Kolumnen & Analysen Devisen

Anleihen: Im Einklang mit Aktienmärkten
Börse Frankfurt - Bonds - 03.11.2017

3. November 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Aktienmärkte klettern weiter von Rekord zu Rekord, doch auch an den Anleihemärkten ist die Stimmung gut. "Von dem vor einiger Zeit erwarteten Crash sind wir weit entfernt", bemerkt Arthur Brunner von der ICF Bank. "Eine massive Zinswende steht nicht an."

Gestützt worden sei diese Einschätzung zuletzt durch die Nominierung von Jerome Powell als Nachfolger von Janet Yellen an der Spitze der US-Notenbank. Powell stehe eher für einen moderaten Kurs. "Außerdem wurde in Großbritannien gestern zwar das erste Mal seit der Finanzkrise der Leitzins angehoben, Notenbankchef Mark Carney hat aber deutlich gemacht, dass die Geldpolitik stimulierend bleibt."

Der Euro-Bund-Future liegt am Freitagmittag bei 162,63 Punkten nach 162,16 vor einer Woche. Zehnjährige Bundesanleihen werfen 0,37 Prozent ab nach 0,40 Prozent vergangenen Freitag.

Keine höheren Renditen in Sicht



Bemerkbar machte sich auch noch die zögerliche Haltung der Europäischen Zentralbank in der vergangenen Woche. Die EZB will die Anleihekäufe ab Januar zwar zurückfahren, hat aber kein Ende des Programms in Aussicht gestellt. "Die Vorsicht der EZB hat die Renditen der Bundesanleihen wieder fallen lassen und dürfte deutlich höheren Renditeniveaus auch zukünftig im Weg stehen", meint Sintje Boie von der HSH Nordbank. Dabei brumme der Konjunkturmotor in der Eurozone so kräftig wie schon lange nicht mehr. "Doch das Augenmerk der EZB liegt eindeutig auf der Inflationsrate, die im Oktober mit 1,4 Prozent leicht gesunken ist und sich damit weiter von ihrem Preisziel von knapp 2 Prozent entfernt hat."

Entspannung in Spanien



Beruhigt hat sich die Lage am spanischen Markt. "Nach den politischen Turbulenzen erinnern sich Anleger offenbar wieder an Spaniens Wirtschaftswachstum und seine Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt", erklärt Klaus Stopp von der Baader Bank. Berücksichtigt werde auch, dass die Rating-Agenturen seit September Portugal und Italien besser benoten. Zehnjährige spanische Staatsanleihen (WKN A19KVL), die infolge der Unabhängigkeitserklärung Kataloniens unter 97 Prozent gefallen waren, werden jetzt wieder zu 99,56 Prozent gehandelt. Die Zentralregierung hatte Katalonien die Autonomie entzogen und Neuwahlen für den 21. Dezember angesetzt.

Wieder Vertrauen in Griechenland



Die Griechenland-Krise ist offenbar endgültig überwunden - jedenfalls am Kapitalmarkt. Die Rendite für zehnjährige griechische Anleihen fiel mit 4,98 Prozent auf den tiefsten Stand seit Ausbruch der Krise. Laut Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank nutzen Anleger den Kursanstieg bei den Griechenland-Papieren, um Gewinne mitzunehmen. Verkauft werde etwa die bis 2023 laufende Anleihe mit Kupon von 3 Prozent (WKN A1G1UA). Nicht betroffen sei der erst im August dieses Jahres emittierte Bond (WKN A19MEC), der aktuell bei 101 Prozent gehandelt wird.



Hintergrund für die Zuversicht sind auch Spekulationen über Pläne Griechenlands, die eine dauerhafte Rückkehr des Landes an die Finanzmärkte erleichtern sollen. Bloomberg zufolge plant das Land den Umtausch von 20 Anleihen in bis zu fünf neue, festverzinsliche Papiere, die liquider sein sollen.

Venezuela vor Umschuldung



Für Furore sorgt derzeit allerdings Venezuela, das Land steht offenbar kurz vor der Pleite. Präsident Nicolas Maduro hat am gestrigen Donnerstag angekündigt, dass die Auslandsschulden umstrukturiert werden sollen. Das sei Folge der US-Sanktionen gegen das Land. Venezuelas Auslandsschulden bei Regierungen und staatlichen Einrichtungen belaufen sich auf insgesamt 143 Milliarden US-Dollar, davon sind 52 Milliarden US-Dollar Anleihen.

"Es ist ein Blutbad", kommentiert Daniel. Die bis 2028 laufende Anleihe mit Kupon von 9,25 Prozent (WKN A0TU0G), die gestern noch zu 35 Prozent gehandelt wurde, notierte bei Eröffnung heute Morgen bei 25 Prozent, jetzt sind es wieder knapp 30 Prozent. Auch Rainer Petz von Oddo Seydler meldet viele Verkäufe in Venezuela-Anleihen, etwa der umsatzstärksten mit Laufzeit bis 2027 und Kupon von 9,25 Prozent (WKN 195081). "Der Kurs fiel von 39 auf 30 Prozent, jetzt sind es wieder 32 Prozent", berichtet der Händler.
DanielDaniel

Gefragte Corporates



Bei den Unternehmensanleihen zeigt sich ebenfalls die gute Stimmung: Von vielen Käufen berichtet Brunner für die erst vor einigen Wochen emittierte nachrangige Baywa-Anleihe mit Kupon von 4,25 Prozent (WKN A2GSM1), den im Sommer emittierten Bond der Otto GmbH & Co KG mit Kupon von 1,875 Prozent und Laufzeit bis 2024 (WKN A2E4BN), eine IKB Nachranganleihe (WKN A2GSGU) und eine Wandelanleihe von GK Software (WKN A2GSM7). Ebenfalls gefragt waren VW-Hybridanleihen (WKN A1ZE21). "Die Verluste durch den Dieselskandal sind längst wieder wettgemacht."

Lebhaften Umsatz meldet Brunner auch in Anleihen der European Investment Bank EIB in türkischen Lira (WKN A1ZQN1). Hier hielten sich Käufe und Verkäufe aber die Waage.

Nur noch zwischen 1 und 2 Prozent gehandelt werden unterdessen Air Berlin-Anleihen (WKN AB100B, AB100L, AB100N). "Es setzt sich die Einsicht durch, dass Anleger leer ausgehen werden", meint Petz.

von: Anna-Maria Borse
3. November 2017, © Deutsche Börse AG

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