Kolumnen & Analysen Devisen

Fonds: Ungeliebte DAX-Werte
Börse Frankfurt - Indizes - 02.07.2014

Marktbericht vom Handel mit Publikumsfonds

2. Juli 2014. (FRANKFURT) Börse Frankfurt. Die Stimmung ist zwar gut, die Kauflaune aber eingeschränkt. „Negative Faktoren wie zum Beispiel die Ukraine-Krise sind im Juni wieder in den Hintergrund getreten“, erklärt Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank. Allerdings gebe es auch weiter viele Verkäufe – zuletzt vor allem in Fonds mit vielen US-Werten. Betroffen seien etwa der DWS Top Dividende (WKN 984811) und der Carmignac Investissement (WKN A0DP5W). „Das liegt am starken US-Dollar.“ Ende Mai wurden noch fast 1,40 US-Dollar für einen Euro gezahlt, im Juni waren es im Tief nur noch 1,3521 US-Dollar.

Abflüsse aus deutschen Aktienfonds

Trotz Kursrallye: Von Fonds mit deutschen Aktien wollen Anleger nicht viel wissen. Auf den Verkaufslisten stehen bei der Baader Bank der DWS Deutschland (WKN 849096) und der Allianz Nebenwerte Deutschland (WKN 848176), zugegriffen werde hingegen beim Concentra von Allianz Global Investors (WKN 847500). Dass Aktienfonds mit deutschen Dividendentiteln eher abgestoßen werden, bestätigen im Übrigen auch Zahlen des Analyseunternehmens Morningstar: Die zeigen, dass in den vergangenen drei Jahren deutsche Standardwertefonds kontinuierlich Mittelabflüsse hinnehmen mussten, zwischen Juni 2011 und Ende Mai dieses Jahres im Wert von 6,66 Milliarden Euro. Eine eindeutige Erklärung dafür hat Morningstar nicht, nur ein kleiner Teil sei zum Beispiel in ETFs geflossen, nämlich 160 Millionen Euro. Die Folgen seien aber klar: „Derweil gut 70 Prozent der Deutschen auf das Sparbuch setzen und langfristig Geld verlieren, profitieren ausländische Investoren von der Prosperität der börsennotierten deutschen Unternehmen.“

Heftige Kursbewegungen gab es derweil in russischen und türkischen Aktien, wie Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler berichtet: Der russische Aktienmarkt hat sich wieder deutlich erholt, der türkische geriet hingegen wieder unter Druck. Fonds wie der DWS Russia (WKN 939855) profitierten, der DWS Türkei (WKN A0DPW3) verzeichnete wieder Wertverluste. „Viel Umsatz sehen wir da allerdings nicht“, ergänzt der Händler.

Otte-Fonds neuer Publikumsliebling

Innerhalb der Mischfonds gibt es seit einigen Monaten einen neuen Favoriten: den Max Otte Vermögensbildungsfonds (WKN A1J3AM). Der setzt überwiegend auf Aktien, aber auch auf Anleihen und Rohstoff-ETCs. „Der wird nur gekauft“, erklärt Deisenroth-Boström. Seit Jahresanfang kommt der Fonds auf ein Plus von 6,56 Prozent. Ebenfalls gerne genommen werde der Arero Weltfonds (WKN DWS0R4), der seit Jahresanfang sogar 6,95 Prozent erreicht.

Wöllnitz meldet für den M&G Optimal Income (WKN A0MND8) und den Kapital Plus (WKN 847625) nur Käufe, ebenfalls in den beiden Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (WKN A0M8HD, A1JSWP), die, anders als der Name vermuten lässt, ebenfalls Mischfonds sind. Ausgeglichen sei das Bild unterdessen im Carmignac Patrimoine (WKN A0DPW0) und im Flossbach von Storch Multiple Opportunities (WKN A0M430).

Fast ein Drittel Kursplus im CS Euroreal

Beliebt bleiben Immobilienfonds. „Da ist Bewegung drin. Wir haben für den Juni ein Umsatzplus von 20 Prozent in dieser Fondsgattung“, meldet Wöllnitz. Auffällig sei, dass unter den geschlossenen Immobilienfonds gerade die gekauft würden, deren endgültige Liquidierung noch lange hin sei, vor allem der CS Euroreal (WKN 980500). „Im AXA Immoselect (WKN 984645), der im September liquidiert wird, ist weniger los.“ Offenbar hofften Anleger noch auf Wertsteigerungen. Der Kurs des CS Euroreal ist seit September vergangenen Jahres jedenfalls um fast 30 Prozent gestiegen. Stark nachgefragt wird daneben aber auch der UniImmo Deutschland (WKN 980550), der nicht aufgelöst wird.

