Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: US-Zinserhöhung und dann?
Helaba Floor Research - Forex - 11.12.2017

Die US-Notenbank wird in dieser Woche aller Voraussicht nach eine Erhöhung des Leitzinsbandes um 25 Basispunkte auf dann 1,25-1,50 % beschließen. Dies ist weitgehend eskomptiert und wurde über Monate vonseiten der FOMC-Mitglieder avisiert. Die Frage ist also nicht so sehr, bei welchem Leitzinsniveau das laufende Jahr schließt, sondern welche Entwicklungen 2018 folgen. Hier gilt es zunächst festzuhalten, dass die konjunkturelle Dynamik in den USA robust ist, wenngleich sich Stimmungsindikatoren der Industrie auf hohem Niveau jüngst etwas zurückgebildet haben. Der Arbeitsmarkt zeigt sich in einer guten Verfassung, denn durchschnittlich werden rund 200 Tsd. neue Arbeitsplätze je Monat geschaffen und die Arbeitslosenquote ist auf 4,1 % gesunken. Entscheidend für den Ausblick 2018 dürften die Lohn- und Preisentwicklungen sein, denn bereits in diesem Jahr war die Diskussion innerhalb der Fed geführt worden, wonach die schwache Teuerungsrate möglicherweise ein dauerhafteres Phänomen sein könnte. Der am Freitag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht konnte die Sorgen vor zu geringem Preisdruck nicht gänzlich lindern. Noch immer liegt die Jahresrate des Stundenlohnzuwachses bei moderaten 2,5 % und damit sogar erneut unterhalb der Konsensschätzung. Die anhaltend starken Stimmungswerte und das über Potenzial liegende Wachstum sowie andere Indikatoren, die auf den unterliegenden Inflationsdruck hinweisen (z.B. derjenige der Fed in New York), lassen uns im kommenden Jahr mit einer Fortsetzung des Zinserhöhungszyklus rechnen. Der Wechsel an der Spitze der Fed ändert daran wenig. Noch immer werden zwei Zinserhöhungen im Verlauf des gesamten Jahres nicht hundertprozentig eingepreist. Immerhin: Die Werte steigen seit Wochen an.



Bund-Future



Der Bund-Future hat am Freitag im Zuge einer abnehmenden Risikoaversion einen Teil des Wochengewinns wieder abgegeben. Nachrichten sorgten für Abgabedruck, wonach die Europäische Kommission bereit ist, die zweite Phase der „Brexit“-Verhandlungen zu beginnen. Die technische Situation für den März-Kontrakt ist positiv zu beurteilen. So steht der DMI im Kauf. Vor zu viel Optimismus warnt jedoch der Stochastic, der im überkauften Bereich dreht. Zudem steht der MACD kurz davor, seine Signallinie zu schneiden. Die ersten Unterstützungen liegen um 162,79 und am unteren Rand des Oktober-Aufwärtstrends bei 162,27. Eine weitere Haltemarke machen wir an der 55-Tagelinie bei 161,92 fest. Auf Widerstand stößt der Bund-Future am bisherigen Kontrakthoch bei 163,67, das am 1. und 7. Dezember markiert wurde.

EUR-USD



Der Euro konnte sich im asiatischen Handel erholen, aufgrund der Verluste in der letzten Handelswoche hat sich die technische Situation aber deutlich eingetrübt. Auf Tagesbasis stehen Stochastic, MACD und DMI unisono im Verkauf. Auch der Blick auf den Wochenchart stimmt wenig zuversichtlich. Der ADX setzt seine Abwärtstendenz fort und der MACD richtet sich unterhalb seiner Signallinie gen Süden. Noch aber steht der DMI auf Kauf, was darauf hindeutet, dass eine Fortsetzung der Erholungsbewegung nicht ausgeschlossen werden kann. Sollte der Euro aber daran scheitern, die 100-Tagelinien bei 1,1800 zu überwinden, zeigte sich eine erste Unterstützung um 1,1712. Darunter entstünde Raum für weitere Kursverluste, anfänglich bis 1,1666 und folgend bis 1,1605.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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