Kolumnen & Analysen Devisen

Irak-Konflikt treibt Ölpreis – US-Öl WTI stärker betroffen
Jens Klatt I FXCM - Marktberichte - 13.06.2014

Die Kämpfe im Irak haben den Preis der Öl-Sorte Brent und Western Texas Intermediate (WTI) auf neue Jahreshöchststände getrieben, WTI stieg auf über 107 USD / Barrel, Brent auf über 113 USD / Barrel. Bereits gestern haben kurdische Truppen die irakische Stadt Kirkuk unter ihre Kontrolle gebracht und Ängste um Öl-Engpässe in der westlichen Welt hervorgerufen, welche sich schnell auf die globale Weltwirtschaft auswirken könnten. Kirkuk gilt als Zentrum der Erdölindustrie im Irak, einem der weltweit größten Öl-Lieferanten.

Welche verheerenden Auswirkungen diese Entwicklungen haben könnten, zeigen die Worte des US-Präsidenten Obama, der eine US-militärische Intervention und die Option von Luftschlägen nicht mehr ausschließt. Als Resultat sollten sich die Ölpreise weiter verteuern, Öl der Sorte WTI schon bald seine Höchststände um 112,50 USD/Barrel des Jahres 2013 anlaufen. Ob hingegen die Ölsorte Brent ähnlich anzieht und seine 2013er Jahreshöchststände um 119,30 USD/Barrel anläuft, bleibt abzuwarten.

Grund ist, dass auf die Spannungen im Irak besonders WTI empfindlich reagiert, sich eventuelle Lieferengpässe weniger auf die Sorte Brent auswirken würden. In diesem Zusammenhang könnte sich der Brent-WTI-Spread weiter reduzieren und schon bald auf ein neues Jahrestief bei knapp vier US-Dollar fallen.

Ob sich dieser Umstand dann längerfristig auf diesem Niveau stabilisieren kann, bleibt abzuwarten. So schrieb die EIA in ihrem gestern erschienen Monatsreport, dass sie davon ausgeht, dass sich der Spread wegen einer wieder anziehenden WTI-Produktion in Cushing, Oklahoma auf 12 USD zum Jahresende ausweiten wird. Das WTI-Angebot Cushings ist in der vergangenen Woche auf den niedrigsten Stand der letzten fünf Jahre gefallen, sollte aber durch den bevorstehenden Winter zyklisch wieder anziehen. Cushing in Oklahoma ist einer der globalen Hauptumschlagplätze für Erdöl auf dem Weg von der amerikanischen Golfküste zum Verbraucher.

Übersetzt für den Spread und die weitere Entwicklung im WTI- bzw. Brent-Preis heißt das: ein Anhalten der Spannungen im Irak, eventuell sogar eine Eskalation der Situation durch eine US-Militärintervention würde den WTI-Preis stärker steigen lassen als den von Brent Oil. Sobald es allerdings zu einer Entspannung im Irak kommt, sollte sich der Brent-Preis in Relation zum WTI-Kurs wieder besser entwickeln.

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Über den Autor Jens Klatt
Er erlernte den Börsenhandel von der Pike auf bei einem großen Börsenmakler und wechselte dann an einen Eigenhandelsdesk. Dort handelte er Futures, vornehmlich auf den DAX, Bund, Euro und das Britische Pfund. Seiner Einschätzung zu den globalen Finanzmärkten, sowohl fundamental, technisch, als auch sentimenttechnisch kann man börsentäglich kostenlos um 10:30 Uhr im Morning Meeting verfolgen. Das Morning Meeting ist mittlerweile zum Markenzeichen von Jens Klatt und DailyFX Deutschland geworden und erfreut sich steig wachsender Teilnehmerzahlen. Als Besonderheit sind Jens Klatt und sein Team im deutschen DailyFX-Forum rund um die Uhr erreichbar und beantworten alle Fragen rund um die Märkte und das Thema Trading.

Aktuelle Kolumnen & Analysen

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S&P 500 Analyse – Bleibt der „Trumpeffekt“ ein Faktor?
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Sektion US-Märkte & Indizes: Ein dynamischer Ausbruch wird immer wahrscheinlicher
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S&P 500 Wochenchart (mittelfristig): In der vergangenen Handelswoche setzte der S&P 500 seine enge Seitwärtskonsolidierung fort. Insgesamt hält diese Konsolidierung nun bereits 6 Wochen an. Erfahrungsgemäß nähert sich nach einer so langen sehr engen Konsolidierungszeit so langsam das Ende. Ob dieses Ende eine neue Trendbewegung oder einfach nur eine Ausdehnung der Konsolidierung in einer breitere Korrektur-Range sein wird, ist derzeit noch nicht definierbar. Bei den Indikatoren geben sowohl die Stochastik, als auch das Momentum weiterhin grünes Licht für steigende Kurse. ... mehr

Die Strategie des „Verbilligens“ - Die Welt ist voller Eisberge!
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Die Zinsen in der Eurozone bleiben auf bisherigen Niveau. Die EZB unter Mario Draghi hat am Donnerstag beschlossen, den Leitzins, den Einlagezinssatz und den Ausleihungssatz nicht zu verändern. Der kleine Verfallstag am Freitag brachte dem deutschen Leitindex DAX mit 4.065.630.541,00 EUR ein hohes Handelsvolumen. An der Wall Street sorgte die Amtseinführung von Donald Trump an der Wall Street nur kurzfristig für leichte Abgaben. Dow Jones, NASDAQ 100 und S&P 500 begrüßten den Tag Eins des US-Präsidenten im Amt mit Kursgewinnen. ... mehr

DAX Analyse – DAX tritt auf der Stelle!
RoboForex I B. Wachsmann - Indizes - 23.01.2017
Marktsituation DAX – 23. Januar 2017 Dass Mario Draghi seinem eingeschlagenen Weg treu bleibt ist im Nachhinein mehr als logisch und konsequent. Draghi betonte im Rahmen der Pressekonferenz, dass der EZB-Rat zu keinem Zeitpunkt darüber diskutiert habe, ob ein Tapering in Frage käme. Dabei unterstrich er abermals, dass die Reduzierung der Anleihekäufe nicht als Tapering zu verstehen sei. Damit bleibt die europäische Zentralbank dem Kurs der ultralockeren Geldpolitik treu. Dies bekräftige Draghi ebenfalls zu Beginn der Pressekonferenz als er aussagte, dass die Leitzinsen für längere Zeit auf dem aktuellen Niveau oder darunter liegen werden. ... mehr

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