Kolumnen & Analysen Devisen

Marktstimmung: Mehr Optimismus trotz Fed-Unsicherheit
Börse Frankfurt - Indizes - 18.06.2014

Stimmungsindikator zum DAX

18. Juni 2014. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Eigentlich gibt es derzeit nur ein Ereignis, das die Marktteilnehmer bewegt: die heutige Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank. Zwar scheinen an den Finanzmärkten keine Zweifel daran zu bestehen, dass die Fed ihre monatlichen Anleihekäufe von 45 auf 35 Milliarden Dollar senken wird. Als viel wichtiger wird stattdessen erachtet, wie die Zinseinschätzung der Fed-Offiziellen angesichts der Entwicklung am US-Arbeitsmarkt aussehen wird, zumal drei neue Mitglieder erstmals im Offenmarktausschuss anwesend sein werden. Genauso mit Spannung erwartet wird die Wortwahl der Fed-Chefin Janet Yellen bei der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung. In Anbetracht dieser Unwägbarkeiten hat uns die jüngste Sentiment-Umfrage unter den mittelfristig orientierten Akteuren doch etwas überrascht, denn dort ließ sich ein deutlicher Stimmungswechsel in Richtung Optimismus feststellen. Mit +15 hat der Börse Frankfurt Sentiment-Index den höchsten Stand seit 16. April dieses Jahres markiert. Per Saldo hat sich also eine Verschiebung von 8 Prozent der Befragten vom Bären- ins Bullenlager ereignet.

Möglicherweise spielt bei diesem Sinneswandel die Frage, ob die US-Notenbank den von ihr eingeschlagenen Weg des gleichmäßigen Zurückfahrens quantitativer Lockerungen (Tapering) möglicherweise sogar beschleunigen könnte, nur eine untergeordnete Rolle. Denn wenn es diesbezüglich Überraschungen geben sollte, würde dies von vielen Akteuren zumindest auf den ersten Blick für die Aktienkurse nicht positiv interpretiert. Deswegen gehen wir davon aus, dass für die jüngsten Käufer preisliche Argumente überwogen haben: Der kleine Rücksetzer des DAX während der vergangenen Handelstage reichte offenbar schon aus, die Käufe, die man beim ersten Anlauf des Börsenbarometers über die Zehntausendermarke verpasst hatte, sofort nachzuholen.

…aber zittrigere Hände der Privatanleger



Bei den Privatanlegern gab es indes eine entgegengesetzte Entwicklung. Weil sich bereits 10 Prozent der befragten Akteure schon wieder von ihren bullishen Ambitionen verabschiedet haben, ist hier der Börse Frankfurt Sentiment-Index sogar deutlich unter das Niveau der institutionellen Anleger gefallen und steht nunmehr auf +6. Grundlage für dieses eher ernüchternde Stimmungsbild sind bestimmt Aktienverkäufe. Unklar muss dabei allerdings bleiben, ob es sich dabei um eine reine Vorsichtsmaßnahme handelt oder ob die in der vergangenen Woche erst hinzugekommenen Optimisten angesichts eines Wochenverluste des DAX von 0,9 Prozent schon wieder der Mut verlassen hat.

Mit dem neu aufgeflammten Optimismus der institutionellen Akteure, dessen Indexwert leicht über dem Jahresmittel liegt, befindet sich der DAX bislang noch nicht im überhitzten Gefahrenbereich. Dennoch würde im Falle einer erneuten Abwärtskorrektur nunmehr ein Teil der bislang stützenden Nachfrage fehlen. Ob diese von internationalen Fondsmanagern ausgeglichen werden könnte, ist angesichts der Juni-Umfrage unter Fondsmanagern durch BofA Merrill Lynch nicht sicher. Zwar ist der Anteil der im Euroraum übergewichteten Fonds auf netto 43 Prozent gestiegen, doch ist Vorsicht geboten. Denn per Saldo halten 6 Prozent der regionalen Fondsmanager – das ist der höchste Anteil seit dem Jahr 2000 – europäische Aktien für überbewertet. So gesehen dürfte sich auch bei einem weiteren Anstieg des DAX keine all zu große Dynamik entfalten.

von Joachim Goldberg, Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de
© 18. Juni 2014



