Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: Stimmungsindikator im Realitätscheck
Helaba Floor Research - Forex - 09.02.2018

In Europa stehen weitere Industrieproduktionszahlen auf der Agenda, nachdem in der auslaufenden Woche bereits Deutschland und Spanien berichtet haben. Während der Dezember für die deutsche Industrie mit einem Minus endete, konnte Spanien mit dem fünften Plus in Folge deutlich positiv überraschen. Insbesondere die Entwicklungen in Frankreich und Italien sind vor diesem Hintergrund entscheidend für die gesamteuropäische Zuwachsrate. Ein starkes Plus im Vormonatsvergleich ist noch keine ausgemachte Sache. Zudem zeigt sich noch immer, dass die reale wirtschaftliche Entwicklung, die als sehr gut zu bezeichnen ist, hinter den Vorgaben der Stimmungsindikatoren zurückbleibt. So weist die Industrieproduktion mit einem Zuwachs von 3,2 % gegenüber dem Vorjahr eine solide Rate auf. Im Vergleich zum Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes, der im Bereich von 60 Punkten einen Rekordstand markieren konnte, ist das Ergebnis aber verhalten. An dieser Stelle sei zudem betont, dass andere Frühindikatoren die Dynamik der Einkaufsmanagerindizes ebenfalls nicht widerspiegeln.

Rentenmarkt: Belastungsfaktoren nehmen zu



Erwartungen, dass mit einem SPD-geführten Bundesfinanzministerium die Ausgabendisziplin in Deutschland und der gesamten Eurozone gefährdet sein könnte, haben den Rentenmarkt belastet. Zudem sorgte die Mitteilung der Bank von England, wonach die geldpolitischen Zügel angesichts der verbesserten Konjunkturaussichten etwas früher und in einem stärkeren Ausmaß angezogen werden könnten, für Abgabedruck. Zwar hat der erneute Kursrutsch an den Aktienmärkten zuletzt gestützt, der Dezember-Abwärtstrend mit der Widerstandslinie bei 159,31 bleibt aber tonangebend. Unterstützungen sind bei 157,26 und im Bereich 154,80/155,00 zu finden, Widerstände lokalisieren wir bei 158,92 und 159,24/31.

Euro: Charttechnik trübt sich ein



Die charttechnische Lage des Euros ist trotz der kleinen Erholung kritisch zu beurteilen. MACD und Stochastic stehen im Verkauf und der ADX setzt seine Abwärtsbewegung fort. Zudem führten die Verluste der letzten Tage dazu, dass das Kursmomentum eingeknickt ist. Das technische Bild auf Wochenbasis ist insgesamt zwar noch positiv zu beurteilen, weshalb die Kursverluste der letzten Tage bislang als Korrektur im Aufwärtstrend zu interpretieren sind. Als erste Unterstützung lokalisieren wir das 38,2 %-Retracement der Aufwärtsbewegung von November bis Januar bei 1,2161. Sollte diese Marke nicht halten, könnten Verluste bis zur 55-Tagelinie bei 1,2010 folgen. Auf erste Hürden trifft der Euro an der Widerstandslinie des November-Aufwärtstrendkanals bei 1,2316 und bei 1,2406.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de



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