Kolumnen & Analysen Devisen

Wochenbarometer Rentenmärkte - 23. KW 2014
HSH Nordbank Research - Bonds - 06.06.2014

EZB bombardiert Märkte mit signifikantem Maßnahmenpaket, um zu niedriger Inflationsrate entgegenzuwirken. Vorerst kein QE, doch Anleihekäufe bleiben im Repertoire der Notenbank.

Die Woche war geprägt durch das Warten der Marktteilnehmer auf die EZBZinssitzung am 5. Juni, von der eine Reihe neuer geldpolitischer Maßnahmen erwartet wurde. Denn im Mai war die Jahresteuerung in der Eurozone mit 0,5% erneut niedriger als erwartet ausgefallen, und schon in den Vormonaten hatten die Inflationszahlen kontinuierlich auf der Unterseite enttäuscht. Sorge bereitet vor allem, dass die Kernteuerung mit 0,7% nun ebenfalls deutlich gesunken ist (zuvor 1,0%) und dass auch in Deutschland, das eine gute Konjunkturdynamik und Lohnsteigerungen vorzuweisen hat, die Inflationsrate mit 0,6% im Vergleich zum Vormonat (1,1%) spürbar gefallen ist. Die schwachen Inflationszahlen lassen das Preisziel der EZB von knapp 2% mittelfristig schwer erreichbar sein, was die Notenbank zum Handeln gezwungen hat. Wie von vielen angenommen hat die EZB die Leitzinsen nochmals gesenkt, allerdings nur um 10 bp auf 0,15%. Auch der Einlagensatz ist um 10 bp reduziert worden und liegt nun bei -0,10%. Die Spitzenrefinanzierungsfazilität ermäßigt sich um 35 bp auf 0,40%. Wer jetzt jedoch erwartet hatte, dass die EZB sich damit begnügen würde, sah sich getäuscht. Die Notenbank bombardierte die Märkte mit weiteren geldpolitischen Maßnahmen, nämlich eine Reihe von gezielten Langfristtendern (TLTROs, bis zu 4 Jahre), um die Kreditvergabe der Banken an den Privaten Sektor anzukurbeln, der Vorbereitung von ABS-Ankäufen und die Beendigung der Sterilisierung des Securities Markets Programme (SMP). Darüber hinaus wurde die Vollzuteilung bei den Hauptrefinanzierungsgeschäften sowie bei den 3-Monats-Refinanzierungsgeschäften bis Dezember 2016 verlängert (siehe Kasten auf folgender Seite in PDF-Ausgabe auf HSH-Nordbank.de). Ein QE-Programm wurde nicht beschlossen, steht aber weiterhin im Raum, wenn sich die Inflationsentwicklung als zu schwach erweist. Die Renditen der Bunds sind als Reaktion auf die EZB gestiegen – anscheinend werden die Maßnahmen als stabilisierend angesehen.

In den USA konnten die ISM-Indizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor im Mai mit weiteren Anstiegen im Wachstumsbereich schon überzeugen. Auch der Arbeitsmarktbericht sollte mit einem Stellenaufbau von rund 200 Tsd. auf eine spürbar zunehmende Konjunkturdynamik in den USA im zweiten Quartal hindeuten. Das Beige Book zeigt sich verhalten optimistisch: Die Wirtschaftsaktivität nimmt zu, und die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt verbessern sich, doch für allzu große Euphorie ist noch kein Platz in dem Konjunkturbericht. In den nächsten Tagen bietet der Datenkalender sowohl in den USA als auch in der Eurozone kaum Spannendes. Allenfalls die Zahlen zur Industrieproduktion aus der Eurozone sowie die Einzelhandelsumsätze und das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan sind einen Blick wert.

