Kolumnen & Analysen

Anleihen: Es geht seitwärts
Börse Frankfurt - Bonds - 17.11.2017

17. November 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die deutliche Korrektur am Aktienmarkt in dieser Woche hat auch im Anleihemarkt ihre Spuren hinterlassen: "Es war abermals eine recht turbulente Woche mit starken Schwankungen, gerade auch bei Hybridanleihen", berichtet Arthur Brunner von der ICF Bank. Bis einschließlich Mittwoch war "raus aus dem Risiko" angesagt, am gestrigen Donnerstag hat sich die Lage aber wieder entspannt. "Die Anleihemärkte laufen im Moment mit den Aktienmärkten mit", fasst der Händler zusammen.

Auf Wochensicht hat sich der Euro-Bund-Future aber kaum verändert: Am Freitagmittag liegt der Indikator bei 162,60 Punkten nach 162,78 vor einer Woche. Zehnjährige Bundesanleihen werfen 0,38 Prozent ab nach 0,39 Prozent vergangenen Freitag. Der DAX, der Anfang des Monats noch ein Allzeithoch von 13.525,56 Punkten erreicht hatte, rutschte diese Woche zwischenzeitlich unter 12.900 Zähler, jetzt sind es wieder 13.046 Punkte.

Hoch und runter bei Venezuela-Bonds



Größtes Thema bleibt Venezuela, das Land ist pleite, vor zwei Wochen wurde die Umschuldung der Auslandskredite angekündigt. Seitdem herrscht Chaos. "Es ist eine Berg- und Talfahrt bei den Anleihen", erklärt Rainer Petz von Oddo Seydler. So wurde die umsatzstarke, bis 2027 laufende Anleihe mit Kupon von 9,25 Prozent (WKN 195081) zwischen 23 und 30 Prozent gehandelt, am Freitagmorgen sind es 28 Prozent.

Die Nachrichtenlage ist verwirrend: Am Dienstag hieß es, dass Kuponzahlungen für zwei auf US-Dollar lautende Anleihen nicht fristgerecht geleistet wurden, die Ratingagentur S&P stellte einen Zahlungsausfall fest. Am Mittwoch wurde dann gemeldet, dass Zinszahlungen auf die bis 2027 laufende Anleihe des staatlichen Ölkonzerns PDVSA gezahlt wurden. Zudem teilte das russische Finanzministerium am Mittwoch mit, dass mit der Regierung von Präsident Nicolas Maduro eine Umschuldung vereinbart wurde. In den kommenden sechs Jahren müsse Venezuela nur minimale Zahlungen an Russland leisten.

"Auf die Meldung der Zinszahlung sind die Anleihen von PDVSA (WKN A1ZBN3, A0NRTC, A0NRHT) gestiegen", berichtet Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank.

Griechenland will "normaler" Schuldner werden



Die griechische Regierung hat unterdessen einen Bond-Swap gestartet: 20 Anleihen, die 2012 ausgegeben wurden und von privaten Investoren gehalten werden, werden in fünf neue Anleihen mit festen Kupons zwischen 3,5 und 4,2 Prozent und Laufzeiten von 2023, 2028, 2033, 2037 und 2042 getauscht. Ziel der Aktion: Die Liquidität soll steigen. "Im Handel hat sich das nicht bemerkbar gemacht", berichtet Daniel.

Darüber hinaus soll es bis August 2018 zwei oder drei weitere Emissionen des Landes über 6 Milliarden Euro geben, um mit deren Erlös zusammen mit dem Rettungsfonds ESM einen Finanzpuffer von 15 Milliarden Euro aufzubauen, wie Klaus Stopp von der Baader Bank berichtet. "Dies alles soll der Beruhigung der Finanzmärkte und der künftigen Normalisierung der Kapitalbeschaffung dienen."

Zwischenzeitlich risikoscheu



Mit den deutlichen Rücksetzern am Aktienmarkt gerieten auch Hybridanleihen zwischenzeitlich unter Druck, wie Daniel meldet. "Das war dann aber auch schnell wieder vorbei."

Brunner berichtet von starken Schwankungen in Hybridanleihen von VW. Kursverluste bei einer Anleihe der Baywa (WKN A2GSM1) wurden schnell für Käufe genutzt. "Wenn institutionelle Investoren aussteigen, greifen private zu." Weiter gut nachgefragt bleibt dem Händler zufolge die Nullkuponanleihe der Europäischen Investitionsbank EIB in türkischen Lira (WKN A0N19L). Ebenfalls beliebt ist die Anleihe des Anbieters von mobilen Mikrokrediten Ferratum Capital Germany. "Hier lockt der hohe Kupon von 8 Prozent bei einer Restlaufzeit von knapp einem Jahr." Die Anleihe wird aktuell schon zu 105,25 Prozent gehandelt, was eine Rendite von 2,42 Prozent entspricht.

Leicht unter Reoffer gehandelt werden die neuen BASF-Anleihen, wie Petz berichtet. "Wir sehen nicht viel Umsatz." Die eine Tranche (WKN A2GSGH) bietet einen Kupon von 0,875 Prozent bei einer Laufzeit bis 2027, die andere (WKN A2GSGJ) 1,625 Prozent bei einer Laufzeit bis 2037. Dazu hat BASF noch einen Floater (WKN A2GSGK) begeben.

Von: Anna-Maria Borse
17. November 2017, © Deutsche Börse AG

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