Kolumnen & Analysen Devisen

Wochenbarometer Devisenmärkte - 05. KW 2018
HSH Nordbank Research - Forex - 02.02.2018

EUR-Rallye kommt vorerst zum Halten. GBP ignoriert weiterhin Brexit-Verhandlungen. Was steckt hinter der Aufwertung des CHF?

EUR/USD: Der Euro konnte in der ablaufenden Berichtswoche keine neuen Höhen gegenüber dem US-Dollar erklimmen und notiert momentan bei 1,2430 US-Dollar (-0,62 % zur Vorwoche). Die Woche mit zwei Zentralbanksitzungen (EZB am 25.01. und Fed am 31.01.) und den widersprüchlichen Äußerungen zum US-Dollar von der US-Administration in Davos war von erhöhter Volatilität geprägt. Janet Yellen hat sich zuversichtlich in Bezug auf die Inflationsentwicklung gezeigt, ohne dass die Sitzung einen spürbaren Effekt auf den Dollar gehabt hätte. Enttäuschende Januar-Inflationszahlen aus der Eurozone (Rückgang der CPIs auf 1,3 %, allerdings Anstieg der Kernrate) und aus Deutschland gaben von fundamentaler Seite keine Unterstützung für höhere Euro-Kurse. Insgesamt ist eine kleine Dollar-Erholung zu beobachten, wie auch die Rückkehr des Dollar-Index über die Marke von 89 Indexpunkten suggeriert. In den nächsten Tagen werden die US-Arbeitsmarktdaten (02.02.) sowie der ISM-Index (05.02.) richtungsweisend sein.

EUR/GBP: Seit Beginn des Jahres hat das britische Pfund gegenüber dem Euro 1,1 % aufgewertet und notiert derweil bei 0,8730. Mit 1,5 % (YoY) konnte das BIPWachstum im Vereinigten Königreich für das abgelaufene Quartal (26.01.) leicht überraschen, bleibt aber das schwächste unter allen Industrienationen. Die EU hat in dieser Woche die Übergangshase nach dem britischen Austritt aus der EU auf 21 Monate festgelegt und gleichzeitig eine rigide Position hinsichtlich der im März beginnenden Gespräche des Handelsabkommens zu beziehen: Institute mit Sitz in London würden nach dem Brexit den uneingeschränkten Zugang zum europäischen Binnenmarkt verlieren. BoE-Chef Carney äußerte sich in den letzten Tagen positiv hinsichtlich der britischen Wirtschaft und verwies auf die sich schließende Outputlücke. Unklar ist, wann die nächste Zinserhöhung kommt. Aufschluss gibt darüber vielleicht das neue Prognoseset, das anlässlich der Zinssitzung am 08.02. veröffentlicht wird.

EUR/CHF: Der Franken konnte seit Jahresbeginn eine signifikante Aufwertung gegenüber dem Euro verzeichnen. Ausgehend von einem Niveau von 1,18 Franken erhielt man Ende Januar für einen Euro zeitweise nur noch 1,1560 Franken. Die erneute Franken-Stärke wirft Fragen auf, da sie nicht von Fundamentalfaktoren getragen wird. Die Teuerungsrate der Eidgenossenschaft hinkt deutlich der Eurozonen-Inflation hinterher (im Dezember: 0,8 % YoY vs. 1,4 % YoY). Gegensätze werden auch auf geldpolitischer Seite offenbar. Während die EZB den QE-Ausstieg vorbereitet, werden Unterstützungsmaßnahmen den Weg der SNB noch lange begleiten. Diese Faktoren sollten den Euro eigentlich stärken. Die jüngste Franken-Aufwertung war begleitet von nur verhaltenen Devisenmarktinterventionen der SNB im Januar. Die Gesamtsichteinlagen der SNB, welche die SNB-Interventionen näherungsweise abbilden, gingen zu Beginn Januar sogar leicht auf 572,8 Mrd. Franken zurück. Die jüngsten SNB-Bilanzdaten zeigten jedoch wieder steigende Sichteinlagen (aktuell: 575 Mrd. CHF) und trugen so zur vorübergehenden Erholung von EUR/CHF über der Marke von 1,16 bei.

Redaktionsschluss: 01.02.2018

Autor: Marius Schad, HSH-Nordbank



Hinweise
Der Marktkommentar ist ein Auszug aus dem wöchenlich erscheinenden Wochenbarometer für die Renten- und Devisenmärkte der HSH Nordbank. Den vollständigen Bericht und weitere Publikationen erhalten Sie auf unternehmerpositionen.de und HSH-Nordbank.de
Bitte beachten Sie die Hinweise und den Disclaimer auf HSH-Nordbank.de und in den jeweiligen Publikationen.