Hinweis
Der Marktkommentar ist ein Auszug aus dem wöchenlich erscheinenden Wochenbarometer für die Renten- und Devisenmärkte der HSH Nordbank. Den vollständigen Bericht und weitere Publikationen erhalten Sie auf unternehmerpositionen.de und HSH-Nordbank.de

Aktuelle Kolumnen & Analysen

Hüfners Wochenkommentar: "Euro ohne Deutschland?"
Börse Frankfurt - Forex - 23.02.2017
23. Februar 2017. MÜNCHEN (Assenagon). Vor ein paar Tagen sprach ich in Wien mit dem Vorstand einer renommierten österreichischen Privatbank über die Probleme in der europäischen Währungsunion. In vielen Punkten waren wir unterschiedlicher Meinung. Schließlich meinte er resignierend (freilich nicht ganz ernst gemeint): Dann bleibt doch nur, dass Deutschland aus dem Euro ausscheidet. Das ist eine Meinung, die ich in letzter Zeit häufiger höre. Ich vermute, dass sie an Gewicht gewinnen wird, wenn es im Euro zu noch größeren Spannungen kommen sollte und - Gott sei's geklagt - vielleicht sogar ein Mitglied ausscheidet. ... mehr

DAX tut sich schwer mit der 12.000 – Euro vermiest die Stimmung
CMC Markets - Marktberichte - 23.02.2017
Ein im Tagesverlauf wieder stärkerer Euro hat heute die Investoren verschreckt, die als nächstes Kursziel für den Deutschen Aktienindex schon das Allzeithoch einkalkuliert hatten. Trotz neuer Rekordhochs an der Wall Street konnte der DAX deshalb die 12.000er Marke auch heute nicht hinter sich lassen. Damit bleibt die Entwicklung der Gemeinschaftswährung das Zünglein an der Waage, was die weitere Entwicklung am deutschen Aktienmarkt angeht. Eigentlich ist ein stärkerer Euro zwar positiv, drückt sich darin doch auch eine geringere Wahrscheinlichkeit eines Wahlsiegs Le Pens bei den französischen Präsidentschaftswahlen aus. ... mehr

Auslandsaktien: Nasdaq klettert immer weiter
Börse Frankfurt - Indizes - 23.02.2017
16. Februar 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Betrachtet man die jüngsten Schätzungen der Europäischen Kommission, dann geht es aufwärts mit der Konjunktur in der Währungsgemeinschaft. Für das laufende Jahr erwartet Brüssel für den Euroraum mit 1,6 Prozent ein um 0,1 Prozent höheres Wachstum des Bruttoinlandprodukts als bisher angenommen. Im Prognose-Zeitraum bis 2018 soll es demnach erstmals seit fast zehn Jahren in allen Mitgliedsländern eine Entwicklung im positiven Bereich geben. Auch bei der Reduzierung der Arbeitslosigkeit und der Neuverschuldung kämen die Staaten voran. ... mehr

Euwax Trends: Dax : weiter Ringen um die 12.000 Punkte
Börse Stuttgart - Marktberichte - 23.02.2017
Bilanzen von Henkel und ProSiebenSat.1 11.998,59 – was klingt wie ein Sonderangebot für einen Kleinwagen ist der Dax Schlussstand vom Mittwoch. Und das Ringen um die 12.000 Punkte geht weiter und damit der Angriff auf das Allzeit-Hoch. Doch am Donnerstag kommt der Dax nicht vom Fleck. Zahlen kommen heute unter anderem von ProSiebenSat.1 und Henkel aus der ersten Börsenreihe. Die Vorgaben sind gemischt: Der Dow Jones legt zu, der Nikkei gibt leicht nach. ... mehr

Baader Bond Markets: EZB und Fed nehmen Bondmärkte in den Schwitzkasten
K. Stopp I Baader Markets - Bonds - 23.02.2017
Die internationalen Rentenmärkte steuern auf eine Zerreißprobe zu, welche in der gegensätzlichen Ausrichtung der Geldpolitik von Europäischer Zentralbank (EZB) und der US-amerikanischen Notenbank (Fed) begründet ist. Während die Fed sich infolge steigender Inflationszahlen, guter Konjunkturdaten und zu erwartender Stimuli seitens der neuen US-Regierung mit steigenden Zinsen auseinandersetzt, hält die EZB an ihrer Politik des billigen Geldes fest. Und das obwohl auch in der Eurozone höhere Inflationszahlen zu beobachten waren. In Deutschland ist für den Januar sogar mit einer Rate von 2% zu rechnen. ... mehr

