Kolumnen & Analysen Devisen

Fixed Income Daily - Interessante Aktivitäten der deutschen und portugiesischen Finanzagentur
Helaba Floor Research - Bonds - 11.06.2014

Aktienmärkte in Asien mit gemischten Vorzeichen – Wall Street unverändert.
US-Rendite steigt auf 2,65 % - Euro schwach.


Im Anschluss an das von der Europäischen Zentralbank beschlossene Maßnahmenbündel zur Lockerung der Geldpolitik melden sich nun zahlreiche Vertreter der Notenbank zu Wort, um die Entscheidung zu begründen. Selbst der als konservativ bekannte Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat zum Ausdruck gebracht, dass sich die Währungshüter auf die Gefahr „negativer Überraschungen“ bei der Preisentwicklung hätten absichern müssen. Ähnlich äußerten sich andere EZB-Vertreter und Präsident Draghi dürfte bei dem heute stattfindenden Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zudem auf den gestörten Transmissionsmechanismus und die anhaltende Kreditklemme zu sprechen kommen. Demgegenüber ist das konjunkturelle Umfeld vergleichsweise stabil. Im April legte die Industrieproduktion in vielen Ländern der Währungsunion zum Teil deutlich zu, sodass auch auf europäischer Ebene (Veröffentlichung am Donnerstag) mit einem moderaten Plus zu rechnen ist. Stimmungsindikatoren lassen hingegen leichte Schwächetendenzen erkennen. Der sentix-Konjunkturindex für die Eurozone sank im Juni – trotz des beschlossenen EZB-Maßnahmenpakets – überraschend deutlich auf 8,5 Punkte von 12,8. Zwar konnte der vergleichbare Index für Deutschland gegen den Trend und nach mehreren Rückgängen in Folge marginal zulegen, insgesamt sind die Indikationen für die kommenden Stimmungsindikatoren (ZEW, ifo) aber gedämpft.

In den USA haben zuletzt veröffentlichte Konjunkturzahlen zumeist auf der positiven Seite überrascht und auch die im Wochenverlauf anstehenden Daten zum Einzelhandelsumsatz und zur Verbraucherstimmung werden voraussichtlich steigen. Zudem ist der rückläufige Preistrend beendet, was voraussichtlich die Importpreise (Donnerstag) und Erzeugerpreise (Freitag) bestätigen werden. Insofern stellt sich die Frage, wann es in den USA zur Belebung der Zinserhöhungsfantasien kommen wird. Der robuste Arbeitsmarktbericht im Mai, der letzten Freitag veröffentlicht wurde, hatte diesbezüglich nur wenig Einfluss. Die Rendite der 10-jährigen US-Anleihe pendelt weiterhin um gut 2,60 %. Zwar ist es im kurzen Laufzeitbereich zu moderaten Renditeanstiegen gekommen, die Zinserwartungen sind dennoch gedämpft. Vor diesem Hintergrund bleibt das Risiko bestehen, dass Marktteilnehmer ihre Erwartungen für die erste Leitzinserhöhung allmählich nach vorne verlagern.

Bund-Future: ´Mangels fundamentaler Einflussfaktoren dürfte sich die Konsolidierung am Rentenmarkt fortsetzen. Da der Bund-Future die Unterstützungen im Bereich 145,00 unterschritten hat, eröffnet sich Abwärtsrisiko bis 144,03, dem Kurstief vom letzten Donnerstag. Erste Widerstände sind um 146,00 und bei 146,40 zu finden Trading-Range: 144,40 – 145,60

Primärmarkt: Der heutige Handelstag hält mit den Auktionen der deutschen und portugiesischen Finanzagentur zwei ausgesprochen interessante Aktivitäten bereit. Mit der ersten Erweiterung der bis Juni 2016 laufenden Schatz will der Bund 4 Mrd. EUR an neuen Mittel aufnehmen. Die Finanzierungskosten sollten gegenüber der Neuemissionsrendite von 0,09 % leicht sinken. Aktuell rentiert die 2-jährige Benchmark-Schatz am Sekundärmarkt bei rund 0,05 %. Zeitgleich stockt die portugiesische Finanzagentur IGCP die 10-jährige Benchmark-Anleihe um bis zu 0,75 Mrd. EUR auf. Vor dem Hintergrund der zuletzt weiter gesunkenen Renditeniveaus in der Peripherie sollte Portugal den Investoren erneut weniger Rendite bieten müssen. Lag die Zuteilungsrendite bei der letzten Erweiterung noch bei 3,57 %, rentiert die PGB Februar 2024 am Sekundärmarkt aktuell bei rund 3,30 % und damit gut 25 Bp. unter dem Niveau von Ende April. Das Interesse der Investoren sollte aber trotz des rückläufigen Renditeniveaus weiterhin hoch sein. In den USA steht heute neben den regelmäßigen Anleihekäufen der New-York-Fed die Platzierung 10-jähriger Notes auf der Agenda. Das bis Mai 2024 laufende und mit einem Kupon von 2,5 % ausgestattete Papier soll bis zu 21 Mrd. USD in die amerikanische Staatskasse spülen.

Mit 2,36 % markierte die Rendite 10-jähriger irischer Staatstitel zu Beginn der neuen Woche ein neues historisches Tief. Ausschlaggebend für den jüngsten Renditerückgang dürfte neben der erneuten Lockerung der europäischen Geldpolitik durch die EZB, die Anhebung der irischen Bonitätsnote auf „A-“ (Ausblick positiv) sein. In der Folge engte sich auch der Spread gegenüber Bunds gleicher Laufzeit deutlich ein (siehe Grafik). Vor dem Hintergrund der genannten Gründe ist eine weitere Einengung nicht auszuschließen.

Helaba Floor Research
www.helaba.de


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