Kolumnen & Analysen Devisen

DAX: Nachholbedarf bei deutschen Aktien?
Stefan Böhm - Indizes - 21.06.2014

Die Aktienexperten der Investmentbank JPMorgan erwarten für die nächsten Monate eine Outperformance des DAX in Europa. Sie empfehlen daher Anlegern das deutsche Marktbarometer gegenüber Indizes wie dem MSCI Europe oder dem Euro Stoxx 50 vorzuziehen. Sie begründen dies doppelt: Zum einen würden die exportlastigen deutschen Unternehmen besonders von einer anziehenden Weltkonjunktur profitieren. Speziell die Marktstimmung in China und anderen Schwellenländern dürfte sich verbessern. Und auch die Abwertung des Euros nach der letzten EZB-Sitzung wirke sich positiv aus. Das sehen wir auch so.

Relative Schwäche seit Jahresbeginn

Zum anderen habe der DAX im bisherigen Jahresverlauf schwächer performt als andere europäische Indizes. Daraus ergebe sich Nachholbedarf. Tatsächlich zeigten besonders die Börsen in Italien und Spanien seit Anfang 2014 eine deutlich bessere Performance als der DAX-Kursindex. Auch französische Aktien hatten eine bessere Kursentwicklung, wenn auch in bescheidenerem Ausmaß. Da die meisten anderen Indizes im Gegensatz zum DAX als Kursindizes berechnet werden, können wir für einen sinnvollen Vergleich nicht den gängigen DAX Performance-Index, bei dem die Dividenden einberechnet werden, heranziehen, sondern müssen den Kursindex nehmen. Der DAX Kursindex steht übrigens im Gegensatz z.B. zu Indizes wie dem US-amerikanischen S&P 500 noch nicht auf Allzeithoch, das vergessen viele. Der DAX Kursindex hat bislang weder sein Allzeithoch aus dem Jahr 2000 noch das Hoch aus dem Jahr 2007 erreicht, während der S&P 500 weit darüber notiert.

Seit 2011 DAX mit Outperformance

Die stärkere Performance gerade der Börsen in den südeuropäischen Krisenländern in diesem Jahr ist aus unserer Sicht allerdings eher auf den dortigen Nachholbedarf zurückzuführen. Die Gründe: Die Konjunkturdaten in Spanien und Italien überraschten in den letzten Monaten positiv und auch vom politischen Umfeld kamen gute Meldungen, gerade in Italien. Wir würden daraus – anders als JPMorgan – nicht ableiten, dass der DAX nun wieder aufholen müsse. Denn betrachtet man die Kursentwicklung seit September 2011, als die EZB die Wende in der Eurokrise einleitete, dann zeigt der DAX seitdem eine Outperformance gegenüber den anderen europäischen Indizes, besonders auch gegenüber dem spanischen IBEX. Das ist auch kein Wunder, ist die deutsche Wirtschaft doch in einem viel besseren Zustand als die in den meisten anderen europäischen Ländern.

DAX auch stärker als SMI und FTSE 100

Bemerkenswerterweise hat der DAX seit dem Tiefpunkt der Aktienmärkte nach der Finanzkrise im März 2009 nicht nur den Euro Stoxx 50 deutlich outperformt, sondern auch den britischen FTSE 100 und den Schweizer Aktienindex SMI. Beide Länder waren ja nicht von der Eurokrise betroffen. Allerdings hat die britische Wirtschaft wegen ihrer Fokussierung auf die Finanzbranche sehr mit den Folgen der Finanzkrise von 2008 zu kämpfen und die schweizerische Wirtschaft leidet seit Jahren unter dem starken Franken – auch eine Folge der Finanzkrise. Deutschland konnte dagegen davon profitieren, dass trotz seiner vergleichsweise gut laufenden Wirtschaft der Euro nicht allzu stark aufwertete.

BRIC-Börsen mit Nachholbedarf?

Interessant ist auch der Vergleich mit den Aktienindizes der so genannten BRIC-Staaten seit März 2009. Lediglich die Börse in Indien zeigte seitdem eine bessere Performance als der DAX. Besonders schwach entwickelte sich die chinesische Börse in Shanghai, aber auch mit Anlagen in Russland und Brasilien erzielten Anleger nur unterdurchschnittliche Renditen. Hier sehen wir trotz der strukturellen Probleme in den genannten Ländern echten Nachholbedarf – allerdings nur wenn die Weltwirtschaft wie von vielen prognostiziert tatsächlich deutlich an Schwung gewinnt.

