Kolumnen & Analysen Devisen

Wochenanalyse: EUR/USD bearish, ein genauerer Blick auf die NFPs fördert Potential für Risk Off zu Tage
Jens Klatt I FXCM - Forex - 07.07.2014

(DailyFX.de) – Der EUR/USD hat mir den Gefallen getan, sich tatsächlich an meiner letzten Wochenanalyse „Herr, es werde Volatilität...“ zu orientieren. Bei etwas genauerer Betrachtung muss man sich in meinen Augen nun die Frage stellen, ob dieser Abprall am 1,37er Level auf USD-Stärke zurückzuführen ist oder dort nicht noch etwas mehr ist...

So wurden die Non Farm Payrolls am Donnerstag zwar mit 288.000 neu-geschaffenen Stellen ausgegeben und somit auf dem höchsten Stand seit März 2012. Bei genauerem Hinsehen stellt man jedoch fest, dass die Juni Vollzeit-Stellen um mehr als eine halbe Million stellen fielen, die Teilzeit-Jobs hingegen um 800.000 Stellen anstiegen, welches wiederum den höchsten Anstieg seit 1993 bedeutet.

Vor diesem Hintergrund ist es dann auch kaum überraschend, dass der Reallohn zum zweiten Mal in Folge nicht angestiegen ist...

Zwar dauert es derzeit noch ein wenig, bis diese kritische Entwicklung an die Oberfläche gelangt und besonders die Medien, abgelenkt von Fußball-Weltmeisterschaft und einem Dow Jones, der das erste Mal in seiner 130-jährigen Geschichte über 17.000 Punkte gestiegen ist, diese realisieren.

Doch der „heiße“ Spät-Sommer und Herbst hat in meinen Augen eine gute Chance eben ein solcher zu werden. Für den EUR/USD resultiert hieraus tatsächlich bearishes Potential, was im ersten Moment widersprüchlich anmutet. Doch der USD ist historisch der erste Hafen, welcher in Zeiten eines Risk Offs und aufkeimender Unsicherheit angesteuert wird, wie folgende Grafik eindrucksvoll zeigt:



In Kombination mit einer weiter sich eher expansiv präsentierenden EZB, welche in Person von Mario Draghi am Donnerstag darauf verwies, dass die im Juni verkündeten Maßnahmen bspw. in Form von TLTROs Zeit benötigen, um ihre positive Entwicklung entfalten zu können besteht ausgehend hiervon bearishes Potential für den Euro und wohl nur eine Frage der Zeit, wann wir neue Jahres-Tiefststände und einen Bruch der 1,35er Marke zu sehen bekommen.

Bevor es jedoch zu diesem bearishen Verlauf im EUR/USD kommt, benötigt es weiter Volatilität und einem Anstieg dieser, von welcher allerdings auch in den kommenden Wochen wenig zu sehen sein dürfte, die Sommer-Ferienzeit wirft schlicht ihre Schatten voraus.

Wirtschaftsdatentechnisch ist der Kalender in der kommenden Woche dünn befüllt, große Schwankungen ausgehend von rhetorischen Überraschungen besonders im FED Sitzungsprotokoll sind nicht zu erwarten:


Quelle: DailyFX Wirtschaftsdatenkalender

Ausgehend vom Abprall an der 1,37er Marke ist technisch davon auszugehen, dass der EUR/USD einen Versuch unternehmen dürfte die Region um 1,3500 USD anzulaufen, signifikante Breaks aber ausbleiben sollten (es fehlt eben schlicht ein wirtschaftsdatentechnischer Katalysator, Volatilität und Volumen...).

Auf der Oberseite ist das Potential weiter auf 1,3700 beschränkt.


Quelle: Chart erstellt mit FXCMs Trading Station II / Marketscope

Für den eher bearishen Verlauf und Re-Test der 1,35er Region spricht auch die Entwicklung im Speculative Sentiment Index (SSI) von FXCM. Dieser favorisiert besonders nach der EZB und den NFPs am Donnerstag mit einer Aufstockung offener Long-Positionen um 14,2% bei einer gleichzeitigen Reduktion offener Short-Positionen um 14,0% eine Fortführung der Abwärtsstruktur ausgehend vom 1,37er Level.


