Kolumnen & Analysen Devisen

DAX: Gibt es eine Preisblase am Aktienmarkt?
Stefan Böhm - Indizes - 02.07.2014

Die Börsen starteten verhalten in die neue Woche, der DAX setzte seine Kursstabilisierung fort. In den nächsten Tagen könnte aber eine Fülle an Konjunkturdaten für mehr Bewegung sorgen. Im Blickpunkt wird dabei der Donnerstag stehen, weniger wegen der EZB-Sitzung als wegen der Vielzahl an US-Konjunkturdaten. Auch die Arbeitsmarktzahlen werden veröffentlicht, da am Freitag in den USA der Unabhängigkeitstag gefeiert wird. Möglich, dass es vor dem verlängerten Wochenende zu kurzfristigen Kursturbulenzen kommt.

Die EZB kann nun erst einmal abwarten

Den Befürwortern einer Ausweitung der expansiven Geldpolitik der EZB wurde etwas der Wind aus den Segeln genommen: Die Inflationsrate in Deutschland erhöhte sich im Juni unerwartet stark von 0,6 auf 1,0 Prozent. In der Eurozone insgesamt stieg die Kernrate ohne die volatilen Energiepreise auf 0,8 Prozent. Die gesamte Inflationsrate verharrte aber u.a. wegen des negativen Preisdrucks in Spanien und Italien bei 0,5 Prozent. Trotzdem werden die Preisdaten für Juni die EZB zumindest dazu bewegen abzuwarten, wie sich die bereits beschlossenen Maßnahmen auswirken. Das dürfte auch das Ergebnis der Sitzung am kommenden Donnerstag sein. Für die Aktienmärkte wäre dies eher positiv, ist eine positive Inflationsrate im Gegensatz zu fallenden Preisen doch ein Zeichen von Normalität.

Warum gibt es bislang keine Inflation?

Immer wieder wird die Frage gestellt, warum die extrem expansive Geldpolitik der letzten Jahre bislang nicht zu Inflation geführt hat. Um es auf den Punkt zu bringen: Der starke internationale Wettbewerb und die immer noch relativ verhaltene Weltkonjunktur verhindern, dass die Unternehmen Preiserhöhungen durchsetzen können. Ebenfalls wichtig: Energie und andere Rohstoffe sind aktuell keine Preistreiber. In den USA drücken Öl und Gas sogar das Preisniveau. Solange die Weltkonjunktur nicht deutlich stärker in Fahrt kommt, bleibt das Problem Inflation daher auf einige Regionen beschränkt. Und daran wird sich so schnell nichts ändern, auch wenn die Weltwirtschaft wieder langsam an Schwung gewinnt und die Wachstumsrate 2015 etwas stärker ausfallen dürfte.

Die Gefahr von Preisblasen an den Märkten

Wir schätzen eine andere Gefahr höher ein als das Inflationsrisiko: Die Gefahr von Preisblasen an den Kapitalmärkten, auch an den Börsen. Denn die Notenbanken waren in den letzten Jahren sehr erfolgreich darin, das Preisniveau an den Aktien- und Anleihemärkten, das nach der Finanzkrise und der Eurokrise abgesackt war, wieder anzuheben. Das Mittel dazu waren und sind die niedrigen Zinsen, die Anleger quasi in riskantere Anlagen „zwingen“, wenn sie überhaupt eine Rendite erzielen wollen. Und der Renditedruck bei professionellen Anlegern ist stets hoch. Natürlich besteht die Gefahr, dass dabei übers Ziel hinausgeschossen wird und es zu Preisblasen bei Aktien oder anderen Assets kommt. Anzeichen dafür gibt es bereits, so sind z.B. die Renditen für zehnjährige spanische Anleihen mit 2,65 Prozent auf ein Allzeittief gefallen.

Sind Aktien schon überbewertet?

