Kolumnen & Analysen Devisen

Fixed Income Daily - Feiertag in den USA - Ruhiger Wochenausklang am Primärmarkt
Helaba Floor Research - Bonds - 04.07.2014

Cœuré (EZB) erwartet volle Ausnutzung der TLTROs durch starke Banken.
Aktienmärkte in Asien nach guten US-Arbeitsmarktdaten überwiegend freundlich.


Die Europäische Zentralbank ist in Wartestellung. So hat sie die Geldpolitik unverändert gelassen und auf der Pressekonferenz dauerhaft niedrige Leitzinsen sowie ein Anleihekaufprogramm in Aussicht gestellt, sollte dies notwendig werden. Akuten Handlungsbedarf gibt es derzeit aber nicht. Zwar liegt die Jahresteuerungsrate der Eurozone mit 0,5 % im Juni weiterhin deutlich unterhalb des EZB-Ziels von unter aber nahe 2 %, die zuletzt veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes weisen aber auf ein robustes Konjunkturumfeld hin. Die Stimmungswerte liegen – mit Ausnahme Frankreichs – im Expansionsbereich und auf hohen Niveaus. Heute stehen die deutschen Industrieaufträge des Monats Mai zur Veröffentlichung an, die nach dem deutlichen Vormonatsplus schwächer zu erwarten sind. Mit einem Unterschreiten der bei -1,1 % liegenden Konsensschätzung rechnen wir aber nicht. Ansonsten bleibt es auf fundamentaler Seite ruhig, zumal in den USA Independence Day gefeiert wird. Mit Blick auf die nächste Woche stehen ebenfalls keine wichtigen Ereignisse im Kalender, die spürbaren Einfluss auf die US-Zinserwartungen haben könnten. Bereits gestern wurden der Arbeitsmarktbericht und der ISM-Serviceindex veröffentlicht. Aufgrund des sehr robusten Stellenaufbaus und der anhaltend guten Unternehmensstimmung ist es im Wochenverlauf zu einem US-Renditeanstieg gekommen. Im 10-jährigen Bereich gab es Zuwächse von etwa 13 Stellen auf zuletzt 2,64 % und auch das vordere Ende der Renditekurve hat sich erhöht. Unserer Einschätzung nach gibt es aber weiteren Anpassungsbedarf, denn die Zinserhöhungsfantasien sind wenig ausgeprägt. Das von den Fed-Mitglieder für Ende 2015 als angemessen angesehene Leitzinsniveau von 1,125 % (Median) ist in den Geldmarkt-Futures nicht eskomptiert.

Bund-Future: Im Zuge schwächerer Rentenkurse in den USA ist auch der hiesige Markt für Staatsanleihen temporär unter Druck gekommen. Beachtenswert beim Bund-Future ist die Tatsache, dass sich mit Erreichen eines neuen Allzeithochs bei 147,25 eine schwächere Tendenz eingestellt hat. Damit wurde ein Doppeltop ausgebildet, das sich aber erst bei Unterschreiten des Tiefs vom 11. Juni (144,58) zu einer Trendumkehrformation entwickelt. In diesem Fall würden auch der seit März bestehende Aufwärtstrend sowie die 100-Tagelinie unterschritten. Die technischen Risiken nehmen zu. Allerdings sollte ein Bruch der genannten Unterstützungen im Bereich 144,58/69 abgewartet werden, bevor auf eine nachhaltige Trendwende gesetzt wird. Trading-Range: 145,66 – 147,00

Primärmarkt Zum Ende einer ohnehin schon ruhigen Handelswoche am europäischen Primärmarkt bleibt der Kalender heute leer. In den USA stehen feiertagsbedingt (Independence Day) ebenfalls keine Kapitalmarktemissionen und Anleihekäufe der New-York-Fed auf der Agenda. Am europäischen Geldmarkt steht heute Mittag wie gewohnt die Versteigerung dreier Bill-Serien durch das britische Debt Management Office an. Das angestrebte Emissionsvolumen liegt mit 4 Mrd. GBP leicht über dem Niveau der Vorwoche.

Im Rahmen der gestrigen SPGB-Auktion konnte Spanien 4,5 Mrd. EUR an neuen Mitteln aufnehmen. Davon entfielen gut 3,6 Mrd. EUR auf die neu emittierte SPGB Januar 2020. Die Zuteilungsrendite der mit einem Kupon von 1,4 % ausgestatteten Anleihe lag bei 1,57 %. Zudem spülte die Erweiterung der 30-jährigen Benchmark-SPGB weitere knapp 0,9 Mrd. EUR in die spanische Staatskasse. Mit 4,04 % musste das Tesoro den Investoren dafür fast 50 Bp. weniger Rendite bieten als bei der letzten Aufstockung im ultralangen Laufzeitbereich, die Mitte Februar zu 4,52 % erfolgte. Die Nachfrage der Anleger fiel bei Überzeichnungsquoten von 1,39 (SPGB Januar 2020) und 1,82 (SPGB Oktober 2044) robust aus. Inklusive der 4,5 Mrd. EUR aus der gestrigen Auktion addieren sich die 2014 aufgenommenen Finanzierungsmittel des Tesoros im mittel-und langfristigen Anleihesegment auf 94,5 Mrd. EUR. Der Finanzierungsbedarf des laufenden Jahres liegt bei 133,3 Mrd. EUR, mithin konnte Spanien in den ersten gut 6 Monaten bereits 70,8 % der 2014 benötigten Mittel aufnehmen. Erfreulich sind auch die im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunkenen Finanzierungskosten. Lag die durchschnittliche Rendite 10-jähriger SPGBs im ersten Halbjahr 2013 noch bei rund 4,8 %, liegt sie im gleichen Zeitraum 2014 über 150 Bp. tiefer bei knapp 3,25 %. In diesem Zuge haben sich in den ersten beiden Quartalen des laufenden Jahres auch die Risikoprämien für spanische Staatstitel trotz des Anstieges am aktuellen Rand weiter reduziert.

Helaba Floor Research
www.helaba.de


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