Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: EWU-Teuerung und Fed-Entscheidung im Blick
Helaba Floor Research - Forex - 31.01.2018

Der Blick der Marktteilnehmer richtet sich am Vormittag auf die Preisentwicklungen in der Eurozone, nachdem es eine erste Indikation in Form der vorläufigen deutschen Teuerungsrate gegeben hat. Zunächst werden dabei die französischen und spanischen Daten von Interesse sein, bevor dann die Schnellschätzung der Inflationsrate der Eurozone veröffentlicht wird. Die zuletzt aufgekommene Wendestimmung in Bezug auf die EZB-Geldpolitik wird unseres Erachtens vor allem an der EWU-Kernteuerung gemessen werden. Kommt es hierbei nicht zu dem erwarteten Anstieg, dürften die Renditen ebenso unter Druck geraten wie der Euro-Kurs. Angesichts der guten Konjunktur waren auch aus EZB-Kreisen Statements zu vernehmen, wonach das QE im Herbst auslaufen sollte. EZB-Präsident Draghi hatte aber bei der letzten Ratssitzung darauf hingewiesen, dass es im Hinblick auf die Inflationsentwicklung seit dem Herbst keine Fortschritte gegeben hat (die Kerninflation stagniert seit drei Monaten bei einer Jahresrate von 0,9 %). Um die EZB-Fantasien am Leben zu erhalten, bedarf es also insbesondere hierbei einer Verbesserung der Lage.

In den USA wirft die FOMC-Entscheidung zum Leitzinsniveau ihre Schatten voraus. Zwar ist nicht mit einer Veränderung der Zinsen zu rechnen, das begleitende Statement dürfte aber genauestens auf Hinweise zum zukünftigen Zinspfad überprüft werden. Im Vorfeld dazu ist der ADP-Report aber ebenso beachtenswert wie der Chicago-PMI. Beide Veröffentlichungen liefern nochmals Informationen zu den in den beiden nächsten Tagen folgenden, wichtigen Wirtschaftszahlen, zum ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes und zum Arbeitsmarktbericht. Der Stimmungsindikator der Industrie steht dabei unter leicht negativen Vorzeichen und könnte auf sehr hohem Niveau einen Rücksetzer erleiden. Das Wachstumsszenario stünde damit aber nicht in Frage. Der Beschäftigungszuwachs ist derweil robust zu erwarten, was auch durch das jüngste neue Tief bei der Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe angezeigt wird.

Bund-Future: Abgabedruck lässt nach



Der Abgabedruck am Rentenmarkt hat nachgelassen, wozu auch der unerwartet geringe Preisdruck in Deutschland beigetragen haben dürfte. Heute steht die EWU-Kernteuerung im Fokus. Ein unverändert niedriger Wert von 0,9 % dürfte tendenziell stützen. Die technische Lage bleibt hingegen angespannt, sowohl im Tages- als auch im Wochenchart. Einzig die überverkaufte Marktlage lässt auf eine vorübergehende Erholungsphase hoffen. Trading-Range: 158,50 – 159,60.

EUR-USD: Fed-Sitzung im Fokus



Nach anfänglichen Verlusten gelang es dem Euro, den Kursrückgang vom Wochenstart nahezu vollständig auszugleichen. So notiert der Euro wieder oberhalb des Aufwärtstrendkanals von November. Das technische Umfeld ist insgesamt als freundlich zu beurteilen. Erwähnt werden muss jedoch, dass der RSI und der Stochastic kurz davor stehen den überkauften Bereich zu verlassen. Eine erste Haltemarke lokalisieren wir bei 1,2337. Ein Bruch der Unterstützungslinie bei 1,2225 könnte zu Verlusten bis um 1,2165 führen. Auf der Oberseite bestehen Hürden bei 1,2494 und am Dreijahreshoch bei 1,2537. Heute ist der Fokus auf die Entscheidung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank gerichtet. Aller Voraussicht nach wird die Notenbankpräsidentin Janet Yellen den Vorsitz ohne eine Leitzinsänderung an den designierten Nachfolger Jerome Powell übergeben. Trading-Range: 1,2330 – 1,2537.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de



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