Kolumnen & Analysen Devisen

DailyFX: Zinserhöhung früher als erwartet – Bank of England sorgt für Pfund-Rallye
FXCM Research - Forex - 13.06.2014

Der gebürtige Kanadier und Chef der Bank of England (BoE), Mark Carney, ließ gestern Abend in seiner Rede ein wahres Feuerwerk für das Britische Pfund abbrennen. Dies könnte den endgültigen Impuls dafür geliefert haben, dass das Pfund in den kommenden Tagen die Marke von 1,70 zum US-Dollar nachhaltig überwindet. Der Kurs sprang schon gestern Abend über die 1,69 GBP/USD und nähert sich damit raschen Tempos wieder dem Fünf-Jahreshoch bei 1,7040 GBP/USD. Bereits seit Monaten heizen positive Konjunkturdaten auf der Insel die Spekulationen über Zinsanhebungen der BoE an. Carney äußerte sich mit deutlichen Worten, dass früher, als es Marktteilnehmer aktuell erwarten würden, eine Zinsanhebung erfolgen könnte.



BIP-Wachstum auf der Insel könnte nach oben revidiert werden

Der diese Woche überraschend positiv herausgegebene Arbeitsmarktbericht der Insel wird zu dieser rhetorischen Schärfe beigetragen haben. Stärker als erwartet fiel die Arbeitslosenquote von 6,8 auf 6,6 Prozent. Ab sieben Prozent wollten die britischen Notenhüter ursprünglich verstärkt über Zinsanhebungen diskutieren, distanzierten sich aber mittlerweile von diesem Schwellenwert. Die gefundene Distanz zur 7%-Marke bleibt trotzdem ein bedeutendes Argument für einen baldigen Richtungswechsel der Währungshüter. Zudem verzeichnete das Jobwachstum in den drei Monaten von Februar bis April mit 345.000 den größten Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen in 1971. Auch die Löhne beginnen anzuziehen. Doch bis die Gehälter wieder die Niveaus aus 2009 und 2010 erreichen, damit kann laut des britischen Amts „Office for Budget Responsibility“ erst frühestens im Jahr 2018 gerechnet werden. Auch die Baukonjunktur überraschte heute positiv. Zwar verlangsamte sich die Bauleistung im Vergleich zum Vorjahr von 6,8% im ersten Quartal des Jahres auf 4,6%, doch ausgehend von den vorangegangenen Schätzungen von 2,8% lässt die heute revidierte Kennzahl auf weitere positive Revisionen hoffen. Ein positiver Effekt auf die letzte Bruttoinlandsprodukt-Schätzung ist zu erwarten. Der Bausektor erwies sich im Wachstumsanstieg der britischen Wirtschaft von 0,8% im ersten Quartal des Jahres als treibender Faktor.

Abkühlung überhitzter Immobilienpreise notwendig

Die hohen Immobilienpreise hingegen bleiben eine Sorge der britischen Regierung. In den nächsten fünf Jahren wird ein jährliches Anziehen der Immobilienpreise von fünf Prozent erwartet. Um ein potenzielles Überhitzen der Preise einzudämmen, räumte der britische Schatzkanzler Osborne der britischen Notenbank weitere Rechte für Kontrollen über neue Hypothekendarlehen ein. Er würde der Bank of England alle für den Schutz des Immobilienmarktes „notwendigen Waffen“ gestatten, um Millionen von Briten vor einem Boom-and-Bust-Zyklus zu schützen. Bereits am 17. Juni könnte die Bank of England neue Kontrollen der Hypothekendarlehen ankündigen. Das Entgegenwirken entstehender Blasen kann nur begrüßt werden. Die Bank of England wird sich bewusst sein, um den Aufwärtsdruck der Immobilienpreise zu lockern, kommt als Mittel auch eine rasche Zinserhöhung in Frage.