Disclaimer
Die in dieser Publikation enthaltenen Marktinformationen sind zu allgemeinen Informationszwecken erstellt worden und ausschließlich zur Information bestimmt. Sie ersetzen weder eigene Marktrecherchen noch sonstige rechtliche, steuerliche oder finanzielle Information oder Beratung. Es handelt sich bei dieser Publikation um eine Information im Sinne des § 63 Absatz 6 WpHG bzw. Artikel 24 Absatz 3 der Richtlinie 65/2014/EU. Diese Publikation enthält keine Anlagestrategieempfehlungen oder Anlageempfehlungen (Finanzanalysen) im Sinne des § 2 Absatz 9 Nummer 5 WpHG bzw. des Artikel 3 Absatz 1 Nummer 34 und Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014. Sie steht deshalb nicht im Einklang mit den Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen und unterliegt keinem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.
Die HSH Nordbank AG weist darauf hin, dass die dargestellten Marktinformationen nur für Anleger mit eigener wirtschaftlicher Erfahrung, die die Risiken und Chancen des/der hier dargestellten Marktes/Märkte abschätzen können und sich umfassend aus verschiedenen Quellen informieren, bestimmt sind. Die in dieser Publikation enthaltenen Aussagen und Angaben basieren auf Informationen, die die HSH Nordbank AG gründlich recherchiert bzw. aus allgemein zugänglichen, von der HSH Nordbank AG nicht überprüfbaren Quellen, die sie für verlässlich erachtet, bezogen hat: Die HSH Nordbank AG hält die verwendeten Quellen zwar für verlässlich, kann deren Zuverlässigkeit jedoch nicht mit letzter Gewissheit überprüfen. Die einzelnen Informationen aus diesen Quellen konnten nur auf Plausibilität überprüft werden, eine Kontrolle der sachlichen Richtigkeit fand nicht statt. Zudem enthält diese Publikation Schätzungen und Prognosen, die auf zahlreichen Annahmen und subjektiven Bewertungen sowohl der HSH Nordbank AG als auch anderer Quellen beruhen und lediglich unverbindliche Auffassungen über Märkte und Produkte zum Zeitpunkt der Herausgabe darstellen. Trotz sorgfältiger Bearbeitung übernehmen die HSH Nordbank AG und ihre Mitarbeiter und Organe keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit der bereitgestellten Informationen und Prognosen.
Dieses Dokument kann nur gemäß den gesetzlichen Bestimmungen in den jeweiligen Ländern verteilt werden, und Personen, die im Besitz dieses Dokuments sind, sollten sich über die anwendbaren lokalen Bestimmungen informieren. Diese Unterlagen enthalten nicht alle für wirtschaftlich bedeutende Entscheidungen wesentliche Angaben und können von Informationen und Einschätzungen anderer Quellen/Marktteilnehmer abweichen. Weder die HSH Nordbank AG noch ihre Organe oder Mitarbeiter können für Verluste haftbar gemacht werden, die durch die Nutzung dieser Publikation oder ihrer Inhalte oder sonst im Zusammenhang mit dieser Publikation entstanden sind. Die HSH Nordbank AG weist darauf hin, dass die Verbreitung der vorliegenden Materialien nicht zulässig ist. Schäden, die der HSH Nordbank AG aus der unerlaubten Verbreitung dieser Materialien entstehen, hat der Verbreitende in voller Höhe zu ersetzen. Von Ansprüchen Dritter, die auf der unerlaubten Verbreitung dieser Materialien beruhen, und damit im Zusammenhang stehenden Rechtsverteidigungskosten hat er die HSH Nordbank AG freizuhalten. Dies gilt insbesondere auch für die Verbreitung dieser Publikation oder von Informationen daraus an U.S. Personen oder Personen in Großbritannien. Die HSH Nordbank unterliegt der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn sowie der Europäischen Zentralbank, Sonnemannstraße 20, 60314 Frankfurt am Main.

Aktuelle Kolumnen & Analysen

Sektion US-Märkte & Indizes: Eine bullische Indikation für die kommende Woche, lässt eine Fortsetzung der Erholung erwarten
Formationstrader I S. Grass - Indizes - 25.02.2018
Wochenchart (mittelfristig) Mit einem Wochenhoch bei 2.747 Punkten und einem Wochentief bei 2.697 Punkten konsolidierte der Leitindex S&P 500 die dynamische Erholung seit dem 9. Februar. Die Konsolidierung verlief innerhalb der Handelsspanne der Vorwoche und endete oberhalb der trendbegrenzende Linie des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals. Dies ist positiv zu bewerten! ... mehr

Technische Analyse: DAX-Index zum Wochenschluß wenig verändert
Karsten Kagels - Indizes - 25.02.2018
Der abgebildete Wochenchart des DAX-Index zeigt die Kursentwicklung seit November 2016. Wir blicken auf einen Aufwärtstrend, der im Februar 2016 bei einem Indexstand von 8.700 Punkten begann, und im Januar 2018 ein historisches Hoch bei 13.596,89 Punkten erreichte, bei einem aktuellen Wochenschlusskurs von 12.483,79 Punkten. ... mehr