Quelle: Speculative Sentiment Index – nähere Infos: http://bit.ly/1lCetta

Analyse geschrieben von Jens Klatt, Chefanalyst von DailyFX.de
Um Jens Klatt zu kontaktieren, sende man eine E-Mail an jklatt[at]fxcm.de
Folgen Sie Jens Klatt auf Twitter: @JensKlattFX


Über den Autor
Jens Klatt arbeitet als Marktanalyst bei DailyFX.de. Klatt ist seit über sieben Jahren in der Finanzbranche tätig. Er erlernte den Börsenhandel von der Pike auf bei einem großen Börsenmakler und wechselte dann an einen Eigenhandelsdesk. Dort handelte er Futures, vornehmlich auf den DAX, EuroFX und das Britische Pfund. Den Devisenhandel favorisiert er aufgrund seiner schönen und klaren Strukturen und betrachtet ein striktes Risk-Managment beim Trading seines eigenen Kontos als unabdingbar für den langfristigen Erfolg.

Aktuelle Kolumnen & Analysen

Marktstimmung: "Eine Korrektur nach Wunsch"
Börse Frankfurt - Indizes - 24.05.2017
24. Mai 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Man konnte geradezu ein Aufatmen vieler Marktteilnehmer wahrnehmen, als der DAX in der vergangenen Woche endlich zu einer deutlicheren Korrektur nach unten angesetzt hatte. Gemessen am kurz zuvor erreichten Allzeithoch sah dieser Rücksetzer, der sich im Wesentlichen auf zwei Handelstage verteilte, recht attraktiv aus. Zumindest für diejenigen, die tatsächlich am Extrempunkt verkauft hatten, ergab sich zwischenzeitlich eine Reaktion von 2,7 Prozent. Allerdings dürften die meisten Akteure bereits deutlich früher eine Absicherungs- bzw. Shortposition eingegangen sein. ... mehr

Devisen: Euro bleibt im Vorteil
Börse Frankfurt - Indizes - 24.05.2017
24. Mai 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die politische Entspannung nach der Wahl des pro-europäischen französischen Präsidenten Macron verbunden mit der Aufnahme einer Sonderermittlung zu möglichen Absprachen zwischen Russland und dem Trump-Wahlkampfteam im vergangenen Jahr sorgen unter anderem für eine Verschiebung an den Devisenmärkten. Der US-Dollar gab auf Monatssicht zur Gemeinschaftswährung deutlich nach, aktuell kostet ein Euro 1,12 US-Dollar. Seit Jahresbeginn gewann der Euro gegenüber dem Greenback gut 7,6 Prozent hinzu. ... mehr

DAX schwankt ins Wochenende – Wall Street will, aber kann nicht
CMC Markets - Marktberichte - 24.05.2017
Die Akteure am deutschen Aktienmarkt haben heute bis auf einige Schwankungen nichts erlebt. Kurz vor Schluss des Handels steht der DAX wieder da, wo er am Morgen gestartet war. Die Luft scheint trotz sehr robuster Wirtschaftsdaten erst einmal raus, das Warten auf neue Impulse hat begonnen. Die Wall Street sorgt erneut für Spannung, da der Ausbruch auf ein neues Allzeithoch versucht wird. Wie in den vergangenen Tagen ging dem Markt aber nach gut einer Stunde die Luft aus und es erfolgte erneut ein Rücksetzer. ... mehr

Euwax Trends: Dax kommt vor dem Feiertag nicht in Fahrt - Deutsche Konsumenten in Kauflaune wie lange nicht
Börse Stuttgart - Marktberichte - 24.05.2017
Vor dem Feiertag halten sich Anleger am deutschen Aktienmarkt zurück. Zwar wird an Christi Himmelfahrt gehandelt, aber erfahrungsgemäß sind die Umsätze eher mau. Der Dax tritt trotz gutem GfK Index auf der Stelle Marktbericht Auf der Unternehmensseite steht die Hauptversammlung von Grammer im Fokus, bei der ein Showdown zwischen Management und der Investorenfamilie Hastor bevorsteht. Auf der Konjunkturseite dürfte eine Rede von EZB-Chef Mario Draghi in Madrid bei einer Konferenz zur Finanzstabilität der Bank von Spanien Beachtung finden. ... mehr

EUR/USD: Das Währungspaar hat im Augenblick einen echten Lauf
Admiral Markets - Forex - 24.05.2017
Der EUR/USD bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,1100/1,1085. Er notierte damit deutlich über dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Bereits am vergangenen Mittwoch stieg der EUR/USD an und konnte sich über die 1,1100 schieben. Am Donnerstag gab es zwar einen kleineren Rücksetzer, der bis in den Bereich der 1,1074 ging. Allerdings konnte sich der EUR/USD hier stabilisieren und am Freitag weiter ansteigen. Am späteren Freitagabend gelang es ihm, die 1,1200 zu überqueren und sich in diesem Bereich festzusetzen. Der Wochenschluss lag bei 1,1206. ... mehr

