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Fixed Income Daily - EZB-Ratssitzung am Donnerstag bestimmendes Thema
Helaba Floor Research - Bonds - 03.06.2014

ISM-Industrieindex Mai wurde nach zunächst 2 falschen Werten mit 55,4 angegeben.
Nowotny (EBZ): Negativer Einlagensatz wird diskutiert, Einfluss der Wechselkurse nicht zu ignorieren..
China: Industrie-PMI (HSBC) steigt im Mai auf 49,4 Punkte von 48,1.


In dieser Woche dreht sich alles um die am Donnerstag stattfindende EZB-Ratssitzung. Nach verbalen Vorbereitungen für geldpolitische Lockerungsmaßnahmen muss die Zentralbank liefern, um die hohen Erwartungen der Finanzmarktteilnehmer zu erfüllen. Im Gespräch sind unter anderem eine Leitzinssenkung inklusive eines negativen Einlagensatzes, ein an Bedingungen geknüpfter Langfristtender sowie ABS-Käufe. Grund zum Handeln hat die EZB allemal, denn die Konsumentenpreise entwickeln sich deutlich unterhalb des EZB-Ziels von knapp zwei Prozent. So ist bei der heute anstehenden Schnellschätzung der europäischen Teuerung mit einem erneuten Rückgang zu rechnen. Dabei kann die Konsensschätzung für die Jahresteuerungsrate von 0,6 % unterschritten werden, denn in Spanien und Italien kam es nach vorläufigen Angaben bereits zu disinflationären Tendenzen. Auch in Deutschland ist die Inflation im Mai stärker zurückgekommen als erwartet. Die EU-harmonisierte Jahresteuerung reduzierte sich auf nur noch 0,6 % von zuvor 1,1 % (niedrigster Stand seit über 4 Jahren). Während die Preisentwicklung der EZB Sorgen bereitet, lässt sich vonseiten der Konjunkturzahlen kein akuter Handlungsdruck für die Währungshüter ableiten. So haben sich die Einkaufsmanagerindizes des Industriesektors – mit Ausnahme Frankreichs – deutlich im Expansionsbereich halten können, was auf den intakten Erholungsprozess schließen lässt. Eine hohe Wirtschaftsdynamik zeichnet sich allerdings nicht ab. Problematisch ist nach wie vor die viel zu hohe Arbeitslosigkeit in vielen Peripheriestaaten der Eurozone. Darauf dürften die heute anstehenden Zahlen hinweisen. Zwar scheint inzwischen das Hoch der Arbeitslosigkeit allmählich erreicht zu sein, spürbare Verbesserungen gibt es trotz der anziehenden Konjunktur aber nicht. Auf europäischer Ebene wird mit einem unverändert hohen Niveau von 11,8 % gerechnet.

In den USA bleibt es heute von konjunktureller Seite relativ ruhig. Die Auftragseingänge im Industriebereich dürften leicht zulegen, nachdem bereits der Auftragsbestand langlebiger Wirtschaftsgüter mit einem Plus von 0,8 % auf der positiven Seite überraschte. Der IBD/TIPP-Index liefert eine Indikation für die aktuelle Verbraucherstimmung. Die Erwartungen sollten aufgrund des jüngst gemeldeten Rückgangs des Bloomberg-Verbrauchervertrauens nicht zu hoch gesteckt werden.

Bund-Future: Der überraschend deutliche Rückgang der deutschen Jahresteuerung hat sich am Anleihemarkt kaum ausgewirkt. Daher sollte auch der zu erwartende Rückgang der europäischen Preiszahlen wenig Marktbewegung verursachen. Scheinbar sind Lockerungsmaßnahmen der EZB bereits eskomptiert, sodass der Anleihemarkt im Vorfeld der Ratssitzung am Donnerstag von Zurückhaltung und einer Konsolidierung geprägt sein dürfte. Trading-Range: 146,20 – 147,20

Primärmarkt: Nachdem die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) die für heute geplante RAGB-Auktion aufgrund der am 28. Mai erfolgten Emission zweier Tranchen über insgesamt 6 Mrd. EUR im Rahmen eines syndizierten Verfahrens abgesagt hat, richtet sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer im heutigen Tagesverlauf ausschließlich auf das britische Debt Management Office (DMO). Im Verlauf des Vormittags steht die Erweiterung der 5-jährigen Benchmark-Gilt um 4 Mrd. GBP auf der Agenda. Das bis Juli 2019 laufende Papier rentiert am Sekundärmarkt aktuell bei 1,87 % und damit gut 5 Bp. unter dem Niveau der letzten Aufstockung Ende April. Am Nachmittag gibt das DMO dann die Emissionsdetails für die in der kommenden Woche anstehenden Auktionen im konventionellen und inflationsindexierten Anleihesegment bekannt. Am US-Primärmarkt bleibt es abgesehen von den Anleihekäufen der New-York-Fed, die heute maximal ein Volumen von 0,6 Mrd. USD aufweisen werden, ruhig.

