Kolumnen & Analysen Devisen

ETFs: Euphorie pur
Börse Frankfurt - Indizes - 10.06.2014

Marktbericht vom Handel mit Indexfonds

10. Juni 2014. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der DAX über 10.000 Punkten, der Dow Jones knapp unter 17.000 Zählern: Mit der Rekordjagd an den Börsen haben ETF-Händler richtig viel zu tun: „Wir hatten eine gute Woche mit überwiegend Käufen“, berichtet Jörg Sengfelder von Flow Traders. „Und auch diese Woche geht es gut los.“ „Die Umsätze sind super“, meint Andreas Bartels von der Commerzbank. Käufe hätten mit einem Anteil von 60 Prozent ganz klar dominiert. Marco Salaorno von der Société Générale spricht von vielen Neupositionierungen, aber auch einigen Gewinnmitnahmen – speziell bei Aktien der europäischen Peripherie.

Der DAX war bereits vergangene Woche über 10.000 Punkte geklettert, am gestrigen Pfingstmontag schloss der Index erstmals fünfstellig. Auch die US-Börsen feierten neue Schlussrekorde: Der Dow Jones Industrial ging mit 16.943,10 Punkten aus dem Handel, der marktbreite S&P 500 mit 1.951,27 Zählern. Am heutigen Dienstag setzt sich die Rallye fort, das deutsche Börsenbarometer notiert am Mittag bei 10.019 Zählern.

Nahezu alles zieht

Zugegriffen wird bei fast allem, was mit Aktien zu tun hat: Salaorno zufolge setzen Investoren vor allem auf S&P 500-, Dow Jones- und MSCI World-Tracker. Laut Bartels sind Euro Stoxx- (WKN 593395), MSCI-World- (WKN A0HGZR), Nikkei 225- (WKN A0H08D) und MSCI USA-Indexfonds (WKN ETF120) Favoriten der Anleger. „Nur DAX-ETFs wurden vergangene Woche eher verkauft, besonders nach der Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag“, berichtet der Händler. „Es muss sich erst noch zeigen, ob sich der DAX auf Dauer über 10.000 Punkten halten kann.“ Sengfelder meldet Zuflüsse in Euro Stoxx-, MSCI World, MSCI Europe und im Industrie- und Schwellenländer umfassenden iShares MSCI ACWI (WKN A1JS9A).

Auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangene Woche stehen Euro Stoxx 50- (WKN ETFL02, 935927), DAX- (WKN ETFL01, 593393, DBX1DA) und Stoxx Europe 600-ETFs (WKN 263530) ganz oben.


Kasse machen in südeuropäischen und japanischen Titeln

Bei manchen – zuletzt sehr gut gelaufenen – Aktien wird es Anlegern aber mittlerweile offenbar zu heiß: Salaorno berichtet von Gewinnmitnahmen bei ETFs, die Mittelmeerländerbörsen abbilden, etwa dem Lyxor FTSE ATHEX 20 (WKN LYX0BF) und dem Amundi ETF MSCI Spain (WKN A0REJT). Mit dem Amundi Spain konnten Anleger in den vergangenen zwei Jahren ihren Einsatz verdoppeln, der an den Athener Markt gekoppelte Lyxor FTSE Athex kletterte in diesem Zeitraum sogar fast auf das Zweieinhalbfache.

Japanische Aktien stehen bei Flow Traders – anders als bei der Commerzbank – ganz klar auf den Verkaufslisten (WKN A0DPMW, A1J4TX, A0ESMK). Hier wird offenbar ebenfalls Kasse gemacht: Die japanische Börse hatte in den vergangenen Wochen einen Sprung nach oben gemacht.

Positionierungen in Emerging Markets-Aktien

Auch bei Schwellenländeraktien wird zugegriffen, laut Sengfelder etwa beim iShares MSCI Emerging Markets (WKN A0HGZT) und dem SPDR MSCI Emerging Markets (WKN A1JJTE). Bei der Société Générale setzen Anleger vereinzelt auch auf den Lyxor MSCI India (WKN LYX0BA). Aufgrund des Höhenflugs an der indischen Börse kennt der ETF seit Sommer 2013 nur eine Richtung: nach oben. Seit Ende August vergangenen Jahres hat der Indexfonds um 53 Prozent zugelegt.

