Kolumnen & Analysen Devisen

Fixed Income Daily - Interessante Emissionen auf beiden Seiten des Atlantiks im Wochenverlauf
Helaba Floor Research - Bonds - 28.10.2013

Coeuré (EZB): Eurozone aus der Gefahrenzone; Wirtschaft muss weniger von Geschäftsbanken abhängig werden.
Asiens Aktienmärkte tendieren überwiegend freundlich.


Aufgrund des Haushaltsstreits in den USA und der vorübergehenden Schließung von US-Behörden werden die US-Arbeitsmarktdaten erst am Freitag der kommenden Woche veröffentlicht. Vor diesem Hintergrund steht in dieser Woche wohl der ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes im Mittelpunkt. Dieser liegt mit aktuell 56,2 Punkten auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Ein schwächerer Wert sollte ins Kalkül gezogen werden, zumal auch die regionalen Fed-Umfragen zum Teil gesunken sind. Auf Interesse stößt die Beschäftigungssubkomponente des ISM-Indexes, denn sie liefert, zusammen mit den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, eine wichtige Information über den derzeitigen Zustand am Arbeitsmarkt. Zwar sind die wöchentlichen Erstanträge temporär nach oben verzerrt, insgesamt sieht es aber danach aus, als würde sich die Erholung am Arbeitsmarkt fortsetzen. Positive Überraschungen gegenüber den jeweiligen Konsensschätzungen machen wir aber nicht aus.

Zudem halten wir bei den heute anstehenden Produktionszahlen und den Einzelhandelsumsätzen, die morgen veröffentlicht werden, leichte Enttäuschungen für möglich. In diesem Fall würden Erwartungen forciert, wonach die US-Notenbank frühestens im März kommenden Jahres mit der Reduzierung des Anleihekaufvolumens beginnen wird. In diesem Zusammenhang sei auf die US-Notenbanksitzung hingewiesen, die an diesem Mittwoch stattfindet. Unsicherheiten über den negativen Einfluss des Haushaltsstreits sowie kritische Äußerungen diverser Fed-Vertreter machen eine geldpolitische Anpassung unwahrscheinlich. Konkrete Hinweise auf ein späteres Agieren der Notenbank wird es im Statement wohl auch nicht geben.

Auf europäischer Seite haben die zuletzt veröffentlichten Wirtschaftszahlen kaum überzeugen können. Zu nennen sind unter anderem der ifo-Geschäftsklimaindex, die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes und die Entwicklung der europäischen Geldmenge. Heute steht das italienische Geschäftsklima zur Veröffentlichung an und das Economic Sentiment im Wochenverlauf. Auch hier erscheinen positive Überraschungen unwahrscheinlich. Da zudem kein Inflationsdruck vorhanden ist, was die am Donnerstag anstehende Frühschätzung der EWU-Konsumentenpreise bestätigen dürfte, gibt es für die EZB keinen Grund, von ihrer expansiven Geldpolitik und ihrem Niedrigzinsversprechen abzurücken.

Bund-Future: Der Future hat sein erhöhtes Niveau halten können. Eine vielversprechende Indikatorenlage, der intakte Aufwärtsimpuls und leicht enttäuschend zu erwartende Konjunkturzahlen machen weitere Gewinne möglich. Die nächsten Widerstände sind bei 141,40 und 141,67 anzutreffen. Erste Unterstützungen lokalisieren wir bei 140,55 und 139,78. Trading-Range: 140,40 – 141,65.

Primärmarkt: In der letzten Oktoberwoche finden Investoren auf beiden Seiten des Atlantiks einige interessante Emissionen vor. Den Auftakt gibt heute das italienische Tesoro mit einer kombinierten Auktion aus Nullkuponanleihe und inflationsgeschützter BTP. Im weiteren Tagesverlauf wird die belgische Schuldenverwaltung drei OLO-Serien im mittleren und langen Laufzeitbereich aufstocken. Das gesamte Emissionsvolumen summiert sich dabei auf bis zu 2,5 Mrd. Euro. Zum letzten Mal in diesem Jahr wird morgen Finnland am Primärmarkt aktiv und erweitert die 5- und 30-jährigen Benchmark-RFGBs um bis zu 1,5 Mrd. Euro. Zur Wochenmitte richten sich die Blicke der Anleger dann zunächst auf die Deutsche Finanzagentur, die die 10-jährige Benchmark-Bund um 4 Mrd. Euro aufstockt, bevor anschließend die italienische BTP-Auktion in den Fokus rückt.

In den USA begibt das Schatzamt im Laufe der Woche neue 2-, 5- und 7-jährige Notes mit einem Gesamtwert von 96 Mrd. US-Dollar. Die in den kommenden Tagen von der New-York-Fed vorgesehenen Anleihekäufe addieren sich auf bis zu 8 Mrd. US-Dollar.

Die Peripheriespreads der Eurozone haben sich in der vergangenen Woche, mit Ausnahme des spanischen, zum Teil deutlich ausgeweitet. Während sich portugiesische und italienische Risikoprämien im 10-jährigen Laufzeitbereich um rund 10 Bp. auf 437 respektive 245 Bp. ausweiteten, verzeichnete der griechisch-deutsche Spread nach der jüngsten Einengung einen Anstieg um knapp 30 Bp. auf aktuell 660 Bp.

Helaba Floor Research
www.helaba.de


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