Kolumnen & Analysen Devisen

Fixed Income Daily - Gewohnt ruhiger Wochenausklangs am Primärmarkt
Helaba Floor Research - Bonds - 20.06.2014

Constancio (EZB): Breit angelegtes Anleihekaufprogramm weiterhin möglich.
USA: Philly-Fed-Index Juni steigt auf 17,8; Index der Frühindikatoren Mai +0,5% VM.


Die US-Notenbank hält daran fest, das Anleihekaufvolumen um weitere 10 Mrd. US-Dollar auf nunmehr 35 Mrd. US-Dollar zu reduzieren. Es ist davon auszugehen, dass das Kaufprogramm im Oktober dieses Jahres beendet wird. Zudem stellt sich in den USA die Frage, wann es zur Zinswende kommen wird – auch vor dem Hintergrund des Leitzinspfades, der von den FOMC-Mitgliedern als angemessen erachtetet wird. Der Mittelwert der Projektionen liegt für Ende 2015 bei 1,2 % und für Ende 2016 bei 2,53 % und damit etwas höher als bei den Projektionen, die Mitte März abgegeben worden sind. Während die Geldpolitik in den USA im Verlauf des nächsten Jahres von ihrem außergewöhnlich expansiven Weg abrücken könnte, wird in der Eurozone darüber spekuliert, ob die Europäische Zentralbank weitere Lockerungsmaßnahmen beschließen wird. Kurzfristig ist nicht damit zu rechnen, denn das unlängst vereinbarte Maßnahmenpaket muss seine Wirkung noch entfalten. Aufgrund des eingeführten Strafzinses für Einlagen bei der EZB sind Geschäftsbanken bemüht, überschüssige Liquidität zu reduzieren. Insofern könnte es bei den beiden Langfristtendern, die zum Jahreswechsel 2011/2012 eingeführt worden sind, zu weiteren Rückzahlungen kommen. Das Volumen lag in dieser Woche bei 3,71 Mrd. Euro. Heute wird die EZB den Rückzahlungsbetrag für die nächste Woche bekanntgeben, und dieser könnte auch deswegen höher ausfallen, weil es keine liquiditätsentziehenden Tenderoperationen mehr gibt. Bislang wurden die im Rahmen des Securities Market Programme (SMP) erworbenen Staatsanleihen im Volumen von zuletzt 162,5 Mrd. Euro über einen Wochentender neutralisiert. Diese Operationen wurden nun eingestellt, wodurch die Geldmarktsätze weiter gedrückt werden. Insgesamt haben die durchschnittlichen Einlagen der Geschäftsbanken bei der EZB, die einem Negativzins von 0,1 % unterliegen, per Mittwoch ein Volumen von 112,5 Mrd. Euro im Vergleich zu 125,3 Mrd. Euro am letzten Tag der Nullverzinsung vor zwei Wochen.

Von konjunktureller Seite bleibt es heute ruhig. Weder die italienischen Industrieaufträge noch das Verbrauchervertrauen der EU-Kommission haben Marktrelevanz. Interessant wird es erst wieder Anfang kommender Woche mit den europäischen Einkaufsmanagerindizes und den Immobilienzahlen der USA.

Bund-Future: Im Umfeld der FOMC-Entscheidung vom Mittwochabend und den geopolitischen Krisenherden (Ukraine, Irak) hat sich der Future erholt und seine Konsolidierungsrange von 144 bis 146 nach oben verlassen. Mangels fundamentaler Einflussfaktoren dürfte es heute zu einem seitwärtsorientierten Handel kommen. Gleichwohl hat sich das technische Umfeld etwas aufgehellt. Trading-Range: 145,50 – 146,60.

Primärmarkt: Das Risiko etwas zu verpassen, hält sich für diejenigen Markteilnehmer, die den heutigen Brückentag für einen Kurzurlaub nutzen, in Grenzen denn am europäischen Primärmarkt stehen keine Emissionsaktivitäten auf der Agenda. Vielmehr richten sich die Blicke der Marktakteure mit der Veröffentlichung der Emissionsdetails für die am nächsten Mittwoch anstehende kombinierte Auktion des italienischen Tesoros schon auf die kommende Woche. Darüber hinaus gibt die belgische Schuldenagentur heute das Emissionsvolumen für die am Montag anstehende OLO-Auktion bekannt. Wie zu Beginn der Woche angekündigt, plant Belgien drei OLO-Serien im langen und ultralangen Laufzeitbereich zu erweitern.

Jenseits des Atlantiks bleibt der Primärmarktkalender zum Ende einer ohnehin ereignisarmen Woche ebenfalls leer und auch die New-York-Fed legt bei ihren regelmäßigen Anleihekäufen eine Pause ein und wird erst wieder in der neuen Woche aktiv.

Das von der EZB auf ihrer Ratssitzung Anfang Juni beschlossene Maßnahmenpaket sorgte in der südlichen Peripherie der Eurozone für signifikante Renditerückgänge. Italienische und spanische Renditen markierten neue historische Tiefstände und auch in Griechenland und Portugal konnten neue langjährige Renditetiefs konstatiert werden. Trotz der in den vergangenen eineinhalb Wochen zu verzeichnenden leichten Gegenbewegung liegt das Zinsniveau in der Europeripherie per saldo weiterhin auf einem ausgesprochen niedrigen Niveau. Mithin haben sich die Finanzierungsbedingungen der Peripheriestaaten zuletzt weiter deutlich verbessert. Dies spiegelt sich auch am Markt für Kreditausfallderivate (CDS) auf Staatanleihen wider. Die 10-jährigen italienischen, spanischen und portugiesischen CDS-Spreads liegen inzwischen wieder im Bereich der Niveaus von 2010.

Helaba Floor Research
www.helaba.de


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