Banken beliebt

Zu den an der Börse Frankfurt meistgehandelten Branchen-ETFs gehören erneut Banken-Indexfonds wie der iShares Euro Stoxx Banks (WKN 628930). Der kommt seit Mitte Mai auf einen Gewinn von 11 Prozent, auf Sicht von einem Jahr sind es 43 Prozent, auf Sicht von zwei Jahren sogar 86 Prozent.

Sengfelder zufolge steigen viele Anleger in Immobilien-Aktien ein. „Wir haben massive Käufe im iShares European Property Yield (WKN A0HG2Q) und im db x-trackers FTSE EPRA/NAREIT Developed Europe Real Estate (WKN DBX0F1).“ Bei der Commerzbank interessieren sich Anleger vor allem für Indexfonds, die die Entwicklung von Finanzdienstleistern abbilden wie der SPDR MSCI Europe Financials (WKN 550881). Auch Grundstoff-Indexfonds punkten Bartels zufolge, an die Gesundheitsbranche gekoppelte Produkte würden hingegen abgestoßen.

Kleinere Anpassungen im Renten-Portfolio

Händler von Renten-ETFs sind weniger beschäftigt, ein klarer Trend ist zudem nicht auszumachen. Bartels meldet Umschichtungen innerhalb europäischer Staatsanleihen unterschiedlicher Laufzeiten (WKN 628949, 628947, 628946). „Unter dem Strich halten sich Zu- und Abflüsse aber die Waage.“ Vor und nach der EZB-Entscheidung sei zudem auch der Euro-Bund-Future gespielt worden, konkret mit dem ComStage Bund-Future Double Short (WKN ETF563). Salaorno berichtet von Abflüssen aus Unternehmensanleihen, Sengfelder von Zuflüssen in auf lokale Währungen lautende Staatsanleihen aus Schwellenländern (WKN A1JB4Q, A1JJTV) sowie Abgaben in hochverzinslichen Unternehmenspapieren (WKN A1C8QT) und spanischen Staatsanleihen (WKN A1J0BH).

von Anna-Maria Borse, Deutsche Börse AG © 10. Juni 2014

Aktuelle Kolumnen & Analysen

Hüfners Wochenkommentar: Das Ende der Sparsamkeit
Börse Frankfurt - Bonds - 22.02.2018
22. Februar 2018. MÜNCHEN (Assenagon). Wenn man die Schlagzeilen der US-amerikanischen Finanzpolitik in diesen Tagen liest, kann einem schon heiß und kalt werden. Ende letzten Jahres wurden die Steuern für 2018 um rund 125 Milliarden US-Dollar gesenkt. Anfang Februar wurden dann die Ausgaben im Zuge des Haushaltskompromisses für dieses Jahr um ca. 150 Milliarden US-Dollar erhöht. ... mehr

Euwax Trends: Zinsangst! Fed Protokoll entsetzt Anleger - schwacher ifo: Stimmung in Chefetagen trübt sich ein
Börse Stuttgart - Marktberichte - 22.02.2018
Anleger rechnen mit einer kräftigen Zinsanhebung der Fed im März und schicken den Dax deutlich ins Minus. Auch ein schwacher ifo Geschäftsklimaindex belastet. Wie es auf der Zinsseite weiter geht, ist unklar: Im Dezember hatte die Fed für 2018 drei Zinsschritte nach oben in Aussicht gestellt. ... mehr

Auslandsaktien: Europäischer Dividendenregen
Börse Frankfurt - Indizes - 22.02.2018
22. Februar 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Während die Berichtssaison in den Vereinigten Staaten so langsam dem Ende zusteuert, ist die Offenlegungsphase in Europa in vollem Gange. Vom bisherigen Verlauf zeichnet Roland Stadler unterm Strich ein positives Bild. Bereits Mitte des Monats habe Airbus (WKN 938914) überzeugende Ergebnisse geliefert. ... mehr

Wochenkommentar: Eine waghalsige Wette
HSH Nordbank Research - Indizes - 22.02.2018
Der als weltweit größter geltende Hedgefonds Bridgewater Associates wettet gegen die europäischen Aktienmärkte. Mit rund 22 Mrd. US-Dollar ist der von Ray Dalio gemanagte Fonds Short-Positionierungen gegenüber europäischen Firmen eingegangen. Dafür hat sich der Hedgefonds die Aktien der Unternehmen, bei denen dieser mit Kursverlusten rechnet, von Investoren geliehen, um sie im Anschluss wieder zu verkaufen. ... mehr

