Kolumnen & Analysen Devisen

EUR/USD: Euro dürfte in 2018 an Stärke gewinnen
HSH Nordbank Research - Forex - 14.12.2017

Würde man einen Preis für das Comeback des Jahres 2017 verleihen, der Euro würde es sicherlich auf die Medaillenränge schaffen. Die Gemeinschaftswährung startete im zurückliegenden Jahr eine sensationelle Aufholjagd und konnte im September sogar die Marke von 1,20 US-Dollar überschreiten, diese Marke jedoch nicht halten. Im kommenden Jahr steht die Geldpolitik der Fed und der EZB auf der Agenda sowie die Konjunktur- und Inflationsentwicklung in den beiden Wirtschaftsräumen und die Europa-Politik des französischen Präsidenten Emmanuel Macrons. Auch die Wahlen in Italien dürften den EUro-Kurs beeinflussen.

EUR/USD: Historie und Prognose





Divergierende Geldpolitik



Die Zeiten der ultraexpansiven Geldpolitik nähern sich auf beiden Seiten des Atlantiks dem Ende. Die US-Fed hat einen klar definierten Zinserhöhungszyklus vor Augen, der am Markt fest eingepreist ist. Der deesignierte neue Fed-Präsident Jerome Powell, der im Februar das Ruder übernehmen wird, dürfte ähnlich wie seine Vorgängerin Yellen einen „dovishen“ Kurs vertreten, und drei Zinsschritte in kommenden Jahr durchführen, begleitet von einer vorsichtigen Rhethorik. Auf der anderen Seite des Atlantiks wird die EZB ihr ab Januar halbiertes Anleiheankaufprogramm voraussichtlich im vierten Quartal 2018 beenden und erste Signale hinsichtlich ihres Zeitplans für Leitzinserhöhungen aussenden. Letztere erwarten wir in der zweiten Jahreshälfte 2019. Die letztlich gleichgerichteten Geldpolitiken der Fed und der EZB dürften über das Jahr gesehen neutral auf den EUR/USD-Wechselkurs wirken.

Die Rolle der Politik: Risiken aus Italien, Positives aus Frankreich



In Italien wird spätestens bis zum 20. Mai 2018 ein neues Parlament gewählt. Derzeit liegt die europakritische Fünf-Sterne-Bewegung in den Umfragen vorne. Der frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat für die Forza Italia, die in den Umfragen unter 15 % liegt, ebenfalls seinen Hut in den Ring geworfen. Insgesamt lässt dieses Bild nicht erwarten, dass es in Italien in absehbarer Zeit zu weiteren dringend benötigten Reformen kommen wird. Dies macht der Euro verletzlich. Auf der anderen Seite stehen die Europa-Visionen des französischen Präsidenten Macron, der eine tiefere Integration der Eurozone anstrebt. Sollte man in dieser Beziehung ansatzweise vorankommen, wird dies als Signal für ein stärkeres Kommittment zum Erhalt der Währungsunion gewertet und Vertrauen bei Investoren wecken. Dieses Signal dürfte im kommenden Jahr überwiegen, insbesondere wenn es rasch zu einer Regierungsbildung in Deutschland kommt.

Fundamentaler Gleichgewichtskurs liegt zwischen 1,20 und 1,25



Im kurzfristigen Umfeld ist eine Dollar-Stärke denkbar, womöglich auch eine Rückkehr auf EUR/USD 1,15. In der mittleren bis langen Frist sprechen vor allem die Fundamentaldaten für den Euro. Bewertet man das Währungspaar nach Kaufkraftparität, suggerieren verschiedene Inflationsindikatoren eine Überbewertung von bis zu 15 % bzw. einen Gleichgewichtskurs von 1,20 bis 1,25. Per Jahresende 2018 erwarten wir einen Kurs von 1,21 USD. Ein Risiko für diese Prognose würde ein unerwartet kräftiger Anstieg der US-Inflation darstellen, der die Fed zu einer rascheren Straffung der Geldpolitik veranlassen könnte. Umgekehrt würde eine zügige und umfassende Umsetzung der Macron-Vorschläge für Europa den Euro stärker aufwerten lassen.