Fazit

Ein Nachholbedarf für den DAX gegenüber anderen europäischen Indizes lässt sich aus unserer Sicht nicht feststellen. Allerdings gibt es gute Gründe dafür, dass der deutsche Aktienmarkt besser performen wird als andere Börsen, wenn die Weltkonjunktur an Schwung gewinnt. Wer in dem Fall auf deutsche Aktien setzt, kann wenig falsch machen.

Erfolgreiche Investments wünscht
Ihr Stefan Böhm
Chefredakteur DaxVestor
www.dax-vestor.de

Konkrete Empfehlungen für Aktien, Optionsscheine und Hebelzertifikate sowie hochwertige Basiswissenserien. Testen Sie den DaxVestor: http://www.dax-vestor.de/abo.html

Aktuelle Kolumnen & Analysen

Hüfners Wochenkommentar: Die drei "Ps" des Herrn Draghi
Börse Frankfurt - Indizes - 28.07.2017
27. Juli 2017. München (Assenagon). Die drei "Ps" von Mario Draghi könnten in die Geschichte eingehen. Es sind die Eigenschaften "P"ersistence, "P"rudence und "P"atience (Beharrlichkeit, Vorsicht und Geduld). Die Europäische Zentralbank nannte sie als die Maximen, an denen sie sich beim Exit aus der ultralockeren Geldpolitik orientieren will. Sie will ihre Ziele beharrlich verfolgen, sie will dabei vorsichtig vorgehen und sie will geduldig sein. Das ist Notenbank-Philosophie "at its best". Lieber etwas mehr Zeit nehmen, als die Volkswirtschaft unnötigen Risiken aussetzen. ... mehr

Anleihen: Bundespapiere machen Boden gut
Börse Frankfurt - Indizes - 28.07.2017
28. Juli 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Erstmals seit 2014 refinanzierte sich Griechenland in dieser Woche wieder erfolgreich über den Kapitalmarkt. Für eine Anleihe mit fünfjähriger Laufzeit (WKN A19MEC) zahlt Athen seinen Gläubigern einen Kupon von 4,375 Prozent. "Für das 3 Milliarden Euro schwere Papier lagen Bestellungen in Höhe von etwa 6,5 Milliarden Euro vor", berichtet Gregor Daniel. Seit Aufnahme der Anleihe in den Handel passiere allerdings wenig. Der Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank führt dies auf die Erinnerung an die Umschuldung von Griechenland-Bonds im 2012 zurück. "Damals wurde viel Porzellan zerschlagen." ... mehr

Euwax Trends: US-Vorgaben und starker Euro belasten Dax - Adidas verdoppelt Gewinnprognose - Aktie hebt ab
Börse Stuttgart - Marktberichte - 28.07.2017
Belastet von Kursverlusten der US-Technikwerte und einem weiterhin starken Euro ist der Dax heute leichter unterwegs und fällt kurz unter 12.100 Punkte. Adidas verdoppelt nach vorläufigen Zahlen die Gewinnprognose. Die Aktie haussiert in der Spitze mit über neun Prozent. An der Wall Street drehte der Technologieindex Nasdaq nach Börsenschluss in Deutschland ins Minus und verlor 0,6 Prozent. Der S&P500.SPX konnte sein anfängliches Rekordhoch ebenfalls nicht halten und schloss 0,1 Prozent tiefer. ... mehr

4X Report: US-Indices auf Rekordkurs – Ölpreis steigt – Roche und AB Inbev gefragt – Kurseinbruch bei Astrazeneca
Börse Stuttgart - Marktberichte - 28.07.2017
Auslandsaktien KW 30 (24.07. bis 28.07.2017) Überwiegend starke US-Unternehmenszahlen trieben den Dow Jones und den S+P 500 auf Rekordniveaus, der Nasdaq Composite stieg sogar auf ein All-Time-High bei 6.432 Punkten. Der Ölpreis konnte seit der letzten Berichtswoche um satte 3,6 Prozent auf 48,50 Dollar pro Barrel (WTI) zulegen. Ein weiterer Abbau der US-Rohöllagerbestände hievte das schwarze Gold auf ein Achtwochenhoch. ... mehr

Wird Bitcoin durch Quantum Computing irrelevant?
etoro Research - Trading Business - 28.07.2017
Mati Greenspan, Senior Market Analyst bei der Social-Trading-Plattform eToro, kommentiert die Bedrohung der Blockchain-Technologie: „Still und leise befindet sich neben der Blockchain eine weitere Technologie auf dem Vormarsch und könnte diese vielleicht gar überflüssig machen. Quantum Computing wird aktuell von einigen der größten Tech-Player der Welt entwickelt. IBM, die NSA und Google arbeiten allesamt intensiv daran, im nächsten Jahrzehnt alles, was wir über Computer wissen, irrelevant zu machen. ... mehr