Asiatische Aktien überzeugen nicht

Auf wenig Interesse stoßen unverändert asiatische Aktien. „Die Wachstumsraten Chinas sind ja auch rückläufig“, bemerkt Deisenroth-Boström. Die Abgaben überwögen, etwa beim DWS Top Asien (WKN 976976), beim FF - China Focus von Fidelity (WKN A0CA6V) und beim Templeton Asian Growth (WKN 971661). Breit streuende Schwellenländerfonds würden aber wieder reger gehandelt, zum Beispiel der Aberdeen Global Emerging Markets Smaller Companies (WKN A0MQN4) und der Aberdeen Global Emerging Markets Equity (WKN 769088). „Da sehen wir gute Umsätze in beide Richtungen.“

Minenfonds ignoriert – trotz Goldpreisanstieg

Weiterhin ausgesprochen umsatzarm präsentiert sich der Handel mit Minenfonds. Dabei ist der Goldpreis wieder gestiegen, und zwar von 1.240 Anfang Juni auf zwischenzeitlich fast 1.332 US-Dollar je Feinunze, am heutigen Mittwoch liegt die Notierung bei 1.327 US-Dollar. „Der Preis scheint Boden gefunden zu haben“, meint Deisenroth-Boström. Offenbar glaubten jetzt wieder mehr Anleger an einen Anstieg und positionierten sich. „Es werden aber beide Seiten gespielt.“ Etwa werde der BGF World Gold (WKN 974119) mal gekauft, mal verkauft, ebenso der breiter aufgestellte BlackRock Global World Mining (WKN 986932).

Geldmarktfonds in Fremdwährungen

Trotz Magerzinsen auf Geldmarktkonten greifen Investoren der Baader Bank zufolge durchaus zu Geldmarktfonds – allerdings nicht in Euro. Gekauft werde der auf norwegische Kronen lautende Norwegian Kroner Reserve (WKN 987173). „Es werden Alternativen zu den niedrigen Zinsen hierzulande gesucht“, meint die Händlerin. Abgestoßen werde hingegen der auf Euro lautende DWS Rendite Optima Four Seasons (WKN A0F426).

von Anna-Maria Borse, Deutsche Börse AG
© 2. Juli 2014

Aktuelle Kolumnen & Analysen

Auslandsaktien: Beliebte US-Smallcaps
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23. März 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Small is beautiful: Der SDAX ist vor wenigen Wochen auf ein neues Allzeithoch geklettert. Auch die US-Nebenwerte, gemessen zum Beispiel am Nebenwerteindex Russell 2000, erreichten Anfang März ein Rekordhoch. Der Russell 2000 bildet die 2.000 kleinsten Unternehmen des Russell 3000 ab, der wiederum die 3.000 größten US-Titel enthält - und damit für 98 Prozent des gesamten US-Aktienmarkts steht. Nach der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten haben sich Smallcaps überdurchschnittlich entwickelt und konnten die Largecaps hinter sich lassen. ... mehr

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Baader Bond Markets: Wachsende Zweifel an D. T.
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Dass D. T., der Unberechenbare, die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage, wonach nur noch 37% der Amerikaner seine Arbeit als positiv bewerten, postwendend als „Fake News“ abtut, mag nicht verwundern. Offensichtlich aber weht dem US-Präsidenten der Wind doch stärker ins Gesicht, als er gemeinhin wahrhaben möchte. Nicht nur dass der Chef des FBI, James Comey, die Abhörvorwürfe gegen Vorgänger Barack Obama als „Nonsense“ brandmarkte und damit Trump der Lüge bezichtigte. Nein, auch die magische Kraft des Faktischen scheint sich gegen Trump zu wenden. ... mehr

DAX stabilisiert sich um 11.900 – Trumps erste große Prüfung
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In der Vorwoche hatten die Erdölpreise einen starken Preisrutsch zu verkraften. So viel WTI deutlich unter die 50,- USD Marke zurück und konnte diese im Wochenverlauf auch nur temporär wieder zurückerobern. Nachdem die Haltung der Opec als Hauptargument für den Preisrutsch genannt wurde, kamen am Dienstag wieder positive Meldungen von Seiten des Ölkartells. Demnach erwägt die Opec die Produktionskürzungen über den Juni hinaus zu verlängern. Hierbei gilt es aber noch ein wichtiges Problem zu lösen. Dass hier nach wie vor Bedarf besteht, zeigten am gestrigen Nachmittag abermals die US-Erdöllagerbestände. ... mehr

Aktienmärkte: Risikoaversion nimmt wieder zu
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Stimmungsindikatoren und realwirtschaftliche Entwicklungen standen zuletzt nicht im Einklang. Dies gilt für die USA, denn dort haben ISM-Indizes, regionale Fed-Umfragen oder auch das Mittelstandsbarometer im Nachgang zur Präsidentschaftswahl teilweise deutlich zugelegt. Im Kontrast dazu steht die Indikation zum BIP-Wachstum des ersten Quartals. Das von der Fed in Atlanta auf Basis einer Reihe von monatlichen Datenveröffentlichungen ermittelte GDPNow steht aktuell bei einer Wachstumsrate von nur 0,9 %. Inzwischen ist diese Diskrepanz auch von Fed-Vertretern bemerkt worden. ... mehr

Vier neue ETFs: US-Unternehmen mit Fokus auf vier verschiedene Branchen
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23. März 2017. FRANKFURT (Deutsche Börse). Blackrock erweitert das ETF-Angebot auf Xetra und dem Frankfurter Parketthandel. Mit den vier neuen iShares ETFs erhalten Anleger die Möglichkeit, gezielt in die größten Unternehmen einzelner Sektoren am US-amerikanischen Aktienmarkt zu investieren, gemessen an der Marktkapitalisierung. Die vier ETFs investieren in Unternehmen verschiedener, nach dem "Global Industry Classification Standard" (GICS) definierter Branchen. ... mehr

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