Redaktionsschluss 13.12.2017

Autor: HSH Nordbank AG - Volkswirtschaft & Research

Hinweis
Der Marktkommentar ist ein Auszug aus dem monatlich erscheindenen Finanzmarkttrends-Bericht der HSH Nordbank. Den vollständigen Bericht und weitere Publikationen erhalten Sie auf unternehmerpositionen.de und HSH-Nordbank.de. Bitte beachten Sie die Hinweise und den Disclaimer auf HSH-Nordbank.de und in den jeweiligen Publikationen.

Weitere Themen im Kapitalmarktbericht "Finanzmarkttrends" der HSH Nordbank:
Zinsprognose USA, Zinsprognose Euroland, Konjunkturprognosen, Wechselkurse, Aktienmärkte, Ölmärkte, Konjunkturdatenüberblick USA, Konjunkturdatenüberblick Eurozone uvm.

Aktuelle Kolumnen & Analysen

Börsen-Kolumne: Platin bleibt weiter sehr interessant!
Stephan Feuerstein - Commodities - 16.01.2018
Während DAX & Co. in der ersten Börsenwoche nach einer ausgebliebenen Jahresendrally richtig glänzen konnten, hat die führenden Indizes die Dynamik mittlerweile komplett verlassen. Man darf daher gespannt sein, ob die freundliche Tendenz zum Jahresauftakt nur ein kurzes Strohfeuer war. Immerhin notiert der DAX nach wie vor innerhalb der im Oktober eröffneten Seitwärtstendenz. Hier wäre ein Ausbruch nach unten übrigens als oberes Trendwendesignal zu verstehen. ... mehr

Bitcoin und DAX 30 Market Update: Bitcoin rutscht unter 13.000 Dollar-Marke
DailyFX - Marktberichte - 16.01.2018
Der gesamte Cyberwährungsmarkt, einschließlich Bitcoin befindet sich derzeit gehörig unter Druck. Der Bitcoin- Kurs rutscht auf der in Luxemburg ansässigen Plattform Bitstamp zeitweise bis auf 12.710 Dollar und reist den gesamten Markt mit in die Tiefe. Nach CoinMarketCap beträgt die Kapitalisierung lediglich 650 Milliarden Dollar. ... mehr

Tagesausblick Aktien: DAX - Dynamik fehlt – Euro als Bremsfaktor
Helaba Floor Research - Indizes - 16.01.2018
Bereits gestern habe ich an dieser Stelle von einem lust- und impulslosen Handelsgeschehen am deutschen Aktienmarkt berichtet. In Folge des gestrigen US-Feiertages haben sich die beschriebenen „Rahmenbedingungen“ nochmals verstärkt. Insofern war der DAX auch nicht in der Lage sich in der Pluszone zu halten. Der weiterhin klar über der 1,22er Marke notierende Euro trug jedoch auch seinen Teil dazu bei. ... mehr

Tagesausblick Renten/Devisen: USA - Konjunkturstimmung im Mittelpunkt
Helaba Floor Research - Forex - 16.01.2018
In den USA wurden die Zinserwartungen zuletzt etwas unterstützt, weil die Kernteuerungsrate im Dezember leicht und unerwartet zulegen konnte. Andere Wirtschaftsdaten hatten dagegen enttäuscht. Zu nennen sind die Inflationsraten auf den Vorstufen, dort auch die Kernpreisentwicklungen, und die wöchentlichen Arbeitsmarktindikationen. Zwar liegen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe noch immer auf einem sehr niedrigen Niveau, vier Wochen mit Anstiegen in Folge kamen jedoch überraschend. ... mehr