Aufwärtstrend beim Pfund sollte sich fortsetzen

Auf der Insel werden Schritte gegen die rasant steigenden Immobilienpreisen eingeleitet, die Bank of England signalisiert frühe Leitzinsanhebungen, der Arbeitsmarkt überraschte diese Woche deutlich positiv, die heute veröffentlichten Bauleistungen deuten zudem auf positive Revisionen des britischen Wirtschaftswachstum hin. Laut der letzten Schätzung liegt die Wirtschaftsleistung der Insel nun bereits schon wieder 0,2 Prozent über dem Hoch vor der Finanzkrise im Januar 2008. Der Aufwärtstrend im GBP/USD meldet sich zurück. Oberhalb des Mai-Tiefs von 1,669 schätze ich das Währungspaar bullish ein. Ein Bruch des 4-Jahreshochs nahe der 1,70 GBP/USD zielt auf das 5-Jahreshoch von 1,7040 GBP/USD ab. Übergeordnet könnte ein Bruch der 1,7040 die Pfund-Nachfrage anziehen lassen und dann die Region um 1,75 anvisiert werden.

Autor: Niall Delventhal, DailyFX

Über den Autor:
Niall Delventhal arbeitet als Markanalyst für DailyFX.de, dem Research-Arm von FXCM. Er ist studierter Betriebswirt (B. Sc.) und ist sehr börsenaffin. Für seine Bachelorarbeit untersuchte er die missbräuchliche Ausnutzung von Marktmacht am Spotmarkt der Strombörse. Als nächste Fortbildung strebt er den CFA, Chartered Financial Analyst, an. In seinen täglichen Online-Seminaren bietet er neben aktuellen Marktnachrichten, Ratschläge und Lehrinformationen rund um das Thema Trading an. Dabei ist er der Ansicht, dass Informationen und Kenntnisse über die Märkte sowie die Risiken zu besitzen und zu beziehen einem keine Erfolge garantieren, aber die Erfolgschancen deutlich erhöhen. Detailliert widmet er sich den Stimmungen an den Märkten. Jeweils zum Wochenbeginn verfasst er den Report „Den großen Spekulanten auf der Spur" und fängt mithilfe der Commitments of Traders Daten primär für FX-Märkte die Positionierung und das Verhalten institutioneller Händler ein.

DailyFX.de veröffentlicht täglich Artikel zu politischen und wirtschaftlichen Nachrichten und deren Einfluss auf die Märkte sowie technische Analysen zu Währungen, Rohstoffen und Indizes. Darüber hinaus finden Sie auf DailyFX.de eine Vielzahl praktischer Tools wie Handelssignale oder Markt-Alarme sowie einen umfangreichen Wirtschaftsdatenkalender. @NiallDelventhal folgen @DailyFX_DE folgen

Aktuelle Kolumnen & Analysen

Charttechnischer Ausblick - DAX-Future (Kontrakt 06-18) - 14. KW 2018
LYNX Broker - Indizes - 03.04.2018
Der DAX-Future (FDAX) konnte in der letzten Handelswoche die aktuellen Jahrestiefs nur für kurze Zeit geringfügig ausbauen und tendierte danach, wie angenommen, in Richtung 12.000 und folgend knapp über den Widerstand von 12.100 Punkten. ... mehr

ETFs: Suche nach Alternativen
Börse Frankfurt - Indizes - 03.04.2018
3. April 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der Start in den April ist an der Börse gründlich misslungen: Vor Ostern war es noch nach oben gegangen, so kletterte der DAX am Gründonnerstag auf 12.096,73 Punkte. Am heutigen Dienstag sieht es vor dem Hintergrund schwacher US-Börsen aber tiefrot aus, am Mittag notiert der DAX bei nur 11.962 Zählern. Der sich verschärfende Handelsstreit zwischen den USA und China belastet: ... mehr

Euwax Trends: Nervosität nach Ostern: Verkaufsdruck bei Chip-Werten - Handelsstreit belastet den Aktienmarkt
Börse Stuttgart - Marktberichte - 03.04.2018
Die Kurse am deutschen Aktienmarkt rutschen nach Ostern erneut ab. So notiert der DAX aktuell bei 12.022 Punkten mit 0,6 Prozent im Minus. Das vorläufige Tagestief wurde am Vormittag bei 11.913 Zählern festgestellt. Nun ist also erneut die Marke von 12.000 Punkten, die der Leitindex erst am vergangenen Donnerstag zurückerobert hatte, zeitweise nach unten durchbrochen worden. ... mehr

