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DailyFX: Inflation in der Eurozone sackt ab – Die EZB muss jetzt handeln
FXCM Research - Forex - 03.06.2014

Die Teuerung in der Eurozone geht weiter zurück, sackte im Mai wieder auf 0,5 Prozent ab und macht damit ein ganzes Bündel an Lockerungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank auf ihrer Sitzung am Donnerstag wahrscheinlicher. Hier kann auch die ebenfalls heute veröffentlichte Arbeitslosenquote nicht gegensteuern. Damit sind expansive Schritte über eine bloße Leitzinssenkung hinaus als sehr realistisch einzuschätzen. Schon gestern zeigte die deutsche Inflation, wohin die Reise an der Preisfront geht. Sie rutschte mit 0,9 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Juni 2010.



Inflationsprognosen für die Eurozone sind nicht zu halten

Die ohnehin schwachen Inflationsprognosen für 2014 und die nächsten Jahre sollten von den Experten in den kommenden Wochen weiter nach unten korrigiert werden. Bereits jetzt bieten die Prognosen für die Inflation der Eurozone für 2014 mit mageren 0,8 Prozent und ersten schrittweisen Anstiegen der Rate in 2015 den geldpolitischen „Falken“ keine Unterstützung. Zu präsent sind die Deflationssorgen, die heute wieder geschürt wurden. Die EZB wird die Augen vor dem Sinken der Inflationsraten nicht verschließen können und werden.

Jugendarbeitslosigkeit in Italien steigt auf über 40 Prozent

Auch die heutige Aufhellung am europäischen Arbeitsmarkt wirft einen Schatten. Unerwartet fiel zwar die Arbeitslosenquote der Eurozone auf 11,7%. Die Arbeitslosenquoten Österreichs von 4,9% und Deutschlands von 5,2% stehen hierbei aber weiterhin im deutlichen Kontrast zu den Quoten der südlichen Periphere Europas. Griechenland bleibt mit einer Arbeitslosenquote von 26,5% noch länger ein Sorgenkind Europas sowie Spanien mit 25,1%. Während die italienische Arbeitslosenquote im April nahe dem Rekordhoch von 12,7% auf 12,6% verharrte, ist die Jugendarbeitslosigkeit der 15- bis 24-Jährigen dort im April auf 43,3% gestiegen.

Die EZB muss jetzt handeln

Damit liegen nun genug Gründe für die EZB auf dem Tisch, endlich den Kampf gegen eine schwache Inflation, eine anhaltend hohe Arbeitslosenquote und eine Stagnation der Wirtschaftsleistung aufzunehmen. Besonders die heutige Inflationskennzahl unterstreicht dies. Potenzielle wirtschaftliche Gefahren aus deflationären Risiken gilt es einzudämmen. Gerade mit unkonventionellen Maßnahmen ließe sich eine Steigerung der Inflation effektiver erzielen, als durch ein bloßes Senken des Hauptrefinanzierungssatzes unter das Rekordtief von 0,25% und der Einlagefazilität („Strafzins“). Längerfristige Refinanzierungsgeschäfte, ein Programm, welches EZB-Chef Mario Draghi selbst „Dicke Bertha“ taufte, würden zudem gezielt gegen die schleppende Kreditvergaben steuern.

Autor: Niall Delventhal, DailyFX

Über den Autor:
Niall Delventhal arbeitet als Markanalyst für DailyFX.de, dem Research-Arm von FXCM. Er ist studierter Betriebswirt (B. Sc.) und ist sehr börsenaffin. Für seine Bachelorarbeit untersuchte er die missbräuchliche Ausnutzung von Marktmacht am Spotmarkt der Strombörse. Als nächste Fortbildung strebt er den CFA, Chartered Financial Analyst, an. In seinen täglichen Online-Seminaren bietet er neben aktuellen Marktnachrichten, Ratschläge und Lehrinformationen rund um das Thema Trading an. Dabei ist er der Ansicht, dass Informationen und Kenntnisse über die Märkte sowie die Risiken zu besitzen und zu beziehen einem keine Erfolge garantieren, aber die Erfolgschancen deutlich erhöhen. Detailliert widmet er sich den Stimmungen an den Märkten. Jeweils zum Wochenbeginn verfasst er den Report „Den großen Spekulanten auf der Spur" und fängt mithilfe der Commitments of Traders Daten primär für FX-Märkte die Positionierung und das Verhalten institutioneller Händler ein.

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