Bund Future - Erwartete Trading Range: 159.89-160.91
Helaba Floor Research - Bonds - 16.01.2018
Zum Wochenauftakt stand der feste Euro bzw. die Schwäche des US- Dollars im Fokus der Anleger. Während die Gemeinschaftswährung von zunehmenden Spekulationen auf eine straffere Geldpolitik profitiert, gerät die US- Valuta von mehreren Seiten unter Druck. Die nach der Steuerreform vorprogrammierte höhere Staatsverschuldung und der kontinuierlich steigende Yuan-Kurs lassen für den Greenback nichts Gutes erwarten. ... mehr

DAX: Im Bann des Euro
IG Markets Research - Marktberichte - 16.01.2018
16.01.2018 – 07:20 Uhr (Werbemitteilung): Der Euro setzt seine Aufwärtsbewegung fort und sorgt bei den Anlegern hierzulande zunehmend für Sorgenfalten. Zwar ist die Gemeinschaftswährung nach der jüngsten Kletterpartie reif für eine Korrektur, eine weiter anhaltende Euro-Stärke könnte für den deutschen Leitindex zu einem ernsten Problem werden. ... mehr

DAX Analyse: Schwache Dynamik
Admiral Markets - Indizes - 15.01.2018
Der Dax ging am Montagmorgen der vergangenen Handelswoche bei 13.370 Punkten in den vorbörslichen Handel. Er startete 446 Punkte über der ersten vorbörslichen Notierung am Dienstag der Vorwoche und 35 Punkte über dem Wochenschluss am Freitag der Vorwoche. Der Index versuchte am Montag über die 13.400 Punkte zu kommen, konnte sich dort aber nicht festsetzen. In der Folge schwankte er bis Dienstagnachmittag in einer engeren Box seitwärts. ... mehr

DAX ohne jede Chance – Euro nimmt Fahrt auf
CMC Markets - Marktberichte - 15.01.2018
Knapp 1,23 US-Dollar mussten in der Spitze heute für einen Euro bezahlt werden. Das ist der höchste Stand seit mehr als drei Jahren und allein in diesem noch sehr jungen Jahr ein Plus von fast drei Cent. Die Rally der Gemeinschaftswährung geht weiter, auch weil die Europäische Zentralbank in den Startlöchern für eine Normalisierung ihrer Geldpolitik steht und mit dem in der vergangenen Woche angekündigten Kurswechsel viele Investoren am Devisenmarkt auf dem falschen Fuß erwischt hat. ... mehr

Analyse: Euro/USD Future überschreitet wichtige Widerstände
Björn Heidkamp I Kagels Trading - Forex - 15.01.2018
Zeitpunkt der Analyse: 14.01.2018 Markt:Euro/USD Future Endlos Kontrakt Letzter Kurs: 1,2229 USD Analyst: Björn Heidkamp, www.kagels-trading.de Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des Währungspaares EUR/USD von 2006 bis heute, bei Kursen von 1,2229 USD. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Euro-Futures für jeden Monat ab. ... mehr

Aktien - Wichtig ist, dass Sie überhaupt dabei sind!
Armin Brack - Indizes - 15.01.2018
Lieber Geldanleger, die deutsche Wirtschaft boomt wie lange nicht mehr. Nun drohen sogar die Europaletten, die zwingend erforderlich für den Transport vieler Waren sind, auszugehen. In anderen Ländern sieht es nicht viel anders aus. Auch im krisengeplagten Südeuropa stehen die Zeichen wieder auf Aufschwung - allen Untergangsszenarien zum Trotz. ... mehr

Buchtipp

Faszination Devisen
Die Gewinn- möglichkeiten mit Devisen sind enorm. Nie zuvor war es für den Privatanleger einfacher und lukrativer, mit den Kursschwankungen und Trends von Wechselkursen eigenständig und ohne hohe Gebühren Geld zu verdienen. ...weiter

Broker

Anzeige eToro - Trading-Verluste können Ihre Einlagen übersteigen. Beachten Sie die Risikoaufklärung auf der Seite des Brokers!

Sponsor

Anzeigen

<