Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: US-Industrie im Fokus – Stimmung und Produktion
Helaba Floor Research - Forex - 15.12.2017

Die auslaufende Handelswoche wurde dominiert von geldpolitischen Themen, auch wenn mit der Fed nur eine der großen Notenbanken eine Veränderung des Zinsniveaus beschlossen hat. Die Europäische Zentralbank sah sich demgegenüber, wie auch die BoE und die SNB, nicht unter Handlungsdruck. Es bleibt bei einer sehr vorsichtigen Gangart und letztlich möchte Mario Draghi eine Vorfestlegung vermeiden. Forward Guidance und QE-Volumen wurden ebenfalls nicht verändert. EZB-Ratsmitglied Nowotny hat heute aber die Möglichkeit, nochmals darauf zu verweisen, dass seiner Meinung nach ein schnelles Ende des QE-Programms im Herbst 2018 beschlossen werden sollte. Wir sind ebenfalls dieser Meinung, allerdings müsste bis dahin ein Anstieg der Kerninflationsrate und der monetären Dynamik zu konstatieren sein.



Aus fundamentaler Perspektive richtet sich der Blick heute vornehmlich in die USA, denn dort steht neben dem Empire-State-Index des laufenden Monats auch die Industrieproduktion des Monats September zur Veröffentlichung an. Die erste der regionalen Stimmungsumfragen im Verarbeitenden Gewerbe wird mit Aufmerksamkeit verfolgt, denn es ist auch ein erster Hinweis auf den nationalen Einkaufsmanagerindex (ISM). Die Konsensschätzung geht von einem leicht schwächeren Wert aus. Fortgesetzte Rekordstände an den Aktienbörsen und ein tendenziell rückläufiger Ölpreis weisen auf eine solide Entwicklung hin. Insofern sehen wir kein Enttäuschungspotenzial. Im Hinblick auf die Produktionsleistung gilt es zu beachten, dass der hohe Vormonatszuwachs nicht gehalten werden dürfte. Zwar sind die Stimmungsindikatoren der Branche robust ausgefallen und sprechen somit auch für eine Expansion des Sektors, die rückläufigen Pkw-Verkaufszahlen mahnen aber zur Vorsicht. Auch hatten sich die Industrieaufträge zuletzt schwächer gezeigt. Demgegenüber liefert der Index der geleisteten Arbeitsstunden eine positive Indikation. In der Summe betrachtet sollte ein kleines Produktionsplus möglich sein. Überraschungspotenzial machen wir nicht aus.

Rentenmarkt: Keine Impulse aus den USA



Die Europäische Zentralbank hat sowohl die Geldpolitik als auch die Forward Guidance nicht verändert, die Inflations- und Wachstumsprognosen für die Jahre 2018 und 2019 per saldo aber erhöht. Insgesamt hielten sich die Verluste am Rentenmarkt aber in Grenzen. Heute rechnen wir zudem nicht mit weiteren Impulsen, auch nicht vonseiten der Datenveröffentlichungen in den USA. Auf technischer Seite gilt es, das eingetrübte Indikatorenbild und den noch intakten Aufwärtstrend (seit Oktober) gleichermaßen im Blick zu behalten. Es erscheint ratsam, den nächsten Richtungsimpuls abzuwarten. Trading-Range: 162,80 – 163,67.

EUR-USD: 100-Tagelinie erneut unterschritten.



Der Euro hat Verluste einstecken müssen, obwohl sich Mario Draghi bezüglich des Wachstums und der Inflation optimistischer zeigte. Der MACD steht weiterhin im Verkauf und auch der Stochastic richtet sich unterhalb seiner Signallinie weiter gen Süden. Der DMI aber ist konstruktiv, wenngleich betont werden muss, dass der ADX weiter nachgibt und bereits unter 20 Punkten liegt. Zudem ist die 100-Tagelinie bei 1,1805 unterschritten, weshalb weitere Verluste bis zur 55-Tagelinie bei 1,1761 ins Kalkül gezogen werden sollten. Widerstände lokalisieren wir bei 1,1858/63 und an der Zone um 1,1880. Trading-Range: 1,1750 – 1,1880.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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