Kolumnen & Analysen

Wochenbarometer Devisenmärkte - 46. KW 2017
HSH Nordbank Research - Forex - 17.11.2017

EUR steigt nach BIP-Zahlen deutlich. GBP kommt unter Druck. JPY festigt sich leicht. CHF mit Verlusten.

Die Euro-Rallye hat in den vergangenen Tagen neue Fahrt aufgenommen. Die Gemeinschaftswährung zeigte sich beflügelt von euphorischen Konjunkturdaten aus Europa und schickte den US-Dollar auf Talfahrt. EUR/USD konnte in der Folge die Kursverluste, die sich seit der Oktober-Sitzung der EZB einstellten, fast vollständig egalisieren. In der Spitze notierte EUR/USD bei 1,1850, ging jedoch im Wochenverlauf auf gegenwärtig 1,1760 zurück. Bis Anfang der Woche lag der Fokus der Marktteilnehmer noch auf den Verhandlungen zur Steuerreform in den USA, bei der jedoch noch viel Uneinigkeit zwischen Kongress und Weißem Haus herrscht. Den positiven PPI- (2,4 % YoY) und CPI-Daten (2 % YoY) der USA Mitte der Woche standen die positiven BIP-Daten für das dritte Quartal 2017 der Eurozone (0,6 %) und insbesondere Deutschlands (0,8 %) gegenüber. Diese gaben dem Währungspaar nachhaltigen Auftrieb.

EUR/GBP stieg in der vergangenen Berichtswoche um 1,3 % an und durchbrach am Mittwoch kurzzeitig die Kursmarke von 0,90. Die Inflationsdynamik im Vereinigten Königreich blieb auch im Oktober auf einem hohen Niveau (3,0 %YoY). Jedoch sollten erst bei mehrmonatiger Stabilisierung der Inflation im Bereich von 3,0 % Zinsspekulationen bei der BoE erlaubt sein. Der Brexit bleibt das dominierende Thema. Ende letzter Woche war das Pfund noch von zuversichtlichen Äußerungen des Brexit-Verhandlungsführers Michel Barnier gestärkt worden, der auf Fortschritte der Verhandlungen hinwies. Klare Aussagen der britischen Regierung bezüglich der Austrittszahlungen würden zusätzliche Hoffnungen auf den Beginn der nächsten Verhandlungsphase im Dezember machen. Das Misstrauensvotum von 40 Parlamentsmitgliedern der Konservativen Partei gegen Premierministerin Theresa May ist nur eines der Anzeichen dafür, dass das Vertrauen in die Premierministerin, die Herausforderungen der Brexitgespräche zu meistern, innerparteilich bröckelt.

USD/JPY notiert aktuell bei 113,07. Gegenüber der Vorwoche ist der Kurs damit um 0,4 % gesunken. Die inzwischen beendete Asienreise von US-Präsident Donald Trump hatte zumindest kurzfristig keinen Einfluss auf den Nordkorea-Konflikt und das Devisenpaar. Unter der Woche attestierten nicht nur die annualisierten BIP-Daten (1,4 %), sondern auch die gestiegenen Produzentenpreise im Oktober (3,4 % YoY) der japanischen Wirtschaft ein noch immer positives Wachstumsumfeld. Die Exportquote der japanischen Wirtschaft wird am 20.11. erwartet und könnte die bis dato positiven Konjunkturzahlen zusätzlich unterstützen. Auch die Geschehnisse der geplanten Steuerreform in den USA sollten weiterhin mit Interesse verfolgt werden, da bis Jahresfrist eine Verabschiedung geplant ist.

EUR/CHF notiert derzeit bei 1,1673 und ist im Vergleich zur Vorwoche um 0,8 % gestiegen. Verantwortlich für die Aufwertung des Euros gegenüber dem Schweizer Franken waren vor allem die starken Konjunkturdaten der Eurozone: Das BIP stieg im 3. Quartal um 2,5 % (YoY), was dem Aufwärtstrend des Euros gegenüber dem Franken zu neuen Impulsen verhalf.

Redaktionsschluss: 16.11.2017

Autor: Marius Schade, HSH-Nordbank

Hinweis
Der Marktkommentar ist ein Auszug aus dem wöchenlich erscheinenden Wochenbarometer für die Renten- und Devisenmärkte der HSH Nordbank. Den vollständigen Bericht und weitere Publikationen erhalten Sie auf unternehmerpositionen.de und HSH-Nordbank.de

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