[1] Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

Erhebungsregeln für Stimmungsindikatoren
Alle Analysen des DAX- und TecDAX-Sentiment
Zur Homepage von cognitrend (www.cognitrend.com)

Aktuelle Kolumnen & Analysen

Marktstimmung: "Ein Paradigmenwechsel?"
Börse Frankfurt - Indizes - 28.06.2017
28. Juni 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es war die Rede Mario Draghis zur Eröffnung der Notenbankkonferenz im portugiesischen Sintra, die nicht nur für viele Börsianer eine Änderung der Sicht auf die Finanzmärkte gegeben haben mag. Denn der EZB-Präsident hatte eine Bereitschaft zur Anpassung der Geldpolitik der Zentralbank angesichts der anhaltenden Konjunkturerholung angedeutet. So erklärte Draghi überraschenderweise, dass die deflationären Kräfte, die die Teuerung belasteten, durch preissteigernde, reflationäre Faktoren ersetzt worden seien. ... mehr

Zertifikate-Trends: Optimisten überwiegen
Börse Frankfurt - Marktberichte - 28.06.2017
28. Juni 2017. Trotz jüngster Einbußen: Die vergangenen Wochen waren von vielen neuen Höchstständen an den Aktienmärkten geprägt, dazu kam ein rasanter Ölpreisverfall und zuletzt ein weiterer Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar. Wenig Aufregendes gab es unterdessen vom Gold. Wegen der vielen Bewegungen berichten Zertifikate-Händler von einem guten, wenn auch nicht extrem hohen Handelsaufkommen: "Es sind immer Schübe, zwischendurch ist dann weniger los", erklärt Markus Königer von der ICF Bank. Beliebtestes Underlying seien DAX und Gold, gefolgt von der Deutschen Bank und VW. ... mehr

DAX erholt sich wieder – EZB holt Testballon zurück
CMC Markets - Marktberichte - 28.06.2017
Gerade einmal 28 Stunden war der Testballon der Europäischen Zentralbank mit einer möglichen Zinswende an Bord in der Luft, da holten ihn die berühmten „Kreise“ innerhalb der Notenbank wieder zurück. Die EZB fühlt sich in der Interpretation von Draghis gestrigen Worten missverstanden. Statt in Richtung Normalisierung wäre die Rede eher ausgewogen gewesen, so die Klarstellungen. Eben ein Testballon, auf den die Märkte sehr eindeutig reagierten, was nun zumindest in Ansätzen wieder korrigiert wurde. ... mehr

Euwax Trends: Euro und DAX auf Achterbahnfahrt - Äußerungen von Mario Draghi wurden wohl überinterpretiert
Börse Stuttgart - Marktberichte - 28.06.2017
Nachdem sich Mario Draghi beim Notenbank-Forum gestern in Portugal sehr optimistisch zur Konjunktur im Euro-Raum geäußert hatte und gleichzeitig davon sprach, dass die Gefahr einer Deflation gebannt sei, bekam die Gemeinschaftswährung Aufwind. So notierte der Euro zwischenzeitlich bei 1,1388 US-Dollar. Das war der höchste Stand seit Juni 2016. Die Worte des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) wurden von vielen Marktteilnehmern zunächst dahingehend gedeutet, dass die Bereitschaft des EZB-Rates zu einer Straffung der Geldpolitik gewachsen sei. ... mehr

DAX – Kommt einfach nicht vom Fleck!
L. Erichsen - Trading-Brief - Indizes - 28.06.2017
Rückblick auf meine Empfehlung vom 14.06.: Konzentrieren Sie sich bitte auf die größeren Marken, wie sie im Chart zu sehen sind. Unterhalb einer Kurszone zwischen 12.600 und 12.650 Punkten erwarte ich eine ausgeprägtere Abwärtsstrecken. Das konnten wir umsetzen: Der DAX zeigt sich weiterhin gefangen in einer Seitwärtsphase. Dieses ausgeprägte „Raum-Zeit-Kontinuum“ würde jedem Science-Fiction-Film alle Ehre machen. Ist der deutsche Leitindex beispielsweise am Montag hoffnungsvoll in die Woche gestartet, wurde er prompt wieder eingefangen. ... mehr

