Kolumnen & Analysen Devisen

Tagesausblick Renten/Devisen: Ölpreis steigt – Inflationserwartungen folgen
Helaba Floor Research - Bonds - 08.11.2017

Mangels marktbewegender Impulse vonseiten fundamentaler Veröffentlichungen richtet sich der Blick der Marktteilnehmer besorgt auf den Nahen Osten. Die politischen Entwicklungen in Saudi-Arabien sorgen für Verunsicherung und zudem droht eine Eskalation mit dem Nachbarland Libanon, nachdem der dortige Ministerpräsident zurückgetreten ist und der Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten in eine weitere Runde gehen könnte. Der Ölpreis steigt unter diesen Umständen an und sowohl Brent-Future als auch Light-Crude-Future notieren auf den höchsten Niveaus seit Mitte 2015. Weitere Anstiege können kurzfristig bei einer anhaltenden Zunahme der Risikoprämie nicht ausgeschlossen werden. Insofern stellt sich die Frage, ob die am Markt gehandelten Inflationserwartungen und damit auch die Benchmarkrenditen auf den aktuellen Niveaus als angemessen zu bezeichnen sind. Im Jahresverlauf haben sich die Inflationserwartungen in der Eurozone nach anfänglichen Rückgängen zuletzt erholt, liegen jedoch noch immer deutlich unterhalb der Niveaus des ersten Quartals. Vor dem Hintergrund der europäischen Wachstumsperspektiven ist dies ohnehin verwunderlich, konnte aber bis zuletzt mit dem schwankenden EUR-Ölpreis in Einklang gebracht werden. Aktuell hinkt die Inflationserwartung aber den Ölnotierungen hinterher und so sollte eine Verschiebung nach oben nicht völlig überraschen. Im Vergleich zu den Jahren 2012 bis 2014 wäre das zwar immer noch wenig, ohne Rückwirkung auf den Rentenmarkt dürfte dies dennoch nicht sein.



Bund-Future: Kontrakthoch bleibt unangetastet



Der Bund-Future war gestern nach einem starken Wochenstart erneut robust. Das technische Bild ist konstruktiv. MACD und Stochastic stehen im Kauf, wobei letzterer eine überkaufte Marktsituation andeutet. Das Kursmomentum und der ADX sind weiterhin auf niedrigem Niveau, entwickeln sich jedoch gen Norden. Auf ersten Widerstand stößt der Bund-Future beim Kontrakthoch bei 163,43 von Anfang September. Unterstützungen liegen bei 162,79 und bei 162,24. Die heute anstehenden Konjunkturdaten dürften kaum Impulse liefern. Trading-Range: 162,80 – 163,70.

EUR-USD: Abwertungsszenario intakt



Wichtige Datenveröffentlichungen stehen heute nicht auf dem Programm und neue Informationen über die Besetzung vakanter Fed-Posten wird es heute wohl auch nicht geben. Für Aufmerksamkeit sorgt die Frage, ob die US-Steuerreform bis Ende des Jahres durch den Kongress gebracht werden kann. Hier werden noch verhandlungsintensive Tage erwartet. Das technische Bild des Euros ist klar negativ. Neben dem Abwärtstrendkanal richten sich MACD und Stochastic unterhalb ihrer Signallinien nach unten. Der ADX nimmt Fahrt auf und das Kursmomentum ist negativ. All dies lässt darauf schließen, dass der Abwärtsimpuls intakt ist und an Kraft gewinnt. Sollten das Tief von Ende Oktober bei 1,1573 und die Unterstützung bei 1,1550 nachhaltig unterschritten werden, würde sich die nächste Haltemarke bei 1,1510 zeigen, hergeleitet vom 38,2 %-Retracement der Aufwärtsbewegung von April (1,0568) bis September (1,2092). Erste Widerstände lokalisieren wir bei 1,1690 und an der 100-Tagelinie, die heute bei 1,1708 verläuft. Die Widerstandslinie des Abwärtstrendkanals liegt bei 1,1768 außer Reichweite. Trading-Range: 1,1510 – 1,1690.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de

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