Charttechnischer Ausblick - S&P-Future (Kontrakt 06-18) - 14. KW 2018
LYNX Broker - Indizes - 03.04.2018
Der S&P-Future zeigte in der vergangenen Handelswoche eine eher seitwärts tendierende Bewegung, mit der Marke von rund 2.660,00 Punkten als obere und dem Unterstützungsbereich 2.590,00 als untere Grenze. Geplante Verkäufe an Widerständen hielten somit recht gute Trade-Szenarien bereit. ... mehr

Charttechnischer Ausblick - Bund-Future (Kontrakt 06-18) - 14. KW 2018
LYNX Broker - Bonds - 03.04.2018
Ohne nennenswerte Anzeichen schob sich der Bund-Future in den vergangenen Handelstagen weiter nach oben und erreichte am Mittwoch das Wochenziel von knapp 159,75. Widerstände in den aktuellen Kursbereichen stellten nur geringfügige Hindernisse dar und konnten teilweise sauber durchstoßen werden. ... mehr

Charttechnischer Ausblick - EUR/USD - 14. KW 2018
LYNX Broker - Forex - 03.04.2018
Mit merklichem Momentum konnte sich der EUR/USD in der vergangenen Handelswoche über die Hochs der vorletzten Handelswoche schieben, was zu interessanten Kaufchancen führte. Mit dem Erreichen des Hochs von 1,2475 war der Aufwärtsmove jedoch wieder vorbei und der Wert fiel in die Schiebezone zwischen 1,2400 und 1,2250 zurück. ... mehr

Tagesausblick Aktien: DAX wieder unter Druck
Helaba Floor Research - Indizes - 03.04.2018
Aktienmarkt Am Donnerstag ging der DAX bei 12.096,72 Zählern aus dem Handel. Dies entsprach einem Plus in Höhe von 1,3 Prozent. Anleger nutzen das zuvor reduzierte Kursniveau zum Einstieg, wenngleich auch das Quartalsende (Stichwort: “window dressing“) eine wesentliche Rolle gespielt haben dürfte. ... mehr

Henkel – den DAX langfristig geschlagen
LYNX Broker - Indizes - 03.04.2018
Fundamentalbetrachtung der Henkel AG Die Die Henkel AG & Co. KGaA verfügt den eigenen Angaben zufolge weltweit über ein diversifiziertes Portfolio mit starken Marken, Innovationen und Technologien in seinen drei Unternehmensbereichen. Im stärksten Konzernsegment Adhesive Technologies – dem Klebstoffbereich – mit einem Umsatzanteil von 47 Prozent gilt Henkel als globaler Marktführer. ... mehr

Bund Future - Erwartete Trading Range: 158.57-160.07
Helaba Floor Research - Bonds - 03.04.2018
An den internationalen Finanzmärkten kehrte vorösterliche Ruhe ein. Nach einem von großer Verunsicherung und Nervosität geprägten Handelsverlauf standen im Handelsstreit der USA mit China die Zeichen auf Entspannung. Während der Ausverkauf an den Aktienbörsen zum Stillstand kam, legten auch festverzinsliche Papiere eine Verschnaufpause ein. ... mehr

Tagesausblick Renten/Devisen: Stimmungsindikatoren im Fokus
Helaba Floor Research - Forex - 03.04.2018
statistDie verkürzte Handelswoche startet mit den Einkaufsmanagerindizes des Verarbeitenden Gewerbes in der Eurozone. Vorabschätzungen in Deutschland und Frankreich lassen auf nachlassende Stimmungsumfragen schließen. Auch der schwelende Handelskonflikt mit den USA könnte negativen Einfluss auf die Stimmung der Einkaufsmanager ausüben. ... mehr

Buchtipp

Faszination Devisen
Die Gewinn- möglichkeiten mit Devisen sind enorm. Nie zuvor war es für den Privatanleger einfacher und lukrativer, mit den Kursschwankungen und Trends von Wechselkursen eigenständig und ohne hohe Gebühren Geld zu verdienen. ...weiter

Broker

Anzeige eToro - Trading-Verluste können Ihre Einlagen übersteigen. Beachten Sie die Risikoaufklärung auf der Seite des Brokers!

Sponsor

Anzeigen

<