Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: USA: Importierter Inflationsdruck
Helaba Floor Research - Forex - 10.01.2018

Zunächst stehen in Frankreich und Großbritannien Industrieproduktionszahlen des Monats November auf der Agenda. Die deutsche Industrie hatte angesichts einer wieder anziehenden Pkw-Produktion mit einem Plus von 3,4 % VM überzeugen können. Dies muss allerdings vor dem Hintergrund zweier schwacher Vormonatswerte relativiert werden und sollte daher auch nicht ohne weiteres auf andere Länder in Europa übertragen werden. Die Vorgaben für den französischen Output sind stimmungsseitig freundlich und an der mittelfristigen Wachstumsperspektive besteht aktuell kein Zweifel. Nach einem Plus im Oktober von 1,9 % VM sollten die Erwartungen aber nicht so hoch gesteckt werden. In Großbritannien zeigte sich die Industriedynamik ungeachtet des kommenden „Brexits“ bislang robust, jedoch kommen starke Basiseffekte zum Tragen, sodass ein deutlicher Rückgang der Jahresrate wohl nicht zu vermeiden ist. Hohen Einfluss auf das Marktgeschehen erwarten wir insgesamt nicht.



Den Reigen der Inflationszahlen in den USA eröffnen heute die Importpreise. Wie Anfang der Woche bereits dargelegt, spielt für die Gesamtrate der Ölpreis eine wichtige Rolle. Lenkt man hingegen den Blick auf den Index unter Ausschluss von Öl und Ölprodukten, wird deutlich, dass zudem die Entwicklung des US-Dollar-Außenwertes einen wesentlichen Einfluss hat. Die Abwertung des US-Dollars in den letzten zwölf Monaten sorgt damit für einen importierten Inflationsdruck. Zwar lassen sich die Entwicklungen auf der Importebene nicht eins zu eins auf die folgenden Produktionsstufen übertragen, einen Grund für ein Auspreisen der Zinserhöhungserwartungen machen wir heute aber nicht aus.

Rentenmarkt: Stimmung trübt sich ein



Die Stimmung am Rentenmarkt hat sich vor dem Hintergrund der Risikobereitschaft der Marktteilnehmer und des hohen Primärmarktangebots getrübt. Der Future konnte in Abwesenheit fundamentaler Einflüsse sein hohes Niveau nicht halten. Nachdem er daran scheiterte, den Dezember-Abwärtstrend zu überwinden, ist es zu schwächeren Kursen gekommen. Heute verläuft die Widerstandslinie bei 161,90 und sie stellt eine erste Hürde dar. Unterstützungen lokalisieren wir bei 161,18/20 und um 161,00. Darunter entsteht Raum bis 160,26. Trading-Range: 160,85 – 161,90.

Vorherrschende Abwärtsimpulse



Der Euro setzte gestern seine Abwärtsbewegung fort. Auch die weit über den Erwartungen liegende Industrieproduktion in Deutschland vermochte es nicht, die Verluste einzudämmen. Das technische Bild bleibt angeschlagen. Der MACD und DMI, die gestern noch für Stabilisierungspotenzial sorgten, schwächen sich ab. Zudem weist das Überkauftsignal des Stochastics unverändert auf das Risiko weiterer Rücksetzer hin. Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Haltemarke bei 1,1940/60 unterschritten wurde. Solange das 61,8 %-Retracement des Aufwärtstrends von Mitte Dezember bei 1,1868 nicht unterschritten wird, gehen wir aber von einer temporären Korrektur aus. Ein Bruch dieser Zone könnte zu weiteren Verlusten bis 1,1847 führen. Darunter bestünde erhöhtes Risiko eines Pullbacks an die 100-Tagelinie bei 1,1829. Auf Widerstand würde der Euro bei 1,1956, 1,2052 und am Vorjahreshoch bei 1,2092 stoßen. Trading-Range: 1,1868 – 1,1960.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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