Und auch die Aktienbewertungen halten manche Experten für zu hoch, doch darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Wir sehen jedenfalls noch keine generelle Überbewertung an den Börsen. Was aber fast noch wichtiger ist: Das Platzen einer Blase, sollte es denn eine geben, ist in jedem Fall sehr unwahrscheinlich, solange die Weltkonjunktur auf Erholungskurs ist und die Zinsen niedrig sind. Die Anleger werden in diesem Umfeld ihre Renditejagd fortsetzen – das zeigen auch die Lehren aus der Vergangenheit.

Fazit

Die internationalen Anleger haben keine Scheuklappen auf, das Risiko einer Preisblase an den Märkten wird auch anderswo gesehen. Daher reagieren die Aktienanleger mitunter sehr nervös und es kommt zu Korrekturen. Aber in einen Bärenmarkt münden diese nicht, solange das Umfeld für Aktien so günstig bleibt, wie es derzeit ist. Zwischenkorrekturen können daher weiterhin zum Aufbau neuer Positionen genutzt werden. Die Gefahr des Platzens einer Blase in der Zukunft sollte man aber immer im Hinterkopf behalten.

Lesen Sie darüber hinaus im aktuellen DaxVestor:

- Amazon.com: Einstiegschance!
- Deutsche Börse: Aktie zeigt Long-Signale
- Nasdaq 100: US-Technologieindex weiter im Aufwind
- SMI: Schweizer Aktienindex an wichtiger Unterstützung
- Musterdepot: Long-Zertifikat auf Dürr mit 25 Prozent im Plus

Erfolgreiche Investments wünscht
Ihr Stefan Böhm
Chefredakteur DaxVestor
www.dax-vestor.de

Konkrete Empfehlungen für Aktien, Optionsscheine und Hebelzertifikate sowie hochwertige Basiswissenserien. Testen Sie den DaxVestor: http://www.dax-vestor.de/abo.html

Aktuelle Kolumnen & Analysen

Charttechnischer Ausblick - DAX-Future (Kontrakt 06-18) - 14. KW 2018
LYNX Broker - Indizes - 03.04.2018
Der DAX-Future (FDAX) konnte in der letzten Handelswoche die aktuellen Jahrestiefs nur für kurze Zeit geringfügig ausbauen und tendierte danach, wie angenommen, in Richtung 12.000 und folgend knapp über den Widerstand von 12.100 Punkten. ... mehr

ETFs: Suche nach Alternativen
Börse Frankfurt - Indizes - 03.04.2018
3. April 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der Start in den April ist an der Börse gründlich misslungen: Vor Ostern war es noch nach oben gegangen, so kletterte der DAX am Gründonnerstag auf 12.096,73 Punkte. Am heutigen Dienstag sieht es vor dem Hintergrund schwacher US-Börsen aber tiefrot aus, am Mittag notiert der DAX bei nur 11.962 Zählern. Der sich verschärfende Handelsstreit zwischen den USA und China belastet: ... mehr

Euwax Trends: Nervosität nach Ostern: Verkaufsdruck bei Chip-Werten - Handelsstreit belastet den Aktienmarkt
Börse Stuttgart - Marktberichte - 03.04.2018
Die Kurse am deutschen Aktienmarkt rutschen nach Ostern erneut ab. So notiert der DAX aktuell bei 12.022 Punkten mit 0,6 Prozent im Minus. Das vorläufige Tagestief wurde am Vormittag bei 11.913 Zählern festgestellt. Nun ist also erneut die Marke von 12.000 Punkten, die der Leitindex erst am vergangenen Donnerstag zurückerobert hatte, zeitweise nach unten durchbrochen worden. ... mehr

Charttechnischer Ausblick - S&P-Future (Kontrakt 06-18) - 14. KW 2018
LYNX Broker - Indizes - 03.04.2018
Der S&P-Future zeigte in der vergangenen Handelswoche eine eher seitwärts tendierende Bewegung, mit der Marke von rund 2.660,00 Punkten als obere und dem Unterstützungsbereich 2.590,00 als untere Grenze. Geplante Verkäufe an Widerständen hielten somit recht gute Trade-Szenarien bereit. ... mehr

