Kolumnen & Analysen Devisen

Bund Future - Erwartete Trading Range: 162.50 -163.63
Helaba Floor Research - Bonds - 23.11.2017

Trading Range: 162.50 -163.63
Tendenz knapp behauptet


Ein Interview von EZB Direktor Benoit Coeuré im Handelsblatt versetzte die Bondmärkte zur Wochenmitte in Aufregung. Der Franzose äußerte die Hoffnung, die im Oktober beschlossene Verlängerung der Anleihekäufe könne die letzte gewesen sein. Außerdem erwarte er, dass die Steuerung von Zinserwartungen wichtiger werde und die Verknüpfung von Anleihekäufen mit dem Inflationsziel von 2 % schon bald entfallen werde.

Die Akteure an den Finanzmärkten nahmen die Kommentare die politische Verunsicherung zum Anlass, innezuhalten und die jüngsten Gewinne einzustreichen. Staatsanleihen hielten sich angesichts der wachsenden Sicherheitsbedürfnisse recht stabil. Bundesanleihen gerieten nach freundlichem Start angeführt von kurzen und mittleren Laufzeiten unter Druck. Der Bruch wichtiger Unterstützungen, ausgelöst durch größere Stop-Loss-Orders, verstärkte den Impuls. Im Sog des freundlichen US- Marktes konnten die Verluste aber fast komplett ausgeglichen werden. Da sich ultralange Laufzeiten vergleichsweise stabil zeigten, stellte die Aufstockung der im August 2048 fälligen Anleihe um 1 Mrd. Euro kein Problem dar. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln verringert sich auf 83 BP. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0.66 %) und Belgien (0.55 %) hielten ihren Abstand zu Bunds.

Die Bondmärkte der EU- Peripherie hielten sich trotz der Achterbahnfahrt besser als ihre Pendants in den Kernländern. Der Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer (1.44 %), italienischer (1.75 %) und portugiesischer Bonds (1.88 %) ermäßigte sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 3, 2 bzw. 2 BP.

Am US- Bondmarkt wurden Anfangsverluste nach schwachen Konjunkturdaten mehr als wettgemacht. Die Auftragseingänge langlebiger Güter (-1.2 %) fielen allerdings nur vordergründig schlechter als erwartet aus, ohne den volatilen Transportsektor (0.4 %) entsprach der Anstieg den Prognosen. Die Stimmung bei Verbrauchern ist dies-und jenseits des Atlantiks noch besser als ohnehin schon erwartet. Leichte Zweifel kamen allerdings an der fast schon sicher geglaubten Zinserhöhung im Dezember auf. Das Protokoll der letzten Notenbanksitzung dokumentiert das Rätselraten im Rat über die trotz Vollbeschäftigung ausbleibende Inflation. Die Wetten auf einen Zinsschritt wurden jedenfalls leicht angepasst und zogen die Renditen bei dünnen Umsätzen über die gesamte Kurve nach unten. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries weitete sich um 3 auf 70 BP aus. Wegen des Feiertages in Japan gibt es für US- Treasuries von dort keine Vorgaben. Die restlichen Aktienbörsen in Asien liefern bei ruhigem Handel ein uneinheitliches Bild.

Bund- (163.12) und Bobl- Kontrakt (131.71) verloren 7 bzw.9 Stellen, der Schatz (112.22) ging 2 Ticks niedriger aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe verharrte bei 0.34 %, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen ermäßigte sich auf 105 BP. 10-jährige US- Treasuries rentieren 4 BP niedriger bei 2.32 %. Der Euro klettert auf 1.183 Dollar, der Preis für das Barrel Öl steigt weiter auf ein 2 ½- Jahreshoch bei 57.9 Dollar.

Am Feiertag in den Vereinigten Staaten rückt hierzulande die Umfrage bei den Einkaufsmanagern im verarbeitenden Gewerbe und Dienstleistungssektors in den Fokus der Marktteilnehmer. Frankreich (56 nach 56.1/57 nach 57.3) und Deutschland (60.3 nach 60.6/55 nach 54.7) liefern die Grundlage für einen vorläufigen Blick auf die Eurozone (58.2 nach 58.5/55.2 nach 55.0). Eingerahmt werden die Daten von den endgültigen Wachstumszahlen des 3. Quartals Deutschlands (0.8 %/2.8 %) sowie der zweiten Schätzung für Vergleichszahlen Großbritanniens (0.4 %/1.5 %). Das Geschäftsklima Frankreichs im November (109) rundet den Datenkranz ab.

Gespannt warten die Märkte auf das Ifo-Geschäftsklima (116.7) am Freitag, das durch stabile Lagebeurteilung (108.8 nach 109.1) und Erwartungshaltung (125 nach 124.8) den robusten Konjunkturausblick bestätigen dürfte.

Am Primärmarkt sind in dieser Woche keine Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner mehr geplant. Auch in der kommenden Woche stehen mit Italien (BTPs & Linker) und dem Bund (€ 3 Mrd. 5 Jahre) nur zwei Emittenten in den Startlöchern. Das amerikanische Schatzamt versteigert 2-, 5- und 7-jährige Notes. Wüstenrot Bausparkasse AG begab einen 8-jährigen Hypothekenpfandbrief im Volumen von 300 Mio. Euro bei Midswap -10 BP.



Technik:


Der Bund-Future holte schwere Anfangsverluste nach bewegtem Handel wieder auf und schloss (163.12) 7 Stellen unter Vortagsniveau. Das technische Bild im Tageschart liefert kaum Ansatzpunkte, auch auf Wochenbasis ist die Indikatorenlage wenig aussagekräftig.

Widerstände sehen wir bei 163.30 (Hoch v. 22.11.), 163.40 (Hoch v. 09.11.), 163.63 (Hoch v. 08.11.), 163.95 (Wochentrend) und 164.21 (Trendlinie).

Unterstützungen liegen bei 162.87(Tief v.21.11.), 162.61 (Tief v. 22.11.), 162.50 (Tief v. 17.11.), 162.38 (Tief v.16.11.), 162.02 (Tief v. 13.11.), 161.91 (Tief v. 14.11.), 161.31 (Hoch v. 25.10.), 160.95 (Tief v. 26.10.) und 160.76 (Tief v. 25.10.).

Unterstützungen 162.87 162.61 161.50
Widerstände 163.30 163.40 163.63


Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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