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DailyFX: Goldpreis hat wieder Potenzial – Risiko bleibt die US-Notenbank
FXCM Research - Commodities - 24.01.2014

Fallende Aktienkurse rund um den Globus, rapide Abwertungen der Währungen aus Schwellenländern und dazu ein steigender Goldpreis, der gestern damit womöglich den Grundstein für eine neue Rally gelegt hat. Der Preis konnte sich oberhalb der 1.230 US-Dollar stabilisieren und notierte im Hoch bei rund 1.265 US-Dollar. Das im vergangenen Jahr gebeutelte Gold wurde gestern wieder als sicherer Hafen angesteuert. Hinzu kommen aber auch einige fundamentale Gründe, die das Edelmetall auf diesem Niveau wieder attraktiv machen.

Indien greift wieder nach der „Goldkrone“

Die Aussicht, dass Indien die erhöhte Importsteuer auf Gold senken könnte, trägt grundlegend zur positiven Entwicklung beim Goldpreis bei. Die indische Einfuhrsteuer stoppte die importierten Goldmengen drastisch, erhöhte jedoch auch den Goldschmuggel und führte in Indien zu kräftigen Preisaufschlägen auf das Edelmetall. Indien, im letzten Jahr als weltweit bedeutendster Goldimporteur von China überholt, könnte durch eine Lockerung der auf 10 Prozent erhöhten Importsteuern wieder nach der „Goldkrone“ im Import greifen. Anstehende indische Wahlen erhöhen die Aussicht auf eine Lockerung der Restriktion der Einfuhr zusätzlich, es wird frischen Wind durch neue Gesetze geben.

Weiterhin Unruhe in Südafrikas Minen

Die Streiks der Angestellten in den Platinminen Südafrikas halten weiter an und wirken zurzeit preistreibend nicht nur auf den Platinpreis. Die Streiks könnten immer noch auf die Goldminen übergreifen. Auch Goldminenarbeiter wurden zum Streik aufgefordert. 20.000 Mitglieder aus dem Goldsektor zählt die Gewerkschaft AMCU, das sind rund 20 Prozent der Beschäftigten im Goldsektor Südafrikas. Gefordert wird ein Mindestlohn von 12.500 südafrikanischen Rand (rund 850 Euro). Der südafrikanische Finanzminister äußerte seine Sorgen, dass die Streiks der Minenarbeiter sich auf die komplette Wirtschaftsleistung des Südafrikas negativ auswirken könnten. Bereits für das vergangene Jahr bezifferte Präsident Jacob Zuma den Schaden für das Bruttoinlandsprodukt des Landes durch die anhaltenden Streiks in den Platinminen auf 0,3 Prozent. Den Minenarbeitern wurden mittlerweile Lohnsteigerungen von 7% - 8,5% angeboten. Doch die AMCU hinter den Streiks hat sich höhere Ziele gesetzt, während zwei andere Gewerkschaften sich bereits auf die Angebote einließen. Der Staat bot inzwischen seine Hilfe an. Der stellvertretende Präsident setzt sich für eine zeitnahe Schlichtung zwischen Gewerkschaft und Unternehmen ein. Sollten die Streiks länger anhalten und auf die Goldminen übergreifen, würde das dann weniger produzierte Gold das Angebot verknappen und zu steigenden Preisen führen. Südafrikas Goldförderung belegt im weltweiten Ranking Platz 6.

Weltweite Konjunkturbelebung noch keine ausgemachte Sache

China enttäuschte gestern mit einem Einkaufsmanagerindex wieder unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten, so schlecht wie seit sechs Monaten nicht mehr. Das schürte wieder Sorgen, die Weltwirtschaft könnte ohne Chinas Wachstumsmotor auch nicht so recht auf die Beine kommen wie noch vor einigen Tagen erhofft. Der US-Einkaufsmanagerindex PMI sowie schwache Arbeitsmarktdaten aus den USA stimmten in diesen Konjunkturpessimismus mit ein. Nun sind die Augen wieder auf die US-Notenbank und die Sitzung am kommenden Mittwoch gerichtet. Hier liegt aktuell das größte Risiko für den Goldpreis. Hält die Notenbank an ihrem im Dezember eingeschlagenen Kurs fest und reduziert die monatlichen Anleihekäufe weiter, wäre der kurzfristige Aufwärtstrend des Goldes wieder in Gefahr. Steigende Zinsen der US-Staatsanleihen und ein starker US-Dollar wären die Folge, was wiederum auf den Preisen für alle Edelmetalle lastet. Hält die Federal Reserve dagegen still und belässt es vorerst bei monatlich 75 Milliarden US-Dollar, wäre dies positiv für den Goldpreis. Die Chancen dafür stehen nach den letzten Konjunkturdaten nicht schlecht. Insgesamt aber wird auch 2014 kein leichtes Jahr für die Fans des Edelmetalls. Eine im Jahresverlauf zunehmend restriktivere Haltung der US-Notenbank wäre Gift für Gold.



Das Interesse der Investoren am Gold kommt wieder zurück

Der positive Jahresstart lockt zurzeit zunehmend Spekulanten wieder in den Markt, eine in 2013 zuletzt fehlende Entwicklung. An der COMEX verzeichnete die spekulative Nachfrage nach Gold seit vier aufeinander folgenden Wochen einen Anstieg. Das Vertrauen von Fonds, Banken und Vermögensverwaltern steigt wieder. Mit 44.013 Kontrakten (Netto-Größe) setzen Institutionelle Spekulanten akuell auf einen weiter steigenden Goldpreis und verdoppelten damit nahezu ihre Position (netto) im Vergleich zum Tief im Dezember.

Auch bei den Fondsinvestoren kommt das Interesse am Gold langsam wieder zurück. Letzten Freitag verbuchte der größte Gold Trust, der SPDR GLD Gold mit 7,48 Tonnen Gold den größten täglichen Zufluss seit Oktober 2012. Aktuell hält der Fund 790,46 Tonnen, im Hoch notierte das Volumen in 2012 bei 1340,52 Tonnen. Aber der Abwärtstrend scheint gestoppt.





Autor: Niall Delventhal, DailyFX

Über den Autor:
Niall Delventhal arbeitet als Markanalyst für DailyFX.de, dem Research-Arm von FXCM. Er ist studierter Betriebswirt (B. Sc.) und ist sehr börsenaffin. Für seine Bachelorarbeit untersuchte er die missbräuchliche Ausnutzung von Marktmacht am Spotmarkt der Strombörse. Als nächste Fortbildung strebt er den CFA, Chartered Financial Analyst, an. In seinen täglichen Online-Seminaren bietet er neben aktuellen Marktnachrichten, Ratschläge und Lehrinformationen rund um das Thema Trading an. Dabei ist er der Ansicht, dass Informationen und Kenntnisse über die Märkte sowie die Risiken zu besitzen und zu beziehen einem keine Erfolge garantieren, aber die Erfolgschancen deutlich erhöhen. Detailliert widmet er sich den Stimmungen an den Märkten. Jeweils zum Wochenbeginn verfasst er den Report „Den großen Spekulanten auf der Spur" und fängt mithilfe der Commitments of Traders Daten primär für FX-Märkte die Positionierung und das Verhalten institutioneller Händler ein.

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