Kolumnen & Analysen Devisen

DailyFX: EZB-Sitzung und US-Arbeitsmarkt – Euro droht nächster Schwächeanfall
FXCM Research - Forex - 03.07.2014

Von großen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank ist nach dem vor einem Monat verabschiedeten Maßnahmenpaket heute nicht auszugehen. Umso mehr spielt eine Rolle, wie weit EZB-Präsident Draghi die Türen für zukünftige Schritte in diese Richtung öffnen wird. Mit einer Teuerung von weiterhin nur 0,5% in der Eurozone und den gegenwärtigen Inflationsaussichten wird die EZB die Leitzinsen noch für lange Zeit auf dem aktuellen Niveau beibehalten und auf der Schwelle zu weiteren geldpolitischen Lockerungen stehen bleiben. Dem Risiko einer zu lang anhaltenden Phase niedriger Inflation gilt es weiterhin entgegenzutreten.

Bereits die Ankündigungen Draghis weiterer unkonventioneller Maßnahmen sorgten Anfang Juni für eine Schwäche des Euro, von der sich dieser bis heute nicht erholen konnte. Legt Draghi heute noch einmal nach und äußert erneut die Bereitschaft, zu handeln falls notwendig, bliebe der Druck auf dem Euro bestehen.

Ein zweiter Impuls für das Währungspaar EUR/USD sollte heute vom US-Arbeitsmarktbericht kommen. Während der ISM-Einkaufsmanagerindex der USA für Juni zwar nicht ein beschleunigtes, aber vorhandenes Wachstum im Arbeitsmarkt aufzeigte, so sind die festen ADP-Arbeitsmarktdaten von gestern klar ein positiver Vorbote. Mit 281.000 neugeschaffenen Stellen lagen diese Zahlen des privaten Dienstleisters deutlich über der Erwartung von 205.000 Stellen. Hinsichtlich des schwachen Jahresauftakts der US-Wirtschaft und dem Rückgang im US-BIP von 2,9 Prozent im ersten Quartal würden alle Skeptiker bei sehr positiven US-Arbeitsmarktdaten davon überzeugt, dass der Einbruch der US-Wirtschaft tatsächlich dem kalten Winter und keinen anderen Faktoren geschuldet war.

Im zweiten Quartal sollte die US-Konjunktur die Schwäche des ersten abgeschüttelt haben, weshalb heute eher mit einer positiven Überraschung bei den Arbeitsmarktzahlen zu rechnen ist. Die erwarteten 211.000 Stellen sollten nach oben übertroffen werden.

Die Aussicht auf weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen durch die expansive Rhetorik Draghis in Kombination mit positiven US-Arbeitsmarktzahlen könnte den Euro gegenüber dem US-Dollar heute wieder unter die 1,36 befördern. Das Jahrestief von 1,3476 EUR/USD sollte dann zeitnah wieder angesteuert werden.

Autor: Niall Delventhal, DailyFX

Über den Autor:
Niall Delventhal arbeitet als Markanalyst für DailyFX.de, dem Research-Arm von FXCM. Er ist studierter Betriebswirt (B. Sc.) und ist sehr börsenaffin. Für seine Bachelorarbeit untersuchte er die missbräuchliche Ausnutzung von Marktmacht am Spotmarkt der Strombörse. Als nächste Fortbildung strebt er den CFA, Chartered Financial Analyst, an. In seinen täglichen Online-Seminaren bietet er neben aktuellen Marktnachrichten, Ratschläge und Lehrinformationen rund um das Thema Trading an. Dabei ist er der Ansicht, dass Informationen und Kenntnisse über die Märkte sowie die Risiken zu besitzen und zu beziehen einem keine Erfolge garantieren, aber die Erfolgschancen deutlich erhöhen. Detailliert widmet er sich den Stimmungen an den Märkten. Jeweils zum Wochenbeginn verfasst er den Report „Den großen Spekulanten auf der Spur" und fängt mithilfe der Commitments of Traders Daten primär für FX-Märkte die Positionierung und das Verhalten institutioneller Händler ein.

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