DAX impulslos seitwärts – Böses Erwachen nach Bitcoin-Explosion?
CMC Markets - Marktberichte - 24.05.2017
Während sich die Aktienmärkte in diesen Tagen eher seitwärts bewegen, explodiert die Internet-Währung Bitcoin regelrecht. Wie am Ende des Neuen Marktes oder des Anstiegs des Goldpreises auf über 1.900 Dollar werden jetzt erneut Anleger auf den schnell fahrenden Zug aufspringen, die von Gier gelockt, aber nicht von Vernunft geleitet werden. Am Ende wird es wohl auch hier ein böses Erwachen geben. Was die Aktienmärkte angeht, sind weiterhin Kapitalumschichtungen im großen Stil von den Vereinigten Staaten zurück nach Europa zu beobachten. ... mehr

Analyse: Großwetterlage vor dem langen Wochenende
RoboForex I B. Wachsmann - Indizes - 24.05.2017
Bevor es für deutsche Anleger in das lange Wochenende geht lohnt es sich in der Regel vorher nochmal eine Bestandsaufnahme zu machen, um die freien bzw. volatilitätsarmen Tage für Anpassungen oder Justierungen am eigenen Depot vorzunehmen und sich auf gewisse Szenarien vorzubereiten. Dies ist auch deshalb möglich, weil am Brückentag vor dem Wochenende in der Regel keine nennenswerten Bewegungen zu erwarten sind. Daher wollen wir in dieser Ausgabe einen kurzen Überblick über die wichtigsten Märkte und deren aktuelle Verfassung werfen. ... mehr

Aktienmärkte: Positive Konjunkturdaten sorgen für Rückenwind
Helaba Floor Research - Indizes - 24.05.2017
Aktienmarkt Im Vergleich mit dem Vortag, hat der DAX gestern seine Handelsrange minimal ausgeweitet. Unter dem Strich war ein kleines Kursplus in Höhe von 0,31 % auf 12.659 Punkte zu verzeichnen. Darüber hinaus konnte festgestellt werden, dass die Konsolidierung bzw. die Richtungssuche des deutschen Aktienmarktes anhält, dies obwohl die Konjunkturdaten besser als erwartet ausgefallen waren. Der Anschlag von Manchester hatte gestern hingegen keinen Markteinfluss. Die Anteilsscheine von E.ON (+3,88 %) führten die DAX-Gewinnerliste vor ThyssenKrupp (+2,57 %) an, während Vonovia mit einem Abschlag von 0,95 % Inhaber der roten Laterne waren. Heute wird der DAX kaum verändert in den Handel starten. ... mehr

Bund Future - Erwartete Trading Range: 160.47-161.47
Helaba Floor Research - Bonds - 24.05.2017
Trading Range: 160.47-161.47 Tendenz leichter Einkaufsmanager des verarbeitenden Gewerbes und aus dem Dienstleistungssektor der größten Volkswirtschaften im Euroraum liefern uneinheitliche Vorhaben, die unter dem Strich aber für eine anhaltend robuste konjunkturelle Entwicklung sprechen. Ein ähnlich positives Konjunkturszenario zeichnet das Ifo- Geschäftsklima (114.6 nach 113), das auf den höchsten Wert seit Anfang 1991 gestiegen ist. Die gute Stimmung in deutschen Unternehmen, getragen gleichermaßen von Lagebeurteilung (123.2 nach 121.4) und Erwartungshaltung (106.5 nach 105.2), lässt auf ein starkes Wachstum im 2. Quartal hoffen. ... mehr

Fixed Income Daily - Die Konjunkturperspektiven in der Eurozone sind freundlich
Helaba Floor Research - Bonds - 24.05.2017
Philly-Fed-Präsident Harker sieht Zinserhöhung im Juni eindeutig als Möglichkeit. EZB: Cœuré sieht weiterhin keine Zinserhöhungen vor Ende des QEs. Die Konjunkturperspektiven in der Eurozone sind freundlich. Darauf haben die gestern veröffentlichten Frühindikatoren hingewiesen. Der ifo-Geschäftsklimaindex legte den vierten Monat in Folge zu und erreichte mit einem Wert von 114,6 Punkten den höchsten Stand seit Anfang 1991. Auch die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes fielen robust aus. In Frankreich, Deutschland und der Eurozone legten die Composite-Indizes, die das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor umfassen, erneut zu. ... mehr

Buchtipp

Faszination Devisen
Die Gewinn- möglichkeiten mit Devisen sind enorm. Nie zuvor war es für den Privatanleger einfacher und lukrativer, mit den Kursschwankungen und Trends von Wechselkursen eigenständig und ohne hohe Gebühren Geld zu verdienen. ...weiter

Broker

Anzeige eToro - Trading-Verluste können Ihre Einlagen übersteigen. Beachten Sie die Risikoaufklärung auf der Seite des Brokers!

Sponsor

Anzeigen

<