Kolumnen & Analysen Devisen

Aktienmärkte ziehen sich zurück
Helaba Floor Research - Indizes - 27.06.2014

DAX Indikation 9.820 Unterstützungen 9.754 / 9.716 Widerstände 9.920 / 9.975 Handelsbreite 9.720 / 9.890
EuroStoxx 50 Indikation 3.242 Unterstützungen 3.224 / 3.008 Widerstände 3.270 / 3.300 5Handelsbreite 3.205 / 3.280

Risikoaversion steigt weiter

Während in den vergangenen zwei Handelstagen vornehmlich US-amerikanische Konjunkturzahlen veröffentlicht wurden, stehen heute europäische Daten auf der Agenda. Auf besonderes Interesse stoßen dabei die vorläufigen Konsumentenpreise in Spanien und Deutschland. So ist der deutlich unterhalb des EZB-Ziels von unter aber nahe zwei Prozent liegende Preisanstieg in der Eurozone der Hauptgrund für die Anfang des Monats erfolgte Lockerung der Geldpolitik gewesen. Anzeichen für einen nochmaligen Preisrückgang gibt es nicht, zumal sich die Rohstoffkosten stabil gezeigt haben. Wir halten für Juni ein weitergehend unverändert niedriges Preisniveau für wahrscheinlich, wodurch sich die Währungshüter in ihrem Handeln bestätigt sehen würden. Mittel- bis langfristig scheint aber ein Anstieg der europäischen Teuerung tendenziell möglich. Darauf lässt unter anderem das ebenfalls heute anstehende Wirtschaftsvertrauen der Eurozone schließen. Bezüglich des Stimmungsindikators sollten die heutigen Erwartungen aber nicht zu hoch gesteckt werden, nachdem bereits einige nationale Unternehmensumfragen enttäuscht haben. Gleiches gilt für das italienische Geschäftsklima. Die Stimmung hat sich schon in den letzten Monaten deutlich aufgehellt und der Index liegt mit 99,7 Punkten auf dem höchsten Niveau seit knapp drei Jahren.

Aktienmärkte:>/strong> Der Dax trat gestern lange Zeit auf der Stelle. Die guten Vorgaben der Überseebörsen konnten nur sehr kurzfristig für Rückenwind sorgen. Am Nachmittag sorgte der US-Notenbankpräsident von St. Louis, James Bullard für einen Paukenschlag. Mit seiner Aussage, dass die erste Zinsanhebung der US-Notenbank früher kommen könnte, als dies bisher angenommen wurde, schickte die Aktienmärkte auf Talfahrt. Seiner Meinung nach, wäre ein Zinsschritt bereits Ende des ersten Quartals 2015 denkbar. Mit den nachgebenden Kursen verstärkte sich die Risikoaversion nochmals, was am V-Dax, 14,54 vs. 14,23 abgelesen werden kann. Mittlerweile zeigt sich, dass einerseits alles was im weitesten Sinne positiv für die Märkte zu beurteilen wäre, bereits auf dem aktuellen Kursniveau eskomptiert ist, andererseits schwingt permanent die Angst mit, dass sich die Krisen, vor allem im Irak, ausweiten könnten. Bekanntlich ist Unsicherheit noch nie gut für die Börse gewesen, es bleibt abzuwarten, wie sich das Bild darstellt, wenn die in der Regel performancestarken Tage zum Monatsende und die ersten Tage im neuen Monat vorüber sind. Dieser Aspekt ist umso wichtiger, da es sich zudem um das Halbjahresende handelt. Die europäische Schuldenkrise ist seit einiger Zeit nicht mehr im Fokus. Auch dies könnte sich wieder ändern, zumal einige Länder bereits wieder auf eine Immobilienblase zusteuern. In Großbritannien sollen ab Oktober die Hypotheken mit Obergrenzen versehen werden, welche an das persönliche Einkommen (4,5-fach) gekoppelt sind. Heute wird der Dax nahezu unverändert in den Handel starten. Von den heute auf der Agenda stehenden Konjunkturdaten wird kaum Markteinfluss ausgehen, so dass fraglich ist, von welcher Seite Impulse kommen werden.

Charttechnik (Chart - hier klicken): Das Chartbild des Dax trübt sich weiter ein. Per gestern wurde die Mittellinie von Andrews Pitchfork getestet und zudem liegt mittlerweile ein Strukturbruch vor, da die „große Konsolidierung“ nach unten aufgelöst wurde. Entsprechend muss mit einer Ausdehnung der Abwärtsbewegung des Dax gerechnet werden.

Hinweis: Für eine größere Darstellung der Grafik öffnen Sie bitte den Link „Charttechnik“.

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