Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: Steigender Preisdruck in den USA?
Helaba Floor Research - Forex - 08.01.2018

Nachdem am Freitag der letzten Woche die Stundenlohnentwicklung in den USA das Bild eines leicht zunehmenden, wenngleich noch immer moderaten, Preisdrucks zeichnete, werden die Marktteilnehmer in dieser Woche ebenfalls den Blick auf die preislichen Entwicklungen legen, bevor zum Wochenschluss die Einzelhandelsumsätze weitere Hinweise zur konjunkturellen Dynamik geben. Den Auftakt bei den Inflationswerten des Monats Dezember geben die Importpreise. Der Einfluss der Ölpreise ist hier signifikant und so ergibt sich die Erwartung eines Vormonatsplus. Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor ist die Entwicklung des Dollar-Außenwertes. Mit zeitlicher Verzögerung tragen schwache Dollar-Kurse zu einem Anstieg der Importpreise bei, sodass hier auf Sicht der kommenden Monate Aufwärtsdruck vorhanden ist. Dies gilt auch für die Kernimportpreise. Folgend stehen die Erzeugerpreise auf der Agenda. Hier ist der Einfluss von Rohstoffpreisen reduziert, da Dienstleistungen einen hohen Anteil im Warenkorb haben. Die gute Stimmung im Sektor weist auf einen latenten Preisdruck hin. Auf der Ebene der Produzenten legt die Teuerung bereits seit Anfang 2016 zu, auch abseitig der Energiepreisschwankungen. Vor zwei Jahren lag die Kern-Erzeugerpreisinflation noch nahe Null. Erwartet wird aktuell, dass der Wert im Dezember bei 2,5 % lag.



Hinsichtlich der Fed-Zinserwartungen richtet sich das Hauptaugenmerk aber auf die Verbraucherpreise, die am Freitag zur Veröffentlichung anstehen. Mit einem deutlichen Anziehen der Kernrate wird nicht gerechnet, vor dem Hintergrund der robusten Konjunktur und der engen Arbeitsmarktlage sowie der Zunahme der Teuerung auf den Vorstufen ist dies aber mittelfristig zu erwarten. Der von der New-York-Fed zusammengestellte Index des unterliegenden Inflationsdrucks weist seit Monaten im Trend nach oben und hat inzwischen ein Elfjahreshoch erreicht. Hinweise auf die konjunkturelle Dynamik geben die US-Einzelhandelsumsätze. Diese werden im Dezember positiv beeinflusst vom erhöhten Pkw-Absatz und die Tankstellenumsätze sollten keinen größeren Gegenwind bescheren. Per saldo gehen wir in der neuen Woche davon aus, dass die vorherrschende Zinserwartungen nicht reduziert werden, der Trend zum Einpreisen eines dritten Schrittes seitens der Fed sogar anhalten könnte.

Bund-Future: Gefahren noch nicht gebannt



Die Kurse am deutschen Rentenmarkt können sich in Anbetracht reduzierter EZB-Käufe, mehrheitlich robuster Konjunkturzahlen und einer hohen Risikobereitschaft gut behaupten. Gefahren erneuter Verluste sind aber nicht gebannt, zumal das Primärmarktangebot in dieser Woche weiter steigt. Erste Unterstützungen zeigen sich bei 161,18/20. Widerstände lokalisieren wir bei 161,87 und 162,37.

Euro: 1,2092 USD entscheidend



Ein Ausbruch über das 2017er Hoch bei 1,2092 ist immer noch nicht zu konstatieren. Insofern bleiben Korrekturrisiken bestehen. Untermauert wird dies durch die Indikation einer überkauften Marktlage seitens des Stochastic auf Tagesbasis. Auch bleibt der MACD im Wochenchart bislang ein Kaufsignal schuldig. Eine erste wichtige Unterstützung fände sich bei 1,20, darunter in der Zone 1,1940/60. Das restliche technische Bild ist demgegenüber durchaus als konstruktiv anzusehen. Vor allem MACD und DMI im Tageschart sorgen dafür, dass ein neuerlicher Angriff auf die Marke 1,2092 nicht auszuschließen ist. Sollte der Sprung darüber gelingen, entstünde Aufwärtspotenzial bis in die Widerstandszone um 1,24. Angesichts der Ambivalenz der Indikationen heißt die Devise, den Richtungsimpuls abzuwarten.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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