Kolumnen & Analysen Devisen

Bund Future: Erwartete Trading Range: 145.85-146.92
Helaba Floor Research - Bonds - 04.07.2014

Trading Range: 145.85-146.92
Tendenz: behauptet


Die EZB nimmt wie erwartet nach dem im Vormonat beschlossenen Maßnahmenpaket eine abwartende Haltung ein, signalisiert aber weiter Handlungsbereitschaft. Über den konditionierten Tender (LTRO) wird sie Banken in jedem der kommenden acht Quartale bis zu 1000 Mrd. Euro an Liquidität zur Verfügung stellen. Für den Fall, dass die Mittel nicht zweckgebunden zur Vergabe neuer Kredite eingesetzt werden, müssen Banken keinen Strafzins an die EZB zahlen sondern die Mittel nur im September 2016 zurückzahlen. Anleihekäufe plant sie derzeit nicht, werden doch die Banken angesichts der zur Verfügung stehenden Liquidität diese Rolle übernehmen.

Während die Reaktionen auf die Notenbanksitzung eher zu vernachlässigen waren, beflügelten außerordentlich positive US- Arbeitsmarkdaten die Risikobereitschaft an den Märkten. Aktienindizes in den Vereinigten Staaten erklommen neue Rekordstände, im Gegenzug verloren die als sicher angesehenen Staatsanleihen an Boden.

Bundesanleihen bauten die Verluste vom Vortag nochmals aus, konnten sich aber im Handelsverlauf wieder berappeln. Am Ende notierten sie über die gesamte Renditekurve bei steigenden Umsätzen wieder auf Vortagsniveau.

Anleihen aus der EU- Peripherie waren trotz einer nur mäßigen Auktion in Spanien gut gesucht. Die Versteigerung 5- jähriger (Januar 2020) SPGBs (3.65 Mrd. Euro) traf bei einem 1.4fachen Nachfrageüberhang auf nur geringes Interesse. Zusammen mit den 30-jährigen Titeln spülte die Auktion gut 4.5 Mrd. Euro in die Kassen der Iberer. Der Renditeabstand 10- jähriger italienischer (2.84 %), spanischer (2.67 %) und portugiesischer Bonds (3.56 %) ermäßigte sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 6-7 BP. Franzosen (1.72 %) und Belgier (1.71 %) holten gegen Bunds 3 bzw. 4 BP auf. Frankreich besorgte sich problemlos über drei Fälligkeiten (November 2024,Oktober 2027 und Mai 2030) knapp 8.5 Mrd. Euro.

Die Kurse am US-Bondmarkt sind nach guten Arbeitsmarktdaten weiter gefallen. Der Aufbau um 288.000 Stellen sowie der Rückgang der Arbeitslosenquote auf 6.1 % erhöhen den Druck auf die US- Notenbank, die Zinsen möglicherweise doch schon früher als erwartet erhöhen zu müssen. Das unverändert hohe Niveau des ISM- Index (56 nach 56.3) im Servicesektor zeichnet zudem ein intaktes Wachstumsszenario. In Fernost legten die Aktienbörsen zu.

Der Bund- Kontrakt (146.53) verlor 4 Stellen, Bobl (128.06) und Schatz (110.67) gingen 2 Ticks höher bzw. unverändert aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe verharrte bei 1.29 %, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen bei 127 BP. 10-jährige US- Treasuries rentieren 2 ½ BP höher bei 2.64 %. Der Euro verbilligt sich auf 1.361 Dollar, der Preis für das Barrel Öl fällt auf 103.9 Dollar.

Zum Wochenschluss, dem Nationalfeiertag in den Vereinigten Staaten, sind datenseitig kaum Impulse zu erwarten. Von Relevanz sind einzig die deutschen Industrieaufträgeim Mai (-1.1 %/6 %).

Am Primärmarkt sind heute keine Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner geplant. In der kommenden Woche startet die Finanzagentur des Bundes mit 4-jährigen Linkern (1 Mrd. Euro) gefolgt von der Aufstockung 2-jähriger Bundesschatzanweisungen im Volumen von 4 Mrd. Euro. Die Niederlande versteigern 10-jährige Bonds im Volumen von 2.5 Mrd. Euro, Österreich 10-und 30-jährige RAGBs im Volumen von 2 Mrd. Euro. Italien bietet zum Wochenschluss BTPs an.

Das amerikanische Schatzamt versteigert 3-, 10- und 30-jährige Papiere, Großbritannien bietet Gilts mit einer Laufzeit bis 2060 an.

Technik:
Der Bund- Future baute die Verluste des Vortages weiter aus und markierte ein Tagestief bei 145.85. Im Verlauf setzten dann Shorteindeckungen ein und der Kontrakt schloss (146.53) nur noch 4 Stellen unter Vortagsniveau. Der Ausblick im Tageschart bleibt trübe, die Indikatoren sind nach Süden gerichtet. Die nachlassende Schwungkraft und negative Divergenzen im Wochenchart mahnen zudem zur Vorsicht.

Unterstützungen liegen bei 146.30 (Hoch v.24.06.), 146.21 (Tief v. 25.06.), 145.99 (Tief v.24.06.), 145.85 (Tief v. 03.07.), 145.66 (Tief v. 20.06.), 145.41 (38.2 %- Fibonacci von 142.43 bis 147.25) und 145.33 (Wochentrend).

Widerstände sehen wir bei 146.62 (Hoch v. 03.07.), 146.77 (Tief v. 30.06.), 146.92 (Hoch v. 25.06), 147.13 (Hoch v. 30.06.), 147.19/25 (Hoch v.01.07./Allzeithoch) und 147.49 (Trendlinie).

Unterstützungen 146.30 145.99 145.85
Widerstände 146.62 146.92 147.25


Helaba Floor Research
www.helaba.de


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