Kolumnen & Analysen Devisen

Wochenbarometer Rentenmärkte - 24. KW 2014
HSH Nordbank Research - Bonds - 13.06.2014

Die Maßnahmen der EZB haben die Finanzmärkte bewegt. Am Rentenmarkt gaben die Renditen jedoch nur am kurzen Ende nach. Am langen Ende dürfte sich der Aufwärtstrend fortsetzen.

Das Maßnahmenpaket der EZB hat in den letzten Tagen an den Finanzmärkten sichtbare Spuren hinterlassen. So brachen die Tagesgeldzinsen (EONIA) von 0,448 auf 0,065 ein und auch der 3-Monats-Euribor notiert heute mit 0,263 deutlich unter seinem Jahreshöchststand von 0,347. Zu den Gewinnern zählten die Aktien, die neue Rekordniveaus erreichten. Eindeutiger Verlierer war der Euro, der gegenüber vielen Währungen Federn lassen musste. Am Rentenmarkt folgten die Renditen des kurzen Endes den Geldmarktsätzen. Dessen ungeachtet setzte sich der Renditeanstieg am langen Ende fort, bei den US-Treasuries schneller als bei den Bundesanleihen. Daher weitete sich der Transatlantik-Spread der zehnjährigen Titel auf den höchsten Stand seit neun Jahren aus. Unseres Erachtens wird sich in den nächsten Wochen der Aufwärtstrend der Renditen der zehnjährigen Treasuries und Bunds langsam fortsetzen.

Der amerikanische Konjunkturmotor nimmt nach dem sehr schwachen ersten Quartal wieder stärker Fahrt auf. Das spiegeln auch die jüngsten Arbeitsmarktdaten wider. 217.000 neue Stellen und die unveränderte Arbeitslosenquote von 6,3%, die geringste seit September 2008, haben die Erwartungen leicht übertroffen. Zudem erreichte die Beschäftigung mit 138,46 Mio. den höchsten Wert seit Januar 2008. Damit konnte die durch die Rezession gerissene Lücke endlich wieder geschlossen werden. Allerdings macht die relativ niedrige Partizipationsrate von 62,8% deutlich, dass es dem Aufschwung noch an Breite fehlt. Dies und die Abschwächung am Immobilienmarkt dürften für Fed-Präsidentin Janet Yellen die Hauptargumente dafür sein, das Thema Leitzinserhöhung auf der Notenbanksitzung in der kommenden Woche noch nicht ins Spiel zu bringen. Wir rechnen mit der Fortsetzung der Rückführung der Anleihe-Ankäufe durch die Fed um weitere 10 auf monatlich 35 Mrd. USD.

In der Eurozone entwickelt sich die Wirtschaft indes besser als erwartet. Zuversichtlich stimmte zuletzt die Industrieproduktion, die im April im gesamten Wirtschaftsraum einen unerwartet kräftigen Anstieg von 0,8% mom verbuchte. Während die Industrie in Frankreich (+0,3%) und Italien (+0,7%) etwas mehr Schwung entfaltete, schaltete sie in Deutschland (+0,1%) einen Gang zurück. Der überraschend hohe Zuwachs bei den Auftragseingängen von 3,1% mom spricht jedoch für eine baldige Rückkehr der deutschen Wirtschaft auf einen dynamischeren Wachstumspfad.

Nächste Woche stehen in der Eurozone keine wichtigen Daten zur Veröffentlichung an. Der Blick wird sich deshalb ganz auf die USA richten. Dort sollten die Industrieproduktion, verschiedene Daten zum Häusermarkt sowie einige Stimmungsindikatoren den moderaten Konjunkturaufschwung untermauern.

Hinweis
Der Marktkommentar ist ein Auszug aus dem wöchenlich erscheinenden Wochenbarometer für die Renten- und Devisenmärkte der HSH Nordbank. Den vollständigen Bericht und weitere Publikationen erhalten Sie auf unternehmerpositionen.de und HSH-Nordbank.de

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