Sektion US-Märkte & Indizes: Die erwartete Konsolidierung verläuft nach Plan. Der heutige Handelstag könnte entscheidend sein
Formationstrader I S. Grass - Indizes - 22.02.2018
Tageschart (kurzfristig) In der Wochenausausgabe schrieb ich: Eine Konsolidierung in der kommenden Woche bis 2.700 und 2.670 ist ein sehr wahrscheinliches Szenario. Fällt die Konsolidierung stärker aus, so dass die 2.670er Marke dabei unterschritten wird, wäre dies ein negatives Zeichen. Eine schnelle Fortsetzung der Erholung aus der letzten Woche in Richtung des Allzeithochs, würde dann zunehmend unwahrscheinlich. ... mehr

Baader Bond Markets: Personalkarussell der EZB beginnt sich zu drehen
K. Stopp I Baader Markets - Bonds - 22.02.2018
Als Irlands Finanzminister Paschal Donohoe noch vor Sitzungsbeginn der Euro-Gruppe in dieser Woche die Bewerbung „seines“ Notenbankchefs Philip Lane zurückgezogen hatte, war der Weg für Luis de Guindos geebnet. Der spanische Wirtschaftsminister wird den Posten des Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) von dem Portugiesen Vitor Constancio übernehmen, was für die 2019 anstehende Wahl des Chefpostens als richtungsweisend gelten kann. ... mehr

DAX hält sich wacker, dank schwächerem Euro – Autoaktien im Fokus
CMC Markets - Marktberichte - 22.02.2018
Anleger am deutschen Aktienmarkt sollten heute ein Auge auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu möglichen Dieselfahrverboten haben. Denn Autoaktien haben ein hohes Gewicht im Deutschen Aktienindex. Die Aktien gerieten schon in den vergangenen Tagen unter Druck, weil mögliche Kosten für Nachrüstungen alter Dieselmotoren zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzuschätzen sind. ... mehr

Tagesausblick Aktien: DAX auf Richtungssuche
Helaba Floor Research - Indizes - 22.02.2018
Aktienmarkt Während die Aktienkurse sich am Dienstag noch erholt hatten, kam es gestern wieder zu Abwärtsdruck. Die Akteure sind nach den Turbulenzen der ersten Februarhälfte noch immer auf Richtungssuche. Letztlich konnte der DAX auch nicht auf weiteren Rückenwind seitens der konjunkturellen Datenveröffentlichungen bauen, denn die Vorabschätzungen der Einkaufsmanagerindizes lagen per saldo unterhalb der Erwartungen. ... mehr

Tagesausblick Renten/Devisen: Schlechtes Omen für den ifo-Index
Helaba Floor Research - Forex - 22.02.2018
Die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer richtet sich am Morgen auf die Geschäftsklimaindizes in Frankreich und Deutschland. Der INSEE-Index wird zwar früher veröffentlicht, der ifo-Geschäftsklimaindex dürfte aber wegen des größeren Gewichts der deutschen Wirtschaft einen höheren Einfluss auf das Marktgeschehen haben. Die Vorgaben für die beiden Indizes sind gleichermaßen negativ. ... mehr

DAX: Fed-Sitzungsprotokoll drückt die Stimmung
IG Markets Research - Marktberichte - 22.02.2018
22.02.2018 – 07:30 Uhr (Werbemitteilung): Laut dem Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed könnte bereits im März der nächste Zinsschritt erfolgen. Des Weiteren erwarten die Marktteilnehmer in diesem Jahr vier statt drei Leitzinserhöhungen. Die Sorgen vor weiter steigenden Zinsen drückte gestern die Stimmung an der Wall Street. Dow Jones & Co. schlossen im Minus. ... mehr

Buchtipp

Faszination Devisen
Die Gewinn- möglichkeiten mit Devisen sind enorm. Nie zuvor war es für den Privatanleger einfacher und lukrativer, mit den Kursschwankungen und Trends von Wechselkursen eigenständig und ohne hohe Gebühren Geld zu verdienen. ...weiter

Broker

Anzeige eToro - Trading-Verluste können Ihre Einlagen übersteigen. Beachten Sie die Risikoaufklärung auf der Seite des Brokers!

Sponsor

Anzeigen

<