Kolumnen & Analysen Devisen

Alle Augen auf der EZB am kommenden Donnerstag: reicht es für neue Jahrestiefs im EUR/USD?
Jens Klatt I FXCM - Forex - 02.06.2014

(DailyFX.de) – Das Event der kommenden Woche wird mit Sicherheit die EZB-Leitzuinsentscheidung kommenden Donnerstag, die Leitzinsentscheidung auf welche die Marktteilnehmer schon seit dem 08.05., der letzten EZB-Sitzung mit Spannung warten.

Auf dieser sorgte Mario Draghi mit seinen Worten, dass die EZB auf ihrer kommenden Sitzung, falls nötig, bereit wäre zu agieren (um die weiter niedrige Inflation in den Griff zu bekommen).

In diesem Zusammenhang machten bereits vor Wochen Gerüchte die Runde, dass die EZB auf der Sitzung am Donnerstag auf jeden Fall ihren Leitzins senken wird, was auch wesentlich zur Abwertung des Euro zum US-Dollar von mehr als 2,8% oder rund 400 Pips in den letzten vier Wochen beigetragen hat

Da überrascht es kaum, dass von 52 von Bloomberg befragte Analysten aktuell 47 von einer Lockerung der Geldpolitik der EZB am kommenden Donnerstag ausgehen. Ein solcher Schritt dürfte größtenteils im Euro eingepreist sein und kaum nachhaltige, bearishe Impulse auf den Weg bringen. In diesem Zusammenhang erkennt man dann auch, warum ich den Euro-Kern-Inflationsdaten am Dienstag kaum eine erhöhte Signifikanz zugestehen würde, der Hauptfokus liegt tatsächlich primär auf Donnerstag und auf der EZB:


Quelle: DailyFX Wirtschaftsdatenkalender

Was eher spannend ist und was abzuwarten bleibt ist, ob über Zinssenkungen hinausgehende Maßnahmen, sollten diese die EZB-Bilanz nicht ausdehnen und steril ausfallen (was bspw. ein an das FLS der BoE angelehnte Programm beinhalten würde), den Euro wirklich schwächen würden und neue Jahrestiefs nach sich ziehen könnten (Details: Zinssenkungen seitens der EZB im Juni bereits beschlossene Sache und der EUR/USD weiter über 1,37? Warum?)

Auch wenn ich mittlerweile skeptisch bin, ob mein bullisher Ausblick mit mittelfristigen Notierungen im EUR/USD über 1,4000 USD noch haltbar ist, so bin ich bis zur Auflage von Programmen, welche die EZB-Bilanz ausdehnen würden aber auch nicht übermäßig bearish für den Euro zum US-Dollar.

Den Grund lieferten die US BIP-Daten am Donnerstag, welche mit -1,0% für das erste Quartal 2014 auf den niedrigsten Stand seit Q1 / 2011 fielen und zeigen, dass die USA eventuell trotz aggressiver geldpolitischer Stimuli der letzten Jahre in eine Rezession abrutschen könnte. Selbstverständlich höre ich diejenigen, die den Grund für dieses schlechte BIP-Reading im strengen US-Winter sehen und für das zweite Quartal einen positiveren Wirtschaftsausblick für die USA haben. Aber die Wahrscheinlichkeit einer zeitnahen Normalisierung der US-Geldpolitik (=Zinserhöhungen durch die FED) im Anschluss an die vollständige Rückführung von QE3 dürfte vor diesem Hintergrund dennoch schwer werden.

In diesem Zusammenhang dürften selbst die Erwartung übertreffende Non Farm Payrolls am Freitag die US-Zinsstrukturkurve am langen Ende unwesentlich aufdrehen lassen und den US-Dollar begünstigen.


Quelle: DailyFX Wirtschaftsdatenkalender

Einzig ein Risk Off-Modus und eine von ihren historischen Tiefstständen anziehende Volatilität würde für den Greenback sprechen und könnte im EUR/USD ernsthaft das Jahrestief um 1,3470 USD in Gefahr bringen.



Charttechnisch sehe ich den EUR/USD oberhalb des Jahrestiefs bei 1,3470 USD somit neutral mit Potential zurück über die 1,37er Marke.

Ein Burch der 1,3470er Marke ebnete den Weg in Richtung der November-Tiefs in den Bereich um 1,3300 USD.


Chart erstellt mit FXCMs Trading Station II / Marketscope

Diese neutrale Haltung spiegelt sich auch im Retail-Sentiment von FXCM, dem SSI wider. So sind zum aktuellen Zeitpunkt jeweils 50% der Retail-Trader Long und Short positioniert.