Charttechnischer Ausblick - Bund-Future (Kontrakt 06-18) - 14. KW 2018
LYNX Broker - Bonds - 03.04.2018
Ohne nennenswerte Anzeichen schob sich der Bund-Future in den vergangenen Handelstagen weiter nach oben und erreichte am Mittwoch das Wochenziel von knapp 159,75. Widerstände in den aktuellen Kursbereichen stellten nur geringfügige Hindernisse dar und konnten teilweise sauber durchstoßen werden. ... mehr

Charttechnischer Ausblick - EUR/USD - 14. KW 2018
LYNX Broker - Forex - 03.04.2018
Mit merklichem Momentum konnte sich der EUR/USD in der vergangenen Handelswoche über die Hochs der vorletzten Handelswoche schieben, was zu interessanten Kaufchancen führte. Mit dem Erreichen des Hochs von 1,2475 war der Aufwärtsmove jedoch wieder vorbei und der Wert fiel in die Schiebezone zwischen 1,2400 und 1,2250 zurück. ... mehr

Tagesausblick Aktien: DAX wieder unter Druck
Helaba Floor Research - Indizes - 03.04.2018
Aktienmarkt Am Donnerstag ging der DAX bei 12.096,72 Zählern aus dem Handel. Dies entsprach einem Plus in Höhe von 1,3 Prozent. Anleger nutzen das zuvor reduzierte Kursniveau zum Einstieg, wenngleich auch das Quartalsende (Stichwort: “window dressing“) eine wesentliche Rolle gespielt haben dürfte. ... mehr

Henkel – den DAX langfristig geschlagen
LYNX Broker - Indizes - 03.04.2018
Fundamentalbetrachtung der Henkel AG Die Die Henkel AG & Co. KGaA verfügt den eigenen Angaben zufolge weltweit über ein diversifiziertes Portfolio mit starken Marken, Innovationen und Technologien in seinen drei Unternehmensbereichen. Im stärksten Konzernsegment Adhesive Technologies – dem Klebstoffbereich – mit einem Umsatzanteil von 47 Prozent gilt Henkel als globaler Marktführer. ... mehr

Bund Future - Erwartete Trading Range: 158.57-160.07
Helaba Floor Research - Bonds - 03.04.2018
An den internationalen Finanzmärkten kehrte vorösterliche Ruhe ein. Nach einem von großer Verunsicherung und Nervosität geprägten Handelsverlauf standen im Handelsstreit der USA mit China die Zeichen auf Entspannung. Während der Ausverkauf an den Aktienbörsen zum Stillstand kam, legten auch festverzinsliche Papiere eine Verschnaufpause ein. ... mehr

Tagesausblick Renten/Devisen: Stimmungsindikatoren im Fokus
Helaba Floor Research - Forex - 03.04.2018
statistDie verkürzte Handelswoche startet mit den Einkaufsmanagerindizes des Verarbeitenden Gewerbes in der Eurozone. Vorabschätzungen in Deutschland und Frankreich lassen auf nachlassende Stimmungsumfragen schließen. Auch der schwelende Handelskonflikt mit den USA könnte negativen Einfluss auf die Stimmung der Einkaufsmanager ausüben. ... mehr

Buchtipp

Faszination Devisen
Die Gewinn- möglichkeiten mit Devisen sind enorm. Nie zuvor war es für den Privatanleger einfacher und lukrativer, mit den Kursschwankungen und Trends von Wechselkursen eigenständig und ohne hohe Gebühren Geld zu verdienen. ...weiter

Broker

Anzeige eToro - Trading-Verluste können Ihre Einlagen übersteigen. Beachten Sie die Risikoaufklärung auf der Seite des Brokers!

Sponsor

Anzeigen

<