Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: USA - Konjunkturstimmung im Mittelpunkt
Helaba Floor Research - Forex - 16.01.2018

In den USA wurden die Zinserwartungen zuletzt etwas unterstützt, weil die Kernteuerungsrate im Dezember leicht und unerwartet zulegen konnte. Andere Wirtschaftsdaten hatten dagegen enttäuscht. Zu nennen sind die Inflationsraten auf den Vorstufen, dort auch die Kernpreisentwicklungen, und die wöchentlichen Arbeitsmarktindikationen. Zwar liegen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe noch immer auf einem sehr niedrigen Niveau, vier Wochen mit Anstiegen in Folge kamen jedoch überraschend. Vor diesem Hintergrund und im Hinblick auf die Fed-Erwartungen der Marktteilnehmer ist der heute anstehende Empire-State-Index von hohem Interesse. Die Umfrage der New-York-Fed im Verarbeitenden Gewerbe ist eines der ersten Stimmungsbarometer des laufenden Monats und könnte somit für andere regionale Industrieindizes und letztlich auch für den nationalen ISM-Index wegweisend sein. Daher sind Indikationen Mangelware. In der Vergangenheit zeigte sich aber, dass Aktienkurse von Unternehmen aus dem Bergbau und der Metallproduktion Hinweise auf die Stimmungslage geben. Zuletzt hatten sich die Börsennotierungen wieder verbessert. Anzeichen für einen Stimmungseinbruch gibt es also nicht. Aufgrund des - ungeachtet der jüngsten Rückgänge - hohen Niveaus des Stimmungsbarometers sollte ein stabiler Wert wahrscheinlich sein.



Für Aufmerksamkeit in Großbritannien sorgt die Inflationsentwicklung. Die Teuerungsrate hatte mit 3,1 % VJ im November ein 5-Jahreshoch erreicht, auch weil die Kerninflation mit 2,7 % VJ auf dem höchsten Stand seit 2011 liegt. Weitere Beschleunigungen werden nicht erwartet. Während mittelfristig vonseiten der Energiepreisentwicklung jedoch keine Entspannung zu erwarten ist, dürften die Nahrungsmittelpreise auf Sicht der kommenden Monate zur Beruhigung beitragen. Entscheidend für den Preistrend könnte die Kerninflation werden. Die Nachwirkungen der Pfundschwäche seit Sommer 2016 könnten sich hier noch für eine Weile niederschlagen und die Teuerung hoch halten. Für die gesunkene Verbraucherstimmung und die schwächelnde Konsumwachstumsrate wären dies keine guten Vorzeichen.

Bund-Future: Abwärtsszenario intakt



Der Future hat sich innerhalb des Dezember-Abwärtstrendkanals leicht abgeschwächt, die Verluste hielten sich aber in Grenzen. Heute verläuft die Widerstandslinie des Trends bei 161,42. Sie stellt zusammen mit dem ehemaligen Unterstützungsbereich 161,18/20 eine wichtige Hürde dar. Zu einem Test wird es vorerst wohl nicht kommen, denn das technische Bild bleibt getrübt. Sowohl im Tages- als auch Wochenchart ist das Abwärtsszenario intakt. Zudem sind fundamentale Impulse heute Fehlanzeige. Trading-Range: 160,00 – 161,00.

Euro im Höhenflug



Der Euro hat sich gestern in Abwesenheit fundamentaler Daten (Martin Luther King Day) weiter gefestigt. Im Hoch notierte er bei 1,2297, dem höchsten Stand seit Mitte Dezember 2014. Hier lohnt ein Blick auf die technische Verfassung. Erwähnenswert ist, dass der Euro die Widerstandslinie des Aufwärtstrendkanals von Mitte Dezember übertreffen konnte. Die Kaufsignale der Indikatoren schaffen zudem das Potenzial für weitere Kursgewinne. Somit wäre der Weg frei zum Test der Marke bei 1,25. Unterstützungen machen wir bei 1,2092, 1,2071 und 1,2029 aus. Fraglich ist, ob der Euro die Dynamik der letzten Tage beibehalten kann. Eine Verschnaufpause halten wir für zunehmend wahrscheinlich, da die US-Konjunkturzahlen in dieser Woche per saldo überzeugen sollten. Nicht vergessen werden sollte auch, dass die Fed an ihrem Pfad gradueller Leitzinserhöhungen festhalten dürfte, wobei die Preisentwicklung in der Eurozone weiterhin unter dem Inflationsziel von knapp unter 2 % liegt. Trading-Range: 1,2150 – 1,2300.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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