Kolumnen & Analysen Devisen

E.ON: Das Ende der Durststrecke?
Stefan Böhm - Indizes - 28.06.2014

Seit mittlerweile rund sechseinhalb Jahren kennt die E.ON-Aktie nur noch einen Weg – nach unten. 2014 hat sich die Talfahrt jedoch in eine volatile Seitwärtsbewegung verwandelt, die mit dem jüngsten Ausbruch der Aktie über den Widerstand bei 14,25 Euro nun abgeschlossen sein könnte. Brechen für die E.ON-Aktie damit bessere Zeiten an?

E.ON steht vergleichsweise „gut“ da
Das zu behaupten, wäre wohl übertrieben. Immerhin steht E.ON besser da als der Mitbewerber RWE. Die Probleme, mit denen man zu kämpfen hat, sind freilich die gleichen: Energiewende, fallende Strompreise, kriselnde Auslandstöchter und hohe Schulden. Aber zumindest scheint die Zeit reif für einen etwas zuversichtlicheren Blick auf die Zukunft. Dabei darf man jedoch nicht darauf hoffen, dass die fetten Jahre zurückkommen werden. Eher wird es bei E.ON um eine Stabilisierung des 2013er Ergebnisses auch für die nächsten Jahre gehen. Auch die Zeiten üppiger Dividenden sind erst einmal vorüber. Allerdings waren Dividendenrenditen von fünf oder mehr Prozent auf Dauer kaum realistisch. Mit der bereits deutlich zusammengekürzten Dividende kommt E.ON aber immer noch auf eine Rendite von über dreieinhalb Prozent. Auch damit muss man sich nicht verstecken.

Dividende als versteckte Kapitalerhöhung

Und: Not macht erfinderisch. E.ON-Aktionäre konnten wählen, ob sie die Bardividende in E.ON-Aktien tauschen möchten. 37 Prozent machten von dieser Möglichkeit Gebrauch. Für das Unternehmen bringt dies den Vorteil, dass die Barmittel in der Firma verbleiben. Dass das Stromgeschäft aber nach wie vor schwierig bleibt, zeigten auch die Zahlen zum ersten Quartal 2014, als der Konzernüberschuss erneut um rund 13 Prozent gesunken war. Dennoch ist man bei E.ON zuversichtlich, dass man die Wende schaffen kann. Nach dem umfangreichen Sparprogramm E.ON 2.0, das bis Ende 2015 weitgehend umgesetzt sein soll, müssen natürlich die Weichen für neues Gewinnpotenzial gestellt sein. Ein Teil der eingesparten Mittel soll daher auch in operative Geschäftsfelder reinvestiert werden. Doch bis sich hier positive Effekte zeigen werden, wird es noch lange dauern. Immerhin: Ab dem Geschäftsjahr 2015 soll der freie Cash-Flow wieder positive Beiträge leisten.

2014 noch keine wesentliche Entspannung

Das schwierige Marktumfeld wird das laufende Geschäftsjahr voraussichtlich bis zum Ende prägen. E.ON-Chef Teyssen bestätigte dennoch die Prognose für 2014 von einem operativen Gewinn zwischen 8,0 und 8,6 Milliarden Euro und einem nachhaltigen Konzernüberschuss zwischen 1,5 und 1,9 Milliarden Euro. Doch auch danach sind keine großen Sprünge zu erwarten. Die Analysten der Banken sehen im Schnitt zwar ab dem Geschäftsjahr 2015 wieder steigende Umsätze, aber auch stagnierende Gewinne. Ob diese Einschätzung zu negativ ist, bleibt abzuwarten. Die Aktie besitzt dennoch Aufholpotenzial, denn inzwischen dürfte in der Tat so ziemlich jedes Negativszenario im Kurs enthalten sein. Aus charttechnischer Sicht hat die Aktie mit dem Ausbruch über den Widerstand bei 14,25 Euro zudem ein starkes charttechnisches Kaufsignal geliefert. Doch auch wenn die E.ON-Aktie wieder mehr unter Strom steht, werden die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

Fazit

Die E.ON-Aktie dürfte das Schlimmste überstanden haben. Nach dem charttechnischen Ausbruch in der letzten Woche könnte der Kurs durchaus weiter nach oben laufen. Dennoch ist das Kurspotenzial aufgrund der vielen Probleme des Unternehmens begrenzt. Für unser Investor-Depot haben wir uns daher für ein Bonuszertifikat entschieden, das auch bei einer Seitwärtsbewegung attraktiv ist. Die genauen Orderdetails für das Zertifikat finden Sie in der aktuellen Ausgabe des DaxVestors.

Erfolgreiche Investments wünscht
Ihr Stefan Böhm
Chefredakteur DaxVestor
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