EUR/USD-Analyse: Die Stabilität sorgt für die Hochs
Admiral Markets - Forex - 28.06.2017
Der Euro wird derzeit durch die Worte des Super-Mario beflügelt. Deflation sei bezwungen, die Entwicklung auf einem guten Weg, alle schauen positiv in die Zukunft. Dennoch sollte man die politische Komponente nicht außer Acht lassen. Mit Emmanuel Macron erleben wir eine Stabilität in Frankreich, die schon lange nicht vorhanden war. Theresa May, die sehr gerne als zweite eiserne Lady in die Geschichtsbücher eingehen würde, muss nun etwas moderater auftreten. Alles zusammen lässt die politischen Risiken nur so schmelzen. Soweit zu Europa. In den USA sind die politischen Risiken zeitgleich zu einem unberechenbaren Kalkül geworden. ... mehr

USD Analyse – Draghi bewegt den Euro!
RoboForex I B. Wachsmann - Forex - 28.06.2017
Am gestrigen Handelstag gab es an den Devisen- und Anleihemärkten massive Kursbewegungen, die größtenteils auf Äußerungen des Vorsitzenden der europäischen Zentralbank, Mario Draghi, zurückzuführen waren. Auch die für gestern Abend angesetzte Rede Janet Yellens während des Handelstages im Fokus der Anleger und sorgte für einen schwächeren USD gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung. Marktsituation USD-Dollar (US Dollar Index) 28. Juni 2017: Durch die gestrige Kursstärke bei der europäischen Gemeinschaftswährung fiel auch der US-Dollar-Index wieder deutlich zurück und nahm die untere Abwärtstrendkanallinie ins Visier. ... mehr

DAX setzt Korrektur fort – Geldpolitik wird zum Partykiller
CMC Markets - Marktberichte - 28.06.2017
Nachdem der Deutsche Aktienindex gestern das Signal zu einer größeren Korrektur gegeben hat, setzt sich die Abwärtsbewegung heute fort. Der Euro springt auf ein neues Jahreshoch und bringt damit besonders die Aktien von Unternehmen unter Druck, die vom Export abhängig sind. Allerdings ist der steigende Euro nur das Ergebnis dessen, wohin die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank in Zukunft tendieren wird, zurück zur Normalität, weg von Geldgeschenken und negativen Zinsen. ... mehr

Aktienmärkte im Rückwärtsgang – Risikoaversion nimmt weiter zu
Helaba Floor Research - Indizes - 28.06.2017
Aktienmarkt Während der letzten Handelstage hatte sich abgezeichnet, dass der DAX zu einer gewissen Schwäche neigt. Diese wurde gestern offensichtlich. Einerseits hat EZB-Präsident Draghi mit seinen Aussagen für Sorgen auf eine straffere Geldpolitik gesorgt, andererseits rutschte der deutsche Leitindex unter wichtige Chartmarken. Alles in allem nimmt derzeit die Risikoaversion wieder zu, was an einem Anstieg des V-DAX (13,85 vs. 12,65) gut abzulesen ist. Saisonale Effekte und die fehlenden, neuen Impulse lassen vermuten, dass der Abgabedruck weiter anhält. ... mehr

Fixed Income Daily - Geldmenge M3 datenseitig im Fokus
Helaba Floor Research - Bonds - 28.06.2017
Das datenseitige Interesse richtet sich heute auf die europäische Geldmenge M3. Im April hat sich die Jahreszuwachsrate auf 4,9 % reduziert, nachdem im Vormonat mit 5,3 % VJ zunächst der höchste Stand seit Februar 2009 erreicht wurde. Dabei gilt noch zu berücksichtigen, dass das Geldmengenwachstum von Umschichtungen aus längerfristigen Verbindlichkeiten der Geschäftsbanken gegenüber den Nichtbanken profitiert, die nicht Bestandteil der Geldmenge sind. Die Zuwachsrate der Kreditvergabe an den privaten Sektor hat sich zuletzt ebenfalls reduziert. Sie ist ohnehin wenig dynamisch, sodass monetär bedingter Preisdruck nicht ableitbar ist. Daran wird sich im Mai wohl wenig geändert haben. ... mehr

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