Analyse: Analystenschätzungen halten WTI auf Kurs!
RoboForex I B. Wachsmann - Commodities - 23.02.2017
Die Rohölnotierungen hielten sich auch in der letzten Handelswoche auf ihren Kursniveaus und verzeichneten keine nennenswerten Abgaben. Allerdings gibt es auch keinen neuen Impuls für dynamische Anstiege auf der Oberseite. Aus fundamentaler Sicht bleibt die Perspektive ebenfalls unverändert, sodass die Marktteilnehmer weiterhin auf den nächsten entscheidenden Impuls warten. Am Dienstag verhalf ein Analystenkommentar der Citigroup WTI auf ein neues Monatshoch. Übergeordnete Marktsituation WTI - 23. Februar 2017 Dieses Monatshoch geht einher mit dem Vorvortageshoch und stellt den nächsten übergeordneten Widerstand bei 55,05 USD dar. ... mehr

DAX tanzt um die 12.000 – Euphorie hält sich in Grenzen
CMC Markets - Marktberichte - 23.02.2017
Der Deutsche Aktienindex notiert das erste Mal seit April 2015 wieder über 12.000 Punkten. Der Anstieg vor zwei Jahren wurde begleitet durch einen Kanon an Kommentatoren, die fast unablässig auf die Alternativlosigkeit der Aktie hinwiesen. Dieser überbordende Optimismus pro Aktie herrscht heute nicht mehr vor – das ist ein gutes Zeichen. Gerade auch deshalb, weil die Alternativlosigkeit der Aktie in Deutschland noch viel dramatischer geworden ist. Die Inflation liegt deutlich über den Nominalzinsen. Da der Zins aber immer nur das ist, was real übrig bleibt, erleiden Sparer echte Kaufkraftverluste. ... mehr

DAX kämpft mit psychologisch wichtiger 12.000er-Marke
Helaba Floor Research - Indizes - 23.02.2017
Fed: Eine geldpolitische Straffung könnte „recht bald angebracht“ sein In den letzten Tagen und Wochen wurden politische Unsicherheitsfaktoren immer wieder thematisiert und für einen Anstieg der Risikoaversion an den Finanzmärkten verantwortlich gemacht. Während Bundesanleihen von ihrem Status als sicherer Hafen profitieren und kurze Laufzeiten zum Teil neue historische Renditetiefs markieren, weisen die Zinsen in Frankreich, Italien und anderen Peripheriestaaten nach oben. Interessanterweise machen sich diese Unsicherheiten bei den zuletzt veröffentlichten Stimmungsindikatoren nicht bemerkbar. ... mehr

Fixed Income Daily - Unsicherheiten machen sich bei Stimmungsindikatoren nicht bemerkbar
Helaba Floor Research - Bonds - 23.02.2017
In den letzten Tagen und Wochen wurden politische Unsicherheitsfaktoren immer wieder thematisiert und für einen Anstieg der Risikoaversion an den Finanzmärkten verantwortlich gemacht. Während Bundesanleihen von ihrem Status als sicherer Hafen profitieren und kurze Laufzeiten zum Teil neue historische Renditetiefs markieren, weisen die Zinsen in Frankreich, Italien und anderen Peripheriestaaten nach oben. Interessanterweise machen sich diese Unsicherheiten bei den zuletzt veröffentlichten Stimmungsindikatoren nicht bemerkbar. ... mehr

FX Daily - EUR/USD - Erwartete Trading-Range: 1,0460 – 1,0635
Helaba Floor Research - Forex - 23.02.2017
Im Datenkalender finden sich kaum Einträge, die von der wieder stärker brodelnden Euro-Krise ablenken könnten. Die politische Verunsicherung im Kontext der Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und möglicherweise auch in Italien ist dafür verantwortlich und so werden konjunkturelle Veröffentlichungen vor allem dann beachtet, wenn sie die Euro-Krisenstimmung eher befeuern als lindern. Dies dürfte auch für das INSEE-Geschäftsklima gelten. Echten Einfluss auf das Marktgeschehen erwarten wir nur für den Fall einer Enttäuschung. ... mehr

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