Wie angesprochen konnte die OeBFA vergangene Woche über ein Bankensyndikat 6 Mrd. EUR an neuen Mitteln aufnehmen. Davon entfielen 4 Mrd. EUR auf eine neue 10-jährige Bundesanleihe. Das bis Oktober 2024 laufende Papier ist mit einem historisch niedrigen Kupon von 1,65 % ausgestattet. Die Zuteilungsrendite lag bei 1,7 %. Darüber hinaus wurde eine variabel verzinste Anleihe im Wert von 2 Mrd. EUR mit einer Laufzeit von sechs Jahren platziert. Der österreichische Bund hat damit 50 % des für 2014 angestrebten Finanzierungsprogramms realisiert. Die Nachfrage war trotz des niedrigen Zinsniveaus überraschend hoch, was die nach wie vor ausgeprägte Präferenz sicherheitsorientierter Investoren an Staatsanleihen bester Bonität reflektiert.

Zu Beginn der Woche ist die Rendite 10-jähriger irischer Staatstitel auf ein neues historisches Tief gesunken. Mit 2,55 % liegt das aktuelle Renditeniveau rund 100 Bp. unter dem Niveau von Mitte Januar. In der Folge engte sich auch der Spread gegenüber Bunds gleicher Laufzeit weiter ein. Während die Spreads der südlichen Europeripherie nach wie vor über den langjährigen Tiefstständen von Anfang Mai liegen, rentiert der 10-jährige irisch-deutsche Spread mit aktuell rund 120 Bp. wieder auf dem Niveau vor der deutlichen Spreadausweitung im Vorfeld der Europawahl. Mit Blick auf die EZB-Sitzung am Donnerstag dürften sich die Peripheriespreads weiter unterstützt zeigen.

Helaba Floor Research
www.helaba.de


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DAX tut sich schwer mit der 12.000 – Euro vermiest die Stimmung
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Auslandsaktien: Nasdaq klettert immer weiter
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Die internationalen Rentenmärkte steuern auf eine Zerreißprobe zu, welche in der gegensätzlichen Ausrichtung der Geldpolitik von Europäischer Zentralbank (EZB) und der US-amerikanischen Notenbank (Fed) begründet ist. Während die Fed sich infolge steigender Inflationszahlen, guter Konjunkturdaten und zu erwartender Stimuli seitens der neuen US-Regierung mit steigenden Zinsen auseinandersetzt, hält die EZB an ihrer Politik des billigen Geldes fest. Und das obwohl auch in der Eurozone höhere Inflationszahlen zu beobachten waren. In Deutschland ist für den Januar sogar mit einer Rate von 2% zu rechnen. ... mehr

Analyse: Analystenschätzungen halten WTI auf Kurs!
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Die Rohölnotierungen hielten sich auch in der letzten Handelswoche auf ihren Kursniveaus und verzeichneten keine nennenswerten Abgaben. Allerdings gibt es auch keinen neuen Impuls für dynamische Anstiege auf der Oberseite. Aus fundamentaler Sicht bleibt die Perspektive ebenfalls unverändert, sodass die Marktteilnehmer weiterhin auf den nächsten entscheidenden Impuls warten. Am Dienstag verhalf ein Analystenkommentar der Citigroup WTI auf ein neues Monatshoch. Übergeordnete Marktsituation WTI - 23. Februar 2017 Dieses Monatshoch geht einher mit dem Vorvortageshoch und stellt den nächsten übergeordneten Widerstand bei 55,05 USD dar. ... mehr

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DAX kämpft mit psychologisch wichtiger 12.000er-Marke
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Fixed Income Daily - Unsicherheiten machen sich bei Stimmungsindikatoren nicht bemerkbar
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In den letzten Tagen und Wochen wurden politische Unsicherheitsfaktoren immer wieder thematisiert und für einen Anstieg der Risikoaversion an den Finanzmärkten verantwortlich gemacht. Während Bundesanleihen von ihrem Status als sicherer Hafen profitieren und kurze Laufzeiten zum Teil neue historische Renditetiefs markieren, weisen die Zinsen in Frankreich, Italien und anderen Peripheriestaaten nach oben. Interessanterweise machen sich diese Unsicherheiten bei den zuletzt veröffentlichten Stimmungsindikatoren nicht bemerkbar. ... mehr

FX Daily - EUR/USD - Erwartete Trading-Range: 1,0460 – 1,0635
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Im Datenkalender finden sich kaum Einträge, die von der wieder stärker brodelnden Euro-Krise ablenken könnten. Die politische Verunsicherung im Kontext der Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und möglicherweise auch in Italien ist dafür verantwortlich und so werden konjunkturelle Veröffentlichungen vor allem dann beachtet, wenn sie die Euro-Krisenstimmung eher befeuern als lindern. Dies dürfte auch für das INSEE-Geschäftsklima gelten. Echten Einfluss auf das Marktgeschehen erwarten wir nur für den Fall einer Enttäuschung. ... mehr

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