Chartanalyse: Goldpreis konsolidiert weiter unter dem Vorjahreshoch
Karsten Kagels - Commodities - 25.02.2018
Der abgebildete Wochenchart des in New York gehandelten Gold-Futures zeigt die Kursentwicklung seit Juni 2016. Jede abgebildete Kerze (Candlestick) stellt die Kursbewegung einer Woche dar, bei einem aktuellen Kurs von $1.330,5. Aus Sicht des Wochencharts liegt beim Gold-Future eine große Seitwärtsbewegung vor, die sich über die letzten zwei Jahre erstreckt. ... mehr

Technische Analyse: EUR/USD konsolidiert im Aufwärtstrend
Karsten Kagels - Forex - 25.02.2018
EUR/USD Chartanalyse - Trend, Prognose, Aussichten Der abgebildete Wochenchart des Währungspaares Euro/Dollar (EUR/USD Forex) zeigt die Kursbewegung seit Mai 2017. Jede Kurskerze (Candlestick) stellt die Kursentwicklung für eine Woche dar, bei einem aktuellen Kurs von 1,2293. ... mehr

DOW JONES - Entscheidende Marke voraus!
Admiral Markets - Indizes - 24.02.2018
(Markt-)Technische Analyse des Dow Jones-Index DJI30 CFD innerhalb der Handelswoche 08.2018 Der große Aufwärtstrend im Dow-Jones (siehe kobaltblauer diagonaler Linienverlauf) ist mit Überschreitung der 25.300 intakt und befindet sich derzeit in einer untergeordneten Bewegungsphase in Richtung des Hochs bei 25.440. ... mehr

Grüner Fisher: Werden Korrekturen wirklich immer heftiger?
Börse Frankfurt - Indizes - 23.02.2018
23. Februar 2018. FRANKFURT (Grüner Fisher). Hilfe, Korrektur! Wenn die Volatilität zuschlägt, prasseln negative Schlagzeilen von allen Seiten auf die Anleger ein. Möglichst große Zahlen, mit einem dicken Minus versehen, ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Es gilt, diese vermeintlich großen Zahlen in den korrekten Kontext zu setzen. ... mehr

Anleihen: Zinsanstieg legt Pause ein
Börse Frankfurt - Bonds - 23.02.2018
23. Februar 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach vielen Wochen rückläufiger Anleihekurse und anziehender Zinsen ist der Markt in dieser Woche von einer gegenläufigen Bewegung geprägt. "Der Zinsanstieg hier und in den USA scheint erst einmal ausgebremst", stellt Arthur Brunner von der ICF Bank fest. Zwar sei es klar, dass die Zeit der ultralockeren Geldpolitik vorbei sei, eine "krasse" Zinswende werde aber nicht erwartet. ... mehr

4x Report: US-Aktien in ruhigerem Fahrwasser – Walmart, Tokai Carbon und Bouygues im Fokus – Gazprom gefragt
Börse Stuttgart - Marktberichte - 23.02.2018
An den amerikanischen Aktienmärkten könnte diese Woche das Motto lauten: „Wie gewonnen, so zerronnen“, resümierte Marc Pusch von der Baader Bank AG in Stuttgart. Gegenüber der Vorwoche notieren die Indizes leicht im Minus. Die Aktien von Walmart (WKN: 860853) standen in dieser Woche im Mittelpunkt des Geschehens. ... mehr

Euwax Trends: Chance vertan - Dax tritt zum Wochenausklang auf der Stelle - TV Sternchen lässt Snapkurs abstürzen
Börse Stuttgart - Marktberichte - 23.02.2018
Zum Abschluss der Zitterwoche sucht der Dax die Richtung und pendelt um den Schlusskurs vom Donnerstag. Rückenwind kommt von der Börse an der Wall Street. VW legt Eckdaten zum Schlussquartal vor Wichtig heute neben vereinzelten Bilanzen, wie z.B. Volkswagen, auch die Zahlen zum deutschen Wirtschaftswachstum und die europäischen Inflationsdaten. Die US-Börsen hatten am Donnerstag keine gemeinsame Richtung gefunden. ... mehr

Halvers Woche: Zeigt Inflation wieder ihre hässliche Fratze?
Börse Frankfurt - Indizes - 23.02.2018
23. Februar 2018. MÜNCHEN (Baader Bank). Die Happy Hour am Kapitalmarkt - so die Angst vieler Anleger - scheint vorbei zu sein, dafür aber sein Untergang nah. Denn die Inflation werde nach einer gefühlten Ewigkeit wieder sprießen wie Unkraut im Frühling. Und dann würde das Ungemach beginnen. Denn steigt die Teuerung, steigen auch die Zinsen. Schließlich wollen Anleger einen Inflationsausgleich haben. ... mehr

Buchtipp

Faszination Devisen
Die Gewinn- möglichkeiten mit Devisen sind enorm. Nie zuvor war es für den Privatanleger einfacher und lukrativer, mit den Kursschwankungen und Trends von Wechselkursen eigenständig und ohne hohe Gebühren Geld zu verdienen. ...weiter

Broker

Anzeige eToro - Trading-Verluste können Ihre Einlagen übersteigen. Beachten Sie die Risikoaufklärung auf der Seite des Brokers!

Sponsor

Anzeigen

<