Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: Stimmungsbarometer im Blick
Helaba Floor Research - Forex - 23.01.2018

Marktteilnehmer warten mit Spannung auf die am Donnerstag stattfindende EZB-Ratssitzung. Doch im Vorfeld stehen noch wichtige Stimmungsumfragen zur Veröffentlichung an. Heute richtet sich das Interesse auf die ZEW-Umfrage in Deutschland. Wir halten leicht steigende Werte für möglich, denn der sentix für Deutschland liefert eine positive Indikation. Hier haben sich die Salden der Erwartungen und der Lageeinschätzungen verbessert, wobei letzterer sogar ein neues Allzeithoch markiert hat. Während die schleppende Regierungsbildung in Berlin scheinbar keine negativen Effekte zu haben scheint, wird die beschlossene Steuerreform in den USA per saldo positiv gesehen. Die Aktienmärkte haben seit der letzten Umfrage Mitte Dezember ihre hohen Niveaus gehalten, sodass auch von dieser Seite kein Gegenwind droht. Insofern bleiben die Konjunkturperspektiven zu Beginn des neuen Jahres freundlich.



Die in den USA zuletzt leicht nachgebenden regionalen Stimmungsbarometer des Verarbeitenden Gewerbes (Empire-State-Index und Philly-Fed-Index) stellen für uns kein Menetekel dar. Die Werte liegen weiterhin auf sehr hohen Niveaus und sind daher mit fortgesetztem, robustem Wirtschaftswachstum vereinbar. Eine ähnliche Entwicklung erwarten wir heute bei dem Indikator der Fed in Richmond. Im Dezember hatte der Index auf 20 Punkte nachgegeben, nachdem im Oktober mit 30 ein Rekordstand ermittelt wurde. Eine nochmalige Abschwächung kann nicht ausgeschlossen werden. Werte oberhalb von 10 Punkten aber sind als solide und deutlich im Expansionsbereich anzusehen.

Auch in Großbritannien steht mit dem CBI-Geschäftsoptimismus eine Stimmungsumfrage im Kalender. Die Zuversicht der Unternehmen (quartalsweise) hatte zum Schluss des Jahres 2017 trotz guter Auftragsentwicklungen (monatlich) gelitten. Insofern stellt sich die Frage, welches Signal von den neuesten Daten ausgeht.

Bund-Future: Ruhe vor dem Sturm?



Der Future setzt seine Konsolidierung innerhalb des Dezember-Abwärtstrendkanals fort. Die Widerstandslinie rückt näher. Heute verläuft sie bei 160,83. Weitere Hürden lokalisieren wir bei 160,97 und 161,55. Auf der Unterseite sind die Marken 160,30, 160,11 und das Kontrakttief bei 159,78 zu nennen. Eine robuste ZEW-Umfrage sollte heute nicht stützen, allerdings dürfte der Markteinfluss im Vorfeld der EZB-Ratssitzung begrenzt sein. Trading-Range: 160,10 – 161,00.

Euro: Charttechnik deutet Aufwärtspotenzial an



Seit einer Woche schwankt das Währungspaar in einer Handelsspanne von 1,2165 bis 1,2323. Es scheint als ob der Euro auf Rückenwind von der EZB-Ratssitzung am Donnerstag wartet. Nach der Veröffentlichung des EZB-Sitzungsprotokolls vor 10 Tagen erntete der Euro bereits einige Vorschusslorbeeren. Der Fokus dürfte somit auf Nuancen in den Äußerungen EZB-Chefs Draghi gerichtet sein. Die technische Lage ist als unterstützend einzuschätzen. So ist der Aufwärtstrendkanal von Mitte Dezember intakt. Zudem schaffen die Indikatoren auf Tages- und Wochensicht das Potenzial für eine erneute Aufwärtsdynamik. In den kommenden Tagen könnte die Widerstandslinie des Aufwärtstrends bei 1,2314 getestet werden. Darüber besteht eine weitere Hürde in Form des Dreijahreshochs bei 1,2322. Haltemarken lokalisieren wir bei 1,2230, 1,2132 und 1,2031. Trading-Range: 1,2140 – 1,2300.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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