Wochenbarometer Devisenmärkte - 30. KW 2017
HSH Nordbank Research - Forex - 28.07.2017
Enttäuschung über wenig aussagekräftiges Fed-Statement schwächt den US-Dollar, Euro auf 30-Monatshoch, Vorsicht der Anleger vor starker SNB-Interventionsbereitschaft. Der Euro ist nach der Fed-Sitzung vom 26.07. auf ein 30-Monatshoch von 1,1732 USDollar gestiegen. Die Präsidentin der US-Notenbank hatte bei den Investoren offenbar Zweifel geweckt, ob es in diesem Jahr überhaupt noch zu einer Zinserhöhung kommt. Hintergrund ist die enttäuschende Entwicklung der Inflation. Die träge Inflationsentwicklung verwundert durchaus, berücksichtigt man die niedrige Arbeitslosenrate von nur 4,4 % und die insgesamt befriedigende Konjunkturentwicklung. ... mehr

Wochenbarometer Rentenmärkte - 30. KW 2017
HSH Nordbank Research - Bonds - 28.07.2017
EZB noch zögerlich bei Kurswechsel, Griechen kehren zurück an den Anleihemarkt und Fed ohne Starttermin für Bilanzreduzierung. Die EZB hat auf ihrer Zinssitzung (20. Juli) ihre Leitzinsen, ihr Anleiheankaufprogramm und ihre forward guidance unverändert gelassen. Ein geldpolitischer Kurswechsel wurde (noch) nicht erklärt, doch letztlich haben sich die Notenbanker die Türen offen gehalten, ab Herbst eine Reduzierung ihres Ankaufprogramms zu verkünden. ... mehr

Tagesausblick Aktien: Aktienmärkte im Rückwärtsgang
Helaba Floor Research - Indizes - 28.07.2017
Aktienmarkt Vermeintlich positive Nachrichten gab es von Unternehmensseite. So hat beispielsweise Adidas die Prognose für das Gewinnwachstum nahezu verdoppelt, die Allianz äußerte sich optimistisch, BASF hob die Prognose an. Auf der anderen Seite enttäuschte u.a. die Deutsche Börse mit Ihrem Zahlenwerk. Alles in allem zeigt sich damit, dass auf dem erreichten Niveau des DAX bereits sehr viel Positives eingepreist ist. Es scheint als laute das Motto, man soll die Party verlassen wenn es am schönsten ist. ... mehr

Bund Future - Erwartete Trading Range: 161.56-162.67
Helaba Floor Research - Bonds - 28.07.2017
Die Entwicklung von Geldmenge (5 %) und Kreditvergabe an den privaten Sektor (3.1 %) in der Eurozone lieferte nur wenig Ansatzpunkte für Marktbewegung. Zu sehr waren Investoren damit beschäftigt, im Kommuniqué der US- Notenbank Hinweise für den weiteren geldpolitischen Kurses zu finden. Schnell war klar, dass der immer stärkere Euro Aktienhändlern gar nicht schmeckt. Die Bewegung an den Bondmärkten erfordert dagegen eine genauere Analyse. Relativ klar werden die nächsten Schritte skizziert: Man werde relativ bald den Startschuss zur Bilanzreduzierung geben und signalisiert noch eine weitere Zinserhöhung vor dem Jahresende. ... mehr

Tagesausblick Renten/Devisen: Inflation moderat – Wachstum solide
Helaba Floor Research - Forex - 28.07.2017
Preiszahlen stehen heute in der Euroländern im Fokus, wenngleich Spanien auch mit BIP-Daten des zweiten Quartals aufwartet und in der Eurozone das Wirtschaftsvertrauen bekanntgegeben wird. Die Zahlen zu den Verbraucherpreisen in Frankreich, Spanien und Deutschland, dürften erneut die moderate Teuerungsentwicklung untermauern. Bund-Future - Renten gut behauptet Der deutsche Rentenmarkt profitierte zunächst noch von den gesunkenen Zinserwartungen in den USA und nachgebenden Aktienmärkten. ... mehr

Buchtipp

Faszination Devisen
Die Gewinn- möglichkeiten mit Devisen sind enorm. Nie zuvor war es für den Privatanleger einfacher und lukrativer, mit den Kursschwankungen und Trends von Wechselkursen eigenständig und ohne hohe Gebühren Geld zu verdienen. ...weiter

Broker

Anzeige eToro - Trading-Verluste können Ihre Einlagen übersteigen. Beachten Sie die Risikoaufklärung auf der Seite des Brokers!

Sponsor

Anzeigen

<