Der Umschwung auf Wochenbasis um rund 11% der Retail-Trader die mehr Long positioniert und die Reduktion der Short-Position im gleichen Zeitraum um 6%, impliziert zwar realistisch weiteres Abwärtspotential in Richtung der Jahrestiefs, aber zumindest aktuell wohl auch nicht mehr.



Analyse geschrieben von Jens Klatt, Chefanalyst von DailyFX.de
Um Jens Klatt zu kontaktieren, sende man eine E-Mail an jklatt[at]fxcm.de
Folgen Sie Jens Klatt auf Twitter: @JensKlattFX


Über den Autor
Jens Klatt arbeitet als Marktanalyst bei DailyFX.de. Klatt ist seit über sieben Jahren in der Finanzbranche tätig. Er erlernte den Börsenhandel von der Pike auf bei einem großen Börsenmakler und wechselte dann an einen Eigenhandelsdesk. Dort handelte er Futures, vornehmlich auf den DAX, EuroFX und das Britische Pfund. Den Devisenhandel favorisiert er aufgrund seiner schönen und klaren Strukturen und betrachtet ein striktes Risk-Managment beim Trading seines eigenen Kontos als unabdingbar für den langfristigen Erfolg.

Aktuelle Kolumnen & Analysen

DOW-Analyse: Erneute Trendbewegung!
Admiral Markets - Indizes - 27.05.2017
(Markt-)Technische Analyse des Dow Jones Index innerhalb der Handelswoche 21.2017 Der Dow-Jones hat den großen Aufwärtstrend (siehe kobaltblauer diagonaler Linienverlauf) erneut fortgesetzt und steht zum Handelsschluss dieser Woche kurz vor seinem höchsten Hoch. Die immer noch andauernde Bewegungsphase (von 20.500 ausgehend) hat mit Überschreitung der 21.075 einen „Aufwärtstrend im Aufwärtstrend" ausgebildet! Die Wahrscheinlichkeit zur Trendfortsetzung an oder über die 21.170 ist sehr hoch. ... mehr

DAX zwischen Trump und Euro - Schaukelbörse hält an
CMC Markets - Marktberichte - 26.05.2017
Die Schaukelbörse hält weiterhin an. EZB-Präsident Mario Draghi könnte die Anhörung am Montag vor dem Parlament dazu nutzen, die jüngste Rally im Euro etwas einzudämmen. Ein schwächerer Euro wäre gut für den DAX, der neben der starken Valuta zuletzt unter den negativen Kommentaren Donald Trumps über den deutschen Export leidet. Trump lenkt von der wirtschaftlichen Schwäche im eigenen Land ab, indem er auf Deutschland feuert, das wirtschaftlich gerade eine goldene Phase erlebt. ... mehr

Grüner Fisher: "Die totale Erinnerungslücke"
Börse Frankfurt - Indizes - 26.05.2017
26. Mai 2017. FRANKFURT (Grüner Fischer). Mit beängstigendem Tempo nimmt die Anzahl absurder Diskussionen rund um gesellschaftliche, politische und vor allem wirtschaftliche Themen zu. Man gewinnt zusehends den Eindruck, dass viele Teilnehmer dieser Debatten überhaupt nicht mehr wissen, wovon sie eigentlich reden. Munter wird dabei die eigene Meinung verkündet - unter völliger Ignoranz der Fakten und mit einer geradezu schauerlichen Geschichtsvergessenheit. Meinungsstark? Eher dämlich! ... mehr

Anleihen: In Trippelschritten zurück zur Normalität
Börse Frankfurt - Bonds - 26.05.2017
26. Mai 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Eine weitere US-Zinserhöhung im September um 25 Basispunkte scheint immer wahrscheinlicher. Zu Tage gebracht hat es laut Analysten das Protokoll der jüngsten Federal Reserve Ratssitzung, wonach bei ausbleibenden negativen Überraschungen schon bald der Zeitpunkt für eine weitere geldpolitische Verschärfung gegeben sei. Wann hingegen danach weitere Zinsschritte folgen, ist nach Auffassung der HSBC noch offen. ... mehr

Euwax Trends: Dax-Anleger am Brückentag in der Defensive - Ölpreis bricht ein – Autowerte geben nach
Börse Stuttgart - Marktberichte - 26.05.2017
Auch am Freitag kommt der Aktienhandel nicht in Schwung. Der Dax startet schwach und baut das Minus schnell aus auf ein halbes Prozent. Schon am Feiertag hatten sich die meisten Anleger bedeckt gehalten – die Umsätze waren und sind extrem dünn. Marktbericht Auf der Terminseite ragen einige Konjunkturdaten aus den USA hervor. So steht unter anderem die zweite Schätzung zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes im ersten Quartal an. Auf der Unternehmensseite hat Lanxess zur Hauptversammlung geladen. ... mehr

4x Report: US-Rüstungswerte profitieren von Trumps Saudi-Arabien-Besuch – Toshiba und Fiat Chrysler im Fokus – Gazprom unter Druck
Börse Stuttgart - Indizes - 26.05.2017
Auslandsaktien KW 21 (22.05. bis 26.05.2017) Seit dem letzten Marktbericht hat sich der Börsenhimmel in den USA wieder aufgehellt. Der Dow Jones konnte die Verluste der Vorwoche wieder ausbügeln. Am Dienstag schloss der Index bei 20.938 Punkten. Zum Wochenauftakt herrschte eine freundliche Stimmung am Aktienmarkt. Am Wochenende besuchte der US-Präsident Trump Saudi-Arabien und konnte Rüstungsverträge in Höhe von 110 Milliarden Dollar verkünden. Dies beflügelte die Aktien der Rüstungsindustrie. ... mehr

DAX unentschlossen – Wall Street ohne Trump in Partylaune
CMC Markets - Marktberichte - 26.05.2017
Alles was im Deutschen Aktienindex unter 12.700 Punkten passiert, ist den kurzfristigen Akteuren an der Börse zu verdanken. Spekulative Anleger nutzten am gestrigen Feiertag die kleinen Gewinne im DAX über 12.700 Punkten, um sofort wieder Gewinne einzustreichen. Technisch betrachtet bleibt der DAX unter dieser Marke im Korrekturmodus. Ein instabiler Trading-Markt in der Spanne zwischen 12.500 und 12.700 Punkten ist der Status Quo für den Moment. ... mehr

Asiens Aktienmärkte überwiegend leichter, Ölpreis (LCF) deutlich tiefer bei 48,6USD.
Helaba Floor Research - Indizes - 26.05.2017
Aktienmarkt Am Eindruck, dass sich der DAX derzeit eher lustlos innerhalb einer Konsolidierung bewegt, hat sich nichts geändert. Weiterhin haben die kurzfristigen Range-Begrenzungen bei 12.560/12.700 Zählern Bestand. Zuletzt besser als erwartet ausgefallene deutsche Konjunkturdaten lösten lediglich temporäre Kursimpulse aus. Dies spricht für die Annahme, dass bereits sehr viel an positiver Erwartung auf dem aktuellen Kursniveau eskomptiert ist. Relativ geringe Volatilitäten vermitteln zudem den Eindruck, dass eine gewisse Sorglosigkeit unter den Marktteilnehmern herrscht. ... mehr

Fixed Income Daily - Nächste Leitzinserhöhung in den USA rückt näher
Helaba Floor Research - Bonds - 26.05.2017
In den USA rückt die nächste Leitzinserhöhung näher. Zahlreiche Fed-Vertreter haben einen Schritt im Juni angedeutet. Laut FOMC-Protokoll hat die Mehrheit davon gesprochen, dass ein Schritt „ziemlich bald“ angemessen sei. Vor diesem Hintergrund ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass am 14. Juni das Leitzinsband um weitere 25 Bp. auf dann 1,00-1,25 % erhöht wird. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die zuletzt veröffentlichten Konjunkturzahlen teilweise enttäuscht haben, wie beispielsweise die Stimmungsumfragen der regionalen Notenbanken von New York und Richmond. ... mehr

FX Daily - EUR/USD - Erwartete Trading-Range: 1,1100 – 1,1300
Helaba Floor Research - Forex - 26.05.2017
Die konjunkturellen Stimmungsindikatoren in Deutschland aber auch in Frankreich und in der Eurozone als Ganzes haben in dieser Woche überzeugt. Zwar fielen die Einkaufsmanagerindizes uneinheitlich aus, per saldo liegen diese aber nicht nur deutlich im Expansionsbereich, auch der Gesamtindex (Composite Index; Verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungen) konnte nochmals zulegen. Zudem hat der ifo-Geschäftsklimaindex – getragen von der sehr starken Lageeinschätzung der Unternehmen – das höchste Niveau seit Beginn der gesamtdeutschen Datenerfassung erreicht. Vor diesem Hintergrund sind die Perspektiven für das italienische Wirtschaftsvertrauen freundlich. Die entsprechenden Daten für die Eurozone stehen in der nächsten Woche an und auch dort sollten Anstiege nicht überraschen. ... mehr

Buchtipp

Faszination Devisen
Die Gewinn- möglichkeiten mit Devisen sind enorm. Nie zuvor war es für den Privatanleger einfacher und lukrativer, mit den Kursschwankungen und Trends von Wechselkursen eigenständig und ohne hohe Gebühren Geld zu verdienen. ...weiter

Broker

Anzeige eToro - Trading-Verluste können Ihre Einlagen übersteigen. Beachten Sie die Risikoaufklärung auf der Seite des Brokers!

Sponsor

Anzeigen

<