldpolitik sollten die Erwartungen eines Auslaufens des QEs im Herbst 2018 nicht geschmälert werden. Diverse Reden von EZB-Ratsmitgliedern dürften daran nichts ändern.

Bund-Future: Chartbild ambivalent



Nach anfänglichen Verlusten startete der Bund-Future robust ins Wochenende. Auf Wochensicht fällt die Bundesrendite um 4 Bp. auf 0,37 % und verzeichnet damit den stärksten Rückgang seit der letzten EZB-Sitzung Ende Oktober. Das Chartbild ist ambivalent. Der Stochastic versucht zwar nach oben zu drehen, jedoch steht der MACD weiterhin auf Verkauf. Zudem lassen das schwache Kursmomentum und der niedrige ADX keine schnelle, nachhaltige Erholung erwarten. Unterstützungen finden sich bei 162,38/24. Die nächsten Widerstände sind bei 163,43 und 163,63 zu lokalisieren.



Euro politisch belastet



Der Euro hat sich zunächst oberhalb der 100-Tagelinie bei 1,1743 halten können, Meldungen über das Scheitern der Jamaika-Sondierungen sorgten heute Nacht aber für Abgabedruck und der Euro notierte im Tief bei 1,1720. Wenig Einfluss hatten Äußerungen von EZB-Präsident Draghi, der auf die Notwendigkeit einer fortgesetzt lockeren Geldpolitik hinwies. Die Erholung der Inflation sei ohne konjunkturfördernde Geldpolitik noch nicht selbsttragend. Heute treten neben Draghi noch weitere EZB-Vertreter ans Rednerpult. Der Einfluss auf die Zinserwartungen scheint aber begrenzt zu sein. Demgegenüber könnten Unsicherheiten über die politische Zukunft in Deutschland den Euro im Tagesverlauf weiter schwächen. Die nächsten Unterstützungen sind bei 1,1678 und 1,1636 zu finden, Widerstände lokalisieren wir bei 1,1821 und 1,1860.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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Brexit weiterhin im Fokus von EUR/GBP
HSH Nordbank Research